Wickede-West: Linke & Piraten lehnen Bebauungsplan aus Umweltschutzgründen ab

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Bezirksvertreter Dr. Gerhard Sickert
Dortmund: Wickeder Holz |

Bereits seit 2002 gibt es Pläne für eine Bebauung des Wickeder Westens. „Und seit Anfang an waren wir dagegen“, kommentiert Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Rat der Stadt Dortmund. Diese Meinung habe sich nicht geändert, auch wenn die Stadt Dortmund nun die Pläne für den Bau von 150 Wohneinheiten im Nordwesten des Stadtteils Wickede – aktuell wieder ins Gespräch gebracht habe.

Das Wohngebiet soll mit rund 150 Wohneinheiten im Nordwesten des Stadtteils – am Ende der Eichwaldstraße – auf einer städtischen Fläche errichtet werden. Neben Ein- und Zweifamilienhäusern für etwa 50 Menschen ist auch Geschosswohnungsbau vorgesehen.

Die Bezirksvertretung Brackel wird am 3. März über das neue Wohngebiet beraten; und am 9. März soll der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen die Aufstellung des Bebauungsplanes beschließen. Von den Linken & Piraten im Rat wird es keine Zustimmung geben.

„Selbstverständlich sind wir für die Schaffung neuen Wohnraums. Wir wissen, wie hoch die Nachfrage in Dortmund ist“, sagt auch der linke Bezirksvertreter Dr. Gerhard Sickert. Doch eine Zustimmung für neuen Wohnraum gebe es nicht zu jedem Preis. Einer Bebauung am Ende der Eichwaldstraße könne er unmöglich zustimmen – zu drastisch sei der geplante Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet, in dem sich Teile des Plangebietes befinden.

„Aus Naturschutz- und Umweltschutzgründen sage ich Nein“, so Dr. Gerhard Sickert. Selbst der Entwurf für den neuen Landschaftsplan der Stadt Dortmund empfehle, dieses Schutzgebiet wegen seiner Bedeutung für die Erholung und das Klima zu erhalten. Auch Feldgehölze und die wertvollen Böden gelten als erhaltenswert.

Zudem stehe gerade in diesem Bereich das Grundwasser sehr hoch, ergänzt Utz Kowalewski. Neubürger, aber auch Alteingesessene, müssten nach einer Bebauung immer damit rechnen, dass ihr Haus bei einem Starkregenereignis nasse Füße bekomme.

Ein Hohn seien die städtischen Planungen aber gerade vor dem Hintergrund des „unzerschnittenen verkehrsarmen Raums“, der im Landschaftsplan-Entwurf beschrieben werde, so Utz Kowalewski. „Ich befürchte, dass vielen der potenziellen Kaufinteressenten gar nicht klar ist, dass vor ihrer Haustür die künftige OWIIIA entlang führen soll.“

Umzustimmen sind die Linken & Piraten auch nicht durch die 25-Prozent-Regelung, die im Bebauungsplans Br 196 endlich wieder einmal eingehalten werden soll. Diese schreibt in jedem neuen Wohngebiet ein Viertel sozial geförderten Wohnungsbau vor, wurde aber schon mehrfach – wie etwa in Hohenbuschei – zum Ärger von Linken & Piraten nicht eingehalten. „Dass die Wickeder SPD ausgerechnet dieses vorgeschriebene 25-Prozent-Kriterium anführt, um das Projekt abzulehnen, sei schon sehr befremdlich“, so Kowalewski.
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