Ausbildungspaten gesucht

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Susanne Franke und Ekkehard Arnold in der Tischler-Lehrwerkstatt auf dem Handwerks-Campus am Georg-Schulhoff-Platz. Die Tischler-Ausbildung ist eines der Projekte von Don Bosco Mondo.

„Bei uns zählt nicht wo man herkommt. Sondern wo man hin will.“ heißt es in einem Spruch der mittlerweile zahlreichen Anzeigenmotive der Imagekampagne des Handwerks. Eine qualifizierte berufliche Bildung ist der Schlüssel für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg, unabhängig von der Herkunft. Aber nicht überall auf der Welt haben junge Menschen überhaupt Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung. Die Stiftung „Von Werkstatt zu Werkstatt“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bildungschancen von armen und benachteiligten Jugendlichen weltweit zu fördern.

Die Initiative von Handwerk und Mittelstand aus dem Bereich der Handwerkskammer Dortmund arbeitet weltweit mit erfahrenen Bildungsexperten zusammen und unterstützt Bildungseinrichtungen und -projekte von Bosnien bis Samoa. In Medellin, Kolumbien, möchte sie nun zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo e.V. ein Ausbildungszentrum unterstützen, das in Kfz-Mechanik, Drucktechnik, Holz-, Textil- und Metallverarbeitung mit Elementen des dualen Systems ausbildet. Hierfür werden weitere Ausbildungspaten gesucht. Ich sprach mit Dr. Susanne Franke von Don Bosco Mondo über das Projekt.

Frau Franke, nicht jeder kennt Don Bosco Mondo. Stellen Sie uns doch bitte kurz die Organisation und ihre Ziele vor.
Susanne Franke: Don Bosco Mondo wurde 1980 gegründet und ist eine international tätige Nicht-Regierungsorganisation für Entwicklungszusammenarbeit. Über konfessionelle und weltanschauliche Grenzen hinweg unterstützt der Verein weltweit benachteiligte Kinder und Jugendliche. Durch schulische und berufliche Bildung bekommen sie die Chance ein eigenständiges Leben zu führen. Partner vor Ort in 132 Ländern sind dabei die Don Bosco Schwestern und die Salesianer Don Boscos. Am 18. Dezember 1859 gründeten Don Bosco und 17 Mitarbeiter die Kongregation, welche heute rund 16.000 Mitglieder umfasst. Damit sind die Salesianer die zweitgrößte männliche katholische Ordensgemeinschaft der Welt.

Das heißt also, der Orden der Salesianer kann auf mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Jugendbildung zurückblicken?
Susanne Franke: Don Bosco stammte ursprünglich aus ärmsten, bäuerlichen Verhältnissen: Als Giovanni Bosco am 16. August 1815 in einem kleinen Ort bei Turin geboren, wurde er bereits mit zwei Jahren Halbwaise. Seine Mutter Margareta musste alleine drei Söhne ernähren, erzog sie im christlichen Glauben. So lernt Giovanni schon als kleiner Junge, auf Gott zu vertrauen und in ihm wächst der Wunsch, Priester zu werden. Er geht als Priester nach Turin, lernt die Schattenseiten der Industrialisierung kennen: Viele Jugendliche leben auf der Straße, kommen ohne Arbeit auf Abwege, landen im Gefängnis. Don Bosco holt die Kinder von der Straße, gibt ihnen Schulunterricht und gründet bereits erste Lehrwerkstätten. 1859 ruft er mit seinen besten Mitarbeitern die „Gesellschaft des Heiligen Franz von Sales“ ins Leben – die Salesianer Don Boscos waren geboren. Sie setzen sich heute weltweit für Kinder und Jugendliche ein.

Sie suchen nun Unterstützung für das Ausbildungszentrum in Medellin. Wie kann man helfen?
Susanne Franke: In Kolumbien leben viele Kinder auf der Straße. Die Salesianer geben den Kindern ein Zuhause, bilden sie in handwerklichen Berufen aus und geben den Jugendlichen so eine Lebensperspektive. Leider haben sie durch eine Gesetzesumstellung in Kolumbien weite Teile der staatlichen Förderung verloren. Wir suchen daher Ausbildungspaten für junge Handwerker. Mit 99 Euro im Monat oder 1.320 Euro für ein Ausbildungsjahr kann man einem jungen Menschen aus ärmsten Schichten den Weg in eine solide Existenz ebnen. Deutsche Handwerker, die eine duale Berufsausbildung haben, wissen, was es heißt, mit seiner eigenen Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir bieten die Möglichkeit, junge Menschen gezielt mit einer Berufsausbildung zu unterstützen. Interessant ist das auch für Innungen, die gemeinsam größere Gruppen unterstützen wollen. Wir garantieren, dass die Unterstützung sinnvoll für Ausbildung genutzt wird. Für unsere Transparenz sind wir ausgezeichnet worden und als vertrauenswürdige Spendenorganisation zertifiziert (dzi).

Welche Benefits haben die Unternehmen davon?
Susanne Franke: Zum einem wird bei kommunalen oder staatlichen Ausschreibungen auch ein Nachweis über das soziale Engagement von Unternehmen gefordert. Die Ausbildungspatenschaft wird hier voll anerkannt. Zum anderen platziert die Schule in Kolumbien auf Wunsch der Innung beziehungsweise des Unternehmens das Logo auf der Website – bei Unterstützung einer ganzen Ausbildungsgruppe gilt das auch für den Bereich Unternehmenskooperation bei Don Bosco Mondo. Umgekehrt können Unternehmen und die Innung auf ihrer Website mit Name und Logo der „Ciudad Don Bosco“ über ihr Engagement als Ausbildungspaten informieren. Zum Ende der Ausbildung bekommt jeder Pate einen Bericht über die Erfolge der Ausbildungsgruppe und ein Foto. Deshalb eigenen sich die Patenschaften auch als Weihnachtsgeschenke für Kunden, die damit in das Engagement des Unternehmens einbezogen werden. Gerne stellen wir Texte und Fotos für die Mitarbeiter- und Kundenkommunikation zur Verfügung. Ebenso bietet sich für ein Firmenjubiläum eine einmalige Anlassspende an. Schließlich unterstützen Sie als Handwerker junge Menschen in Ihrer Branche. Darüber hinaus ist natürlich jede Spende willkommen.

Der Betriebsberater Ekkehard Arnold hat angeboten, das Projekt „Ausbildungspate“ auf Innungsveranstaltungen vorzustellen. Wer als Betrieb Interesse an einer Ausbildungspatenschaft oder Fragen hat, kann sich telefonisch oder per E-Mail an ihn wenden unter: 0211-8795 329, ekkehard.arnold@hwk-duesseldorf.de.

Fragen beantwortet auch Frau Dr. Susanne Franke unter s.franke@don-bosco-mondo.de.

Weitere Infos auch unter: www.stiftung-von-werkstatt.de und
http://www.don-bosco-mondo.de/unternehmenskooperation/
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