Lohberg Voices im Skala Kulturforum Wesel

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In stimmungsvoller Atmosphäre feierten die Lohberg Voices ihren Premierenauftritt im Skala Kulturforum Wesel. Der ehemalige Kinosaal mit seinen hohen Decken ist wie geschaffen für Konzertformate wie dieses, die eine hohe Intimität vertragen, ohne dabei beengt wirken zu wollen. Im Bühnenbereich liegen Teppiche, alles sieht extrem gemütlich aus. Auch die Sofaecken rechts und links der Bühne tragen zur heimeligen Atmosphäre bei. Das Publikum der ersten Reihe sitzt mit den Füßen in der Musik, und genau so eng ist der Kontakt auch von beiden Seiten gewollt.

Die Lohberg Voices sind gut aufgestellt: in vier Stimmlagen fast paritätisch besetzt. Rainer Stemmermann kündigt sie und die Musiker an, sodass sie gleich mit einem ersten Applaus die Bühne betreten. Stefan Nelder am Bass, Wolfgang Kulawik an der Gitarre und Stefan Grafers an Schlagzeug und Percussion bilden die Band, die neben Keyboarder und musikalischem Leiter Stemmermann den Chor heute begleiten. Erfahrene Musiker, die in verschiedenen Konstellationen anzutreffen sind und es sich nicht nehmen lassen, engagierte Chöre zu begleiten und dort neben ihrem 1A-PopChorband-Sound kleine aufreizende Soli zu platzieren.

Pop mit hoher Spannkraft

Die Voices beginnen mit Only By Grace und You Are My Only One, zwei Stücken zum Aufatmen, ankommen, langsam runterfahren: Hier bin ich nun, wie schön. Es folgt eine Mischung aus Pop und einigen Gospelstücken; neu und etwas ungewöhnlich für den Chor, der in der Vergangenheit stets einen guten Anteil jazziger Nummern im Programm hatte. Aber der Pop steht ihnen gut; und manche der Arrangements sind so ausgefuchst, dass sie die Originalsongs an musikalischer Spannkraft fast überbieten. Ain´t No Sunshine ist so ein Titel, bei dem man die rhythmisch anspruchsvollen Vokalpassagen im Chorsatz von Marc Brymer geradezu atemlos verfolgt. Im ständigen Wechsel zwischen Takt und Auftakt der Intro wird die steigende Spannung mit jeder Wiederholung übereinander gestapelt, bis sie sich im Beginn der Strophe auf überraschend leichte Weise löst. Solche Stücke sind ein Geschenk. Ebenso Fix You, das Carsten Öland als Solist fast so phrasiert wie Coldplay-Vorbild Chris Martin. Die Bridge, von Rainer Stemmermann vokal arrangiert, heute aber von Wolfgang Kulawik an der Gitarre umgesetzt, beginnt aufreizend leise, verhalten, sodass man locken will: Komm! Mehr! – Und sie kommt natürlich. – Aber was heißt schon natürlich. Das Gitarren-Solo steigert sich in einem so konsequenten Gleichmaß, dass man bereitwillig alle Erwartungen fahren lässt und sich in den Sog der auf- und abschwellenden Klänge begibt. Begeisterter Applaus vom Publikum.

Glücksmomente in der Chorfamilie

Irgendetwas ist anders an diesem Konzertabend. Von Anfang an lag eine Erwartung von Glück in der Luft. Und die Bereitschaft, selber zu diesem Glück beizutragen. Auf beiden Seiten der imaginären Linie, auf der Rainer Stemmermann steht und Musiker, Chor und Publikum mit der Musik zu einem filigranen Gebilde formt. Vielleicht ist das sein größtes Talent: mit den Mitteln der Musik ein Erleben zu schaffen, das dem Moment Bedeutung gibt und über ihn hinausreicht.
Es gibt einen ordentlichen Satz Zugaben: Fix You gehörte bereits dazu, Viva La Vida, Oh Happy Day. Warum sollte ein solcher Abend auch überhaupt enden? – Und nach abermals kräftigem Applaus gibt es auch noch eine Zugabe zur Zugabe: You Raise Me Up. Für die große musikalische Familie, die sich hier zusammengefunden hat.
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