Schuldenatlas: SPD über soziale Lage in Marten beunruhigt

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In der vergangenen Woche veröffentlichte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform den Schuldenatlas Deutschland. Dortmund schneidet dabei besonders schlecht ab. Neben der Nordstadt und Hörde ist vor allem Marten von einer hohen Verschuldungsquote betroffen. Das bereitet dem SPD-Ortsverein Marten-Oespel große Sorgen.

Die Verschuldungsquote für den Postleitzahlbezirk 44379 liegt bei 18,61% und damit mehr als 4% über dem Dortmunder Mittelwert. „Rechnet man Kirchlinde raus, dürfte die Zahl der verschuldeten Menschen in Marten weitaus höher liegen und die Quote von Hörde übersteigen“, rechnet der Ortsvereinsvorsitzende Martin Schmitz vor. Das sei ein sehr relevanter Armutsfaktor. Man müsse damit rechnen, dass der Niedergang des Stadtteils weiter voran schreiten wird. „Das müssen wir endlich stoppen.“

Den Grund für die hohe Quote sieht Schmitz im hohen Anteil an SGBII-Empfängern und Aufstockern in Marten: „Wer kein Geld hat, einen kaputten Fernseher auszutauschen oder seine Stromnachzahlung zu zahlen, verschuldet sich schnell.“

Schmitz zeigt sich verärgert: „Wir haben 2007 einen ambitionierten Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund erstellt. Bis heute hat dieser aber kaum Wirkung gezeigt, vor allem nicht in der Entwicklung vor Ort in Marten. Es ist alles irgendwie eingeschlafen.“

Marten werde immer unattraktiver. Die größten Probleme seien Verschmutzung und der Verfall des Ortskerns. Wer durch Marten gehe, sehe die Armut im Stadtbild. Auch das gemeinschaftliche Zusammengehörigkeitsgefühl sinke: „Die Leute identifizieren sich immer weniger mit Marten und trauern den guten Zeiten hinterher. Das ist fatal.“

Das Ende von MaVoFe passe da hinein. Es gebe immer weniger Menschen, die sich für den Stadtteil engagieren, doch dies sei für einen attraktiven Ort, in dem man sich zu Hause fühlt, sehr wichtig. „Ich glaube nicht, dass wir es mit den wenigen verbliebenen Multiplikatoren schaffen, das gesellschaftliche Engagement zu steigern. Wir brauchen da Hilfe von Seiten der Stadt, etwa durch professionelles Quartiersmanagement. Dieses muss dafür werben, dass sich mehr Bürgerinnen und Bürger für die Interessen und die Gemeinschaft in Marten einbringen.“

Aber auch die Politik in Berlin nimmt Schmitz in die Verantwortung: „Der Bund muss mehr finanzielle Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung stellen. Gerade in strukturschwachen Regionen wie dem Ruhrgebiet brauchen die Menschen mehr Hilfe von den Agenturen für Arbeit, um fit für den Arbeitsmarkt zu bleiben. Arbeitslose lediglich aufzufordern, mehr Bewerbungen zu schreiben, ist für mich kein Fördern.“
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