Mördersuche im Nordstadtghetto: Markus Niebios‘ Krimi „Wer zuletzt stirbt, lebt am längsten“ spielt in Dortmund

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Markus Niebios hat den Roman "Wer zuletzt stirbt, lebt am längsten" geschrieben, der in der Dortmunder Nordstadt spielt. (Foto: KBV-Verlag)
 
(Foto: KBV-Verlag)
Dortmund: Nordstadt | Mit „Kopflos im Kofferraum“ erschien der erste Krimi um Borg und Romanow. Jetzt hat Autor Markus Niebios nachgelegt und mit „Wer zuletzt stirbt, lebt am längsten“ seine beiden Helden erneut auf Mördersuche in Dortmund geschickt, unter anderem in der Nordstadt.

Ein Klient bittet Borg und Romanow von der Detektei „Mystica“, eine Zigeunerin zu finden, die ihn angeblich verflucht hat. Eigentlich ein einfacher Auftrag, wenn nicht Romanow spurlos verschwinden und die Leiche der Zigeunerin in der Detektei auftauchen würde. Auf der Suche nach dem Mörder verschlägt es Borg in die Nordstadt direkt zu weiteren Leichen.

„Ein Detektiv, der vor Unscheinbarkeit fast unsichtbar erscheint. Da bietet sich als Gegenpol ein ehemaliger Illusionist und Showhypnotiseur geradezu an“, beschreibt Niebios seine beiden Charaktere. Der Roman wartet passend zu den Hauptfiguren mit zahlreichen skurrilen Szenen und schrägem Humor auf. Ob nun eine Psychologin auftaucht, die die Arbeit einer Domina ausübt (oder umgekehrt) oder ein finnischer Wirt, der von Ents, Tolkiens wortkargen Fantasiewesen, abzustammen scheint. Der Hund einer Nachbarin wird genauso in Mitleidenschaft gezogen wie das Handy einer Heranwachsenden in Zoo (Elefanten sind bei ihrem Futter nicht wählerisch). Borg philosophiert über die Tauglichkeit des Helene-Fischer-Liedes „Atemlos durch die Nacht“ für Seniorenheime und liefert sich mit einem Exkollegen einen Kleinkrieg. Nichtsdestotrotz ist er aber auch spannend zu lesen. Der Leser muss seine kleinen grauen Zellen anstrengen, um Borgs Ermittlungen zu folgen, und fiebert bis zum Schluss mit, wer überlebt – und wer nicht.

Ein Großteil des Buches spielt in der Nordstadt. „Die Nordstadt ist ein Mikrokosmos, auf den man sich einlassen muss, um die Vorteile schätzen zu lernen. Auf der Suche nach Schauplätzen, Menschen und Stimmungen brauchte ich auf jeden Fall keinen Schutzanzug. Ich konnte mich ohne Probleme durch diese in Teilen befremdliche, auf jeden Fall aber lebensfreundliche Umgebung treiben lassen“, beschreibt der gebürtige Dortmunder Niebios seine Einstellung zur Nordstadt. Sorgen machte er sich bei seinen Recherchen vor Ort nicht: „Ich für meinen Teil fühle mich in der angeblichen No-go-Area Nordstadt sicherer als in einem Ortsteil, wo Nazis die Nachbarn wegen sozialem Engagement wegmobben. Meiner Meinung nach birgt die Nordstadt mehr Chancen als Risiken und ein geballtes Potential dieser besonderen Mentalität, die das Ruhrgebiet ausmacht. Wenn man die Probleme dort in den Griff bekäme, entstünde wahrscheinlich ein Szeneviertel mit ganz eigenem Flair.“

Das Buch ist nichts für „Zartbesaitete“. Man sollte sich als Leser nicht darauf verlassen, dass jede der eingeführten Personen am Ende des Buches auch noch unter den Lebenden weilt; trotzdem sind die Schilderungen aber nicht brutal. Fans der Charaktere können sich aber freuen: Ein weiterer Roman ist bereits in Planung. „Ich arbeite gerade am dritten Teil der Serie. Hinterher stellt sich ja meistens heraus, dass alles anders war als gedacht, aber für den Anfang sieht es so aus, als ob Borg und Romanov im eigenen Leichenwagen zu einer Beerdigung müssen. Einer von beiden liegend“, verrät Niebios. Man darf gespannt sein…

Markus Niebios, „Wer zuletzt stirbt, lebt am längsten“, KBV-Verlag, 10,95 Euro, ISBN-13: 978-3954413621
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