„Berührungsfreie“ Jazzmusik: Die Brackelerin Gilda Razani spielt das Theremin

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Gilda Razani spielt das klangerzeugende Theremin. (Foto: Tania Reinicke/StandOut.de)
 
(Foto: Tania Reinicke/StandOut.de)
Dortmund: Brackel |

Unter allem Jazzmusikern nimmt die Dortmunderin Gilda Razani eine herausragende Stellung ein: Sie ist eine der wenigen Musikerinnen in Deutschland, die das Theremin bedienen können. Ein Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird!

Erst seit etwa einem Jahr spielt Gilda Razani das Theremin auf Konzerten. „Das Erlernen des Instruments dauert sehr lange. Ich wollte ganz sicher sein, dass ich es richtig spielen kann“, erklärt sie. Die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers beeinflusst ein elektromagnetisches Feld. Dabei bewirkt die Position der Hände gegenüber zwei Elektroden, die als Antennen fungieren, die Stärke der Veränderung. Die sich ändernde Schwingung des Feldes wird verstärkt und als Ton über einen Lautsprecher ausgegeben. „Die Töne entstehen in der Luft“, erklärt Razani. „Ich darf dabei nicht wackeln.“

Aura des Magischen und Einzigartigen

„Die Erzeugung von Tönen aus der Luft gibt dem Instrument die Aura des Magischen und Einzigartigen, die das Publikum begeistert“, erklärt Gilda Razani. „Das Theremin ist ein sehr schwer zu erlernendes Instrument,da man für das Spiel eine außergewöhnlich sensible Körperbeherrschung benötigt“, beschreibt die Künstlerin. Die mittlerweile verstorbene Musikerin Barbara Buchholz trat 2009 beim „Supertalent“ als Theremin-Spielerin auf. Sie erreichte das Halbfinale.
Die Musik wurde Gilda Razani quasi in die Wiege gelegt. Sie stammt aus einem sehr musikalischen Elternhaus. „Meine Eltern, die beide aus dem Iran kommen, haben immer schon Musik gemacht“, erzählt die Brackelerin. Nach der Schule hat Gilda Razani Saxophon an der Musikhochschule Detmold mit dem Abschluss „künstlerische Reifeprüfung“ studiert. Sie spielte im Landesjugendjazzorchester und führte mit und von Karl-Heinz Stockhausen das Werk „Sternenklang“ auf. Gilda Razani spielt aber nicht auf allen Konzerten das Theremin. Auch das Saxophon kommt regelmäßig zum Einsatz.

Seit einigen Jahren wohnt Gilda Razani in Brackel. „Hier in Brackel kann ich in meinem Zuhause ungestört üben und komponieren.“ Auch als Musikproduzentin ist sie tätig. „Ich helfe beispielsweise Leuten, die einen kleinen Film musikalisch unterlegt haben möchten“, sagt sie. Von der Musik kann sie leben, auch wenn es immer Aufs und Abs gibt.
Die Dortmunderin ist aber nicht nur solo unterwegs. Mit „Sub.vision“ tourte sie durch Italien, Polen Holland, Litauen und Estland und spielte auf vielen Festivals, unter anderem auf den Leverkusener Jazztagen. „Im Oktober erscheint ein neues Album“, verrät sie. Seit 2012 existiert die Duo-Besetzung „Sub.vision 2“ mit Gilda Razani und Hans Wanning.

Film mit Gilda Razani bald im Kino zu sehen

Mit ihrer Frauenband „Hikary“ ging sie schon mehrer Male in Italien auf Tournee. So spielten sie in Modena auf dem ersten europäischen Frauenjazzfestival und in Frascati bei „Donne in Musical“. Die fünf Musikerinnen der Band kommen aus fünf verschiedenen Ländern.
Als Mitglied der Gruppe „The Dorf“ unter Leitung von Jan Klare spielte sie unter anderem auf dem Jazzfestival Moers(2011 und 2012), dem Jazzfestival Groningen und in Brüssel auf dem Klarafestival. Ein Film über die 30-köpfige Gruppe kommt am 21. Februar ins Kino.

Weitere Informationen über Gilda Razani gibt es auf ihrer Homepage.
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