„Ihr haltet die Gesellschaft zusammen“: Jimmy Hartwig traf Ehrenamtler bei den Sportfreunden Brackel

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Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig war bei den Sportfreunden Brackel zu Gast. (Foto: Schmitz)
 
Die jungen Ehrenamtler hatten viel Spaß mit Jimmy Hartwig. (Foto: Schmitz)
Dortmund: SF Brackel 61 |

Prominenter Besuch bei den Sportfreunden Brackel: Der Verein hatte den ehemaligen Fußball-Profi Jimmy Hartwig eingeladen, um den vielen Ehrenamtlern eine Erlebnis- und Motivationsveranstaltung zu bieten.

Bei einem gemütlichen Pizzaessen im Vereinsheim am Brauksweg konnten die Ehrenamtler in lockerer Runde mit Jimmy Hartwig plaudern und sich Tipps fürs Ehrenamt holen. Dem 62-Jährigen ist das Thema Integration und Vielfalt sehr wichtig. In seiner Jugend und während seiner aktiven Zeit als Fußballer wurde er öfter mit rassistischen Schimpfworten bedacht oder ihm wurden Bananen zugeworfen.
Vor gut einem Jahr startete das Projekt „Junges Ehrenamt“ des Fußballkreises Dortmund bei den SF. Die Sportfreunde starteten mit Projektplaner und Vorstandsbevollmächtigtem Hans Walter von Oppenkowski zudem das Projekt „Anpfiff zur Vielfalt & Integration“. Zu Beginn der Saison hatte der Verein 176 Mitglieder im Alter von zwei bis 18 Jahren. „Jetzt sind es 293 junge Mitglieder“, sag von Oppenkowski. Das Vielfalts- und Integrationsprojekt der SF richtet sich ausdrücklich nicht nur an Flüchtlinge, „sondern an alle, die durch die Zentrifugalkräfte an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden“, erklärt von Oppenkowski. Vor allem im schulischen Bereich bietet der Verein Unterstützung an, aber auch bei Bewerbungsschreiben und Ähnlichem. Ehrenamtler würden dabei helfen, Jugendliche vom Smartphone weg- und zum Fußballspielen hinzulocken, sagt Mike Dominik Kollenda, 2. Vorsitzender des Vereins.
„Das Ehrenamt produziert den Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“, meinte Hans Walter von Oppenkowski. Jimmy Hartwig stimmt ihm zu und bekräftigt: „Ohne euch Ehrenamtler würde alles zusammenbrechen.“ Sie seien für die Gesellschaft wichtig, da sie sich unter anderem um ältere Menschen oder Kinder kümmerten. Für sein Engagement lobt er den Verein sehr.
Als Integrationsbotschafter des DFB ist Hartwig sehr aktiv. Er versucht es selber vorzuleben. „Ich kann nicht sagen ‚macht was‘ und selber nichts machen.“. Hartwig ist gerne in Dortmund zu Besuch und trifft Mitglieder des BVB. „Ich komme mit Zorc, Weidenfeller und den anderen gut klar“, sagt er.
Die jungen Ehrenamtler des Vereins freuen sich über den Besuch und unterhalten sich mit Hartwig über Ehrenamt und Integration. „Welche Mängel siehst Du in Deutschland?“, fragt etwa ein Ehrenamtler. Hartwig antwortet, dass er unter anderem findet, dass Asylsuchende sich angemessen benehmen sollten. Wer sich engagiere und zum Beispiel schnell Deutsch lerne, dürfe aber nicht einfach abgeschoben werden.
Hartwig findet, dass junge Leute die Macht hätten, etwas zu verändern. Zivilcourage sei wichtig, auch wenn sie manchmal weh tue. „Glaubt an euch, an eure Stärken, vergesst aber auch eure Schwächen nicht. Das Schlimmste im Land ist die schweigende Mehrheit.“
Was er machen würde, wenn er Bundeskanzler wäre, fragt ein anderes SF-Mitglied. „Ich würde das Bildungssystem verändern und kleinere Klassen einführen, die Hälfte Schüler mit, die andere Hälfte ohne Migrationshintergrund.“

Am Samstag, 17. Juni, laden die Sportfreunde zu einem Spiel- & Sportfest der Vielfalt für Grundschulen auf ihren Platz am Brauksweg 15 ein. Beginn ist um 11 Uhr.
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