Bahnhof Dinslaken: Spitzengespräch im Verkehrsministerium NRW

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NRW-Minister Mike Groschek und Dinslakens Bürgermeister Michael Heidinger. Foto: cd
 
Drei Bahnnutzer und ein Treppenhelfer tragen eine Rollstuhlfahrerin die Stufen zum Gleis hoch. Der fest versprochene Fahrstuhleinbau wurde seit 2012 schon dreimal verschoben. Letzter Stand laut Bahn: "Frühestens 2016". Foto: cd
Dinslaken: Bahnhof Dinslaken | NRW-Minister Groschek hat Wort gehalten: Am 11. Januar versprach er dem NA sich persönlich einzuschalten und Gespräche zwischen Bahn, Dinslakens Stadtspitze und der Hellmich Unternehmensgruppe auf höchster Ebene in seinem Ministerium zu organisieren: Um „die berühmte Kuh in Sachen Bahnhofsfahrstuhl vom Eis zu bringen“.

Heute ist es nun so weit:
Ab 10.30 Uhr wird in Düsseldorf Klartext gesprochen. Nach der dritten Verschiebung des Fahrstuhleinbaus am Dinslakener Bahnhof (laut Bahn „nun frühestens 2016“) und den darauf massiv einsetzenden Protesten der Bevölkerung und vieler überparteilicher Institutionen (u.a. Seniorenvertretung), konnten wenigstens die Treppenhelfer per Ratsbeschluss weiter finanziert werden.

Bei den NA-Recherchen kam nebenbei auch heraus, dass der Durchfahrt-Bahnhof Dinslaken – von der Stadtverwaltung unbemerkt – schon vor Jahresfrist auf die Bf-Kategorie 5 (es gibt bis runter zum nackten Gleis auf grüner Wiese nur ganze 7 Kat.) zurückgestuft worden war. Und für Kategorie 5 ist ein Fahrstuhl zum Gleis nicht unbedingt vorgesehen.

In einem NA-Interview hatte der Dinslakener Bauunternehmer Walter Hellmich, auf die Situation am Bahnhof persönlich angesprochen, erklärt: „Das geht gar nicht!“. Und spontan versprochen, bis zum Einbau des Gleis-Fahrstuhls durch die Bahn einen Treppenlift als Übergangslösung auf seine Kosten zur Verfügung zu stellen !

Beim heutigen Düsseldorfer Bahnlift-Gipfel beraten nun, wie er ebenfalls in dieser Zeitung unseren Lesern versprochen hat, Minister Groschek, Din-Bürgermeister Heidinger, sein Baudezernent Palotz und Junior Marc Hellmich mit DB-NRW-„Konzernbevollmächtigten“ Rainer Latsch samt Mitarbeiter die Übergangslösung Treppenlift – und mehr.

Grund für das „Mehr“ ist die sich rein wirtschaftlich sehende Bahn AG, die viele immer noch als Ex-Staatsunternehmen den Fahrgästen verpflichtet sehen: Neben grotesken Lift-Verschiebungen – in der „Planungstiefe entdeckter Zwang“ zu Dachabriss und Strecken-Stilllegung beim Einbau (nach von der Bahn neu gemauerter Wand hinterm Ex-Lokal passen Neu-Lift-Teile nicht mehr durch die Bahnhofshalle) – und nach Kostenbeteiligung durch Land (via VRR) und Stadt gipfelt das Bahn-Denken im Verkauf des verwahrlosten Gebäudes an: die Stadt !

Für Bahn AG und Tochterfirmen ist in dieser Kategorie nur der Haltepunkt selbst interessant. Firmenrechtlich abgetrennt dann davon das „unnütze Gebäude“ davor, wenn damit (etwa trotz Vermietung von Presseshop, Gemischtwarenladen aus Ticket & Imbiß oder gar der aufgestellten Ticketautomaten!) unterm Strich kein Bahn-Gewinn zu machen ist. Der jährlich in Höhe von Hunderten Mios dem Bundeshaushalt zuzufließen hat.

Da die Bahn auch dieses für sie unnütze Bf-Gebäude ersichtlich loswerden möchte, wäre es auch zum symbolischem Preis erhältlich, aber: siehe oben.
Kenner befürchten nun dennoch ein „Junktim“ der Bahn zwischen überfälligem Not-Treppenfahrstuhl-Einbau und künftigen Gebäudekauf-Verhandlungen. Und, dass die Bahn erneut Unsummen fordert – wie bei der Bezuschussung des Lifts von der Stadt trotz leerer Kassen längst zugesichert oder per großzügiger Aktion Hellmichs gar geschenkt erhält. Hier werden aus Sicht mancher Politiker Geldflüsse an die Bahn AG zur trickreichen Umverteilung von Steuergeldern des Landes und der Stadt – über die Bahn an den Bund. Kompliziertes Thema für einen Aschermittwoch-Gipfel (Text: Caro Dai).
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