ROCK AROUND THE PRETTY THINGS

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Sänger Phil May im Turock. (Foto: Carl van der Walle)
 
(Foto: Carl van der Walle)
Dortmund/Essen - Die schwarze Krawatte baumelte am Ende wie immer nur noch wildverschlungen um den Hals. Der Knoten war einfach geplatzt. Nicht erst am Ende, sondern schon schon sehr früh. Phil Mays Chaos-Krawatte ist sichtbares Zeichen dafür, dass es mal wieder ein wildes Konzert war. Diesmal im Essener Turock am 11.11.2015. Phil May, der Sänger der The Pretty Things ist zwar mittlerweile schon um die 70 Jahre alt, doch um keinen Deut ruhiger als noch vor über 50 Jahren. Schon damals in den 1960er Jahren galt die Band als wildeste in der Musikszene des Swinging London.

Mit dabei war auch WTSMG-Fotograf Carl van der Walle, der die Pretty Things schon damals erlebte. Zuletzt war er beim Auftritt beim Burg Herzberg Hippie-Festival mit dabei, ganz vorne mit der Kamera. So auch am 11.11. im Turock, laut Walle "ein richtiger, kleiner Rockschuppen im Ruhrgebiet."

Klar, dass auch Erinnerungen hochkommen."Häufig haben Mütter ihren Töchtern einen Konzertbesuch der Pretty Things verboten, so gefährlich, wild und anrüchig war damals der Ruf der Musiker. Sie galt zu der Zeit als die gefährlichste Band", erinnert sich Fotograf und WTSMG-Mitarbeiter Carl van der Walle, der für WTSMG etliche Fotos im Turock gemacht hat, die Kamera immer im Anschlag, direkt vor Taylor und May, die wie immer Alles gaben. Gute zwei Stunden lang.

Mit "LSD" oder "Don't Bring Me Down" landeten die "hübschen Dinge" damals in den 60er Jahren Charterfolge in Großbritannien. "Einer der Höhepunkte im Turock war die 15 Minuten lange Version von LSD, einer ihrer größten Hits", sagt Walle. "Mit fantastischen Gitarrenparts von Dick Taylor." Taylor, ebenfalls um die 70 Jahre alt, spielte früher in den 60er Jahren mit Brian Jones, Keith Richards und Mick Jagger, heute The Rolling Stones, zusammen in einer Band.

Auch von Songs wie "The Same Sun" vom 2015 erschienen Album The Sweet Pretty Things (Are In Bed Now, Of Course) war WTSMG-Mitarbeiter Carl van der Walle sehr angetan. "Das geht wieder in die Richtung der alten Hits wie Midnight To Six Man, findet der Dortmunder Fotograf. "Bei Songs wie Midnight To Six Man sind früher alle ausgerastet. Da ging die Post ab."

Typisch für die Pretty-Things-Konzerte sind auch Konzertabschnitte mit ausgedehnten Rhythm 'n' Blues Abschnitten. "Raining In My Heart" ist so eine bluesige Nummer.
Leider spielen The Pretty Things Songs wie das schöne bluesige "Raining In My Heart" oder das peppige "Don't Bring Me Down" nur noch selten bei Live-Auftritten.

Dick Taylor und Phil May sind die letzten beiden verbliebenen Musiker der ursprünglichen Formation. Zu Dick Taylor verbindet Carl Walle eine freundschaftliche Beziehung. Besucht hat er den Gitarristen bereits auch schon in seiner Heimat, in England auf der Isle of Wight.

Die beiden Gründungsmitglieder touren mit ihrer Band noch sehr ausgedehnt. Seit Anfang des Jahres tourt die Gruppe durch Europa. Noch bis Ende Dezember sind sie in Deutschland, Frankrich, Niederland und England unterwegs.

In Dortmund treten die The Pretty Things übrigens leider nicht auf, dafür hing ein Foto bei der großen "Rock Around The Wall" - Ausstellung (10.10. - 31.10.2015), organisiert von Carl van der Walle und Thilo Kortmann, im alten Museum am Ostwall an der Wand. Es zeigt ihren diesjährigen Auftritt beim Burg-Herzberg-Hippie-Festival.

Weitere Infos unter What's The Story Morning Glory? Kortmanns Online-Zeitung



Fotos (4) Carl van der Walle: The Pretty Things am 11.11. 2015 im Essener Turock.
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