Dinslaken: Ein-Blick aus anderer Perspektive Ökumenische Gäste auf Visite im Ev. Kirchenkreis Dinslaken

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v.li oben: Heiko Dringenberg , Susanne Jantsch (beide Kirchenkreis Dinslaken), Frauke Laaser (GMÖ) Mitte: Pfr. Girsang , Dr. Wolfgang Thielmann , Sacha Datta (Flüchtlingsberatung Diakonieverein) Vorne v.li.: Pfarrerin Dani und Martje Mechels (GMÖ) (Foto: Ruth Levin)
Dass ein Blick von außen manchmal ganz neue Perspektiven eröffnen kann, weiß jeder. Darum hat die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) Gäste aus 17 deutschen, europäischen und überseeischen Partnerkirchen zu einer Ökumenischen Visite eingeladen. Vom 11. bis 21. Juni 2015 sollen sie das Leben in den rheinischen Kirchenkreisen und Gemeinden kennen lernen und Eindrücke sammeln. In mehreren Teams nehmen die Gäste die Regionen zwischen Niederrhein und Saarland jeweils unter einem besonderen Themenschwerpunkt unter die Lupe. Ihre Beobachtungen und Anregungen werden sie in einem Dokument sammeln und sie zum Abschluss der Visite der Kirchenleitung mit Präses Manfred Rekowski an der Spitze überreichen. Wie kann die Evangelische Kirche im Rheinland eine relevante Kirche für Morgen sein, missionarisch und diakonisch, theologisch fundiert und sozial aufgeschlossen? Zu diesen Fragen wird die internationale Gruppe etwas zusammen tragen. Die Organisation und Begleitung der Visite liegt beim Gemeindedienst für Mission & Ökumene (GMÖ).
Auch der Ev. Kirchenkreis Dinslaken hatte am 17. Juni drei Menschen aus dem Team der Visite zu Gast: Pfarrerin Eszter Dani aus der Missionsabteilung der Reformierten Kirche in Ungarn, Pfr. Sahala Aman Girsang von der Christlich-Protestantische Simalungun Kirche (GKPS) in Indonesien und Dr. Wolfgang Thielmann, Journalist und Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden. Der Focus, unter dem die drei Gäste den Kirchenkreis Dinslaken in den Blick nahmen, war der der „Globalen Verantwortung“.
Am Vormittag sammelten sie Eindrücke im Pfarrkonvent, der Zusammenkunft der Pfarrerinnen und Pfarrer der acht Kirchengemeinden des Kirchenkreises. Thema an diesem Morgen im Gemeindehaus an der Duisburgerstraße in Dinslaken war die Zusammenarbeit von Kommune und Kirchenkreis bei der Flüchtlingsarbeit. Sascha Datta, Flüchtlingsberater des Diakonievereins und Iris Rutert, zuständig für Asylbewerber bei der Stadt Voerde, stellten Möglichkeiten und Ansätze der Zusammenarbeit dar.
Datta berichtete vor allem über die Situation in Dinslaken, wo die Flüchtlinge überwiegend zentral in der Fliehburg untergebracht sind. Aktuell sind es 429 Flüchtlinge (99 Männer, 183 Frauen, 147 Kinder). Demgegenüber verfolgt die Stadt Voerde eine stärker dezentrale Unterbringung in ihrer Flüchtlingspolitik. Beide, Datta und Rutert, betonten: „Die Kirchengemeinden sind oft wichtige Kooperationspartner. Mit ihren ihren KiTas und Jugendhäusern bieten sie Möglichkeiten, die für die Flüchtlinge von großem Wert sind.“ Iris Rutert, die schon seit 1992 als Sozialpädagogin in der Asylarbeit der Stadt Voerde tätig ist, hat darum von Anfang an die Zusammenarbeit mit den Gemeinden gesucht. „Vor allem die ehrenamtlichen Dienste“, so Rutert, „sind in ihrem Wert nicht zu unterschätzen. Unterstützergruppen und Asylkreise sind durch die Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen, durch Alltagshilfe oder Sprachkurse eine große Hilfe. Diese Arbeit könnte die Kommune nicht leisten.“ Die Sozialpädagogin hob aber auch hervor, dass die aktuelle Zahl von 256 Flüchtlingen in Voerde noch weit unter den Zahlen aus den 1990-er Jahren liegt (1996: 460) und dass es weit ärmere Länder gibt, die um ein Vielfaches mehr Menschen aufnehmen, die auf der Flucht sind.
Die anwesenden Gäste aus der Ökumene betonten, wie hoch konzentriert und sachlich sie die Diskussion fanden. Pfr. Girsang aus Indonesien wurde deutlich, dass die Flüchtlingsfrage in seiner Kirche bislang kein Thema ist, da Indonesien als armes Land bisher kaum Ziel von Menschen auf der Flucht war.
Am Nachmittag besuchten die Gäste ein Arbeitstreffen zum Thema „Ökofaire Beschaffung in Kirchengemeinden“. Da formulieren vier kreiskirchliche Ausschüsse (Mission und Ökumene, kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Umweltausschuss und Kirchlich-diakonische Sozialarbeit) Ziele für ein gemeinsames Handeln aller Gemeinden im Sinne nachhaltiger Beschaffung. Gemeinden verständigen sich z.B. auf den Einkauf fair gehandelter Produkte wie Kaffee, Tee, u.ä., außerdem werden umweltfreundliche Reinigungsmittel und deren gemeinsame Beschaffung in den Blick genommen.
Dr. Thielmann, einer der Gäste aus der Ökumene, konnte hier durch sein Wissen auf Konzepte anderer Kirchen verweisen, die zu diesem Thema schon gut aufgestellt sind. Die beiden anderen machten deutlich, dass sie im Bereich ökofaire Beschaffung für die eigene Kirche zu Hause viele gute Anregungen mitnehmen.
Es wird spannend, wie der Abschlussbericht der Gäste aus der Ökumene ausfallen wird. Doch auch schon jetzt lässt sich von Seiten des besuchten Kirchenkreises sagen: Gäste aus anderen Ländern dieser Erde verändern durch ihren Blick von außen auch die eigene Sicht. Das rückt manches zurecht und es weitet den Blick.
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