Ein Garten für die Sinne: Die Außenanlagen des Gerricusstifts werden neu gestaltet

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Remy Reuter (Leiter des Gerricusstifts), Harald Blank (Landschaftsarchitekt) und Michael Brockerhoff (Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus).
 
Landschaftsgartenbaumeister Thomas Dluzak (Vordergrund) bei der Arbeit am Gerricusstift.

Die Außenanlagen des Gerricusstifts in Düsseldorf-Gerresheim werden derzeit neu gestaltet. Die Bürgerstiftung Gerricus finanziert hier unter anderem einen Sinnesgarten für Demenzkranke mit barrierefreiem Zugang.

Die ellipsenförmige Pflasterung und der braune Mutterboden für Beete lassen das Aussehen der neuen Gartenanlage des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Düsseldorf-Gerresheim zumindest erahnen. Im Dezember sind die Bauarbeiten dann abgeschlossen.

Herzstück der Neugestaltung ist ein Sinnesgarten, der vom Frühjahr an mit duftenden Kräutern, blühenden Blumen, mit Wind-, Wasser- und Klangspielen insbesondere Menschen mit Demenzerkrankungen Anregungen und Orientierung bieten wird.

Sicherheit im Garten


Rund 80 Prozent der 103 Bewohner des Gerricusstifts sind laut des Leiters, Remy Reuter, an Demenz erkrankt. Häufig haben sie einen hohen Bewegungsdrang. „Doch leider müssen sie zurzeit oft warten, bis sie Jemand nach draußen begleiten kann“, sagt Reuter. Wenn erst der Sinnesgarten fertiggestellt ist, werden die Bewohner auch alleine den abgeschlossenen Bereich des Gartens nutzen dürfen. Ein barrierefreier Zugang, eine gute Beleuchtung und eine Rufanlage für den Notfall sorgen im Sinnesgarten für Sicherheit. Eine Nutzung durch Demenz-Tagesgruppen anderer Einrichtungen hält Remy Reuter nach Absprache an einzelnen Terminen für möglich. Erste Anfragen gibt es bereits.

An die Vergangenheit erinnern


„Wenn ein Gartenbesucher eine Rose betrachtet und ihren Duft einatmet, kann er sich möglicherweise an frühere Erlebnisse und Empfindungen erinnern“, weiß Landschaftsarchitekt Harald Blank, der mit seinen Plänen die bisherigen grünen Flächen rund um das Gerricusstift in einen abwechslungsreichen Garten verwandelt. Außerdem machten Krokusse und Tulpen beispielsweise den Frühling sichtbar, während gefärbtes Laub und Anemonen den Herbst anzeigten. „Das Zeitgefühl Demenzkranker kann sich in einem Garten besser entwickeln als in einem Zimmer“, ist Blank überzeugt.

Mehr Lebensfreude verschaffen


Neben Blumen und Bäumen, die mit ihren Farben und ihrem Duft Anregungen bieten, werden Stationen für alle Sinne, für Hören, Sehen, Riechen und Fühlen im Sinnesgarten eingerichtet: eine Vogelvolière, ein Wasserlabyrinthstein, ein Klangspiel, eine Duftorgel und ein Windspiel. Allein für diesen Teil des Gartens belaufen sich die Kosten auf knapp 59.000 Euro. Die Bürgerstiftung Gerricus, die unter anderem Projekte für Senioren im Stadtteil Gerresheim unterstützt, will diese Kosten durch Spenden finanzieren. „Vom Sinn des Gartens konnte die Bürgerstiftung Gerricus viele Spender überzeugen, sodass im Laufe der jahrelangen Planungen viele Spenden zweckgebunden eingezahlt wurden“ berichtet Michael Brockerhoff, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus. Ziel sei es, Menschen mit Demenz mehr Freude am Leben zu verschaffen. „Ein Aufenthalt im Garten ermöglicht Begegnungen und vertieft Kontakte“, so Brockerhoff weiter. Das entspreche dem Leitgedanken „Begegnungen fördern“ der Stiftung.

Darüber hinaus will die Bürgerstiftung Gerricus auch die rund 45.000 Euro teure Neugestaltung des Vorplatzes des Gerricusstifts durch Spenden finanzieren. Unterstützt durch Landschaftsarchitekt Blank, der das Entree des Pflege- und Altenheims als „Visitenkarte des Hauses“ bezeichnet, soll der Eingangsbereich zu einer Art Terrasse mit einem neuen Bodenbelag, Sitzgelegenheiten, Sonnenschirmen und einem Wasserspiel hergerichtet werden. „Wir gehen hier auf die Vorlieben der Bewohnerinnen und Bewohner ein, denn vor dem Haupteingang sitzen sie oft, um die Sonne zu genießen und den Alltagsbetrieb mitzubekommen“, weiß Michael Brockerhoff. Ein ansprechender Vorplatz des Hauses trage schließlich auch zum Wohlbefinden bei.

Sowohl der Sinnesgarten als auch der Vorplatz sind Bestandteil der gesamten Grünanlagen rund um das Pflege- und Altenheim, die von Harald Blank nach einem durchgängigen Konzept angelegt wurden (Gesamtkosten: rund 233.000 Euro). Im westlichen Teil des Gartens wird es einen dritten Anlaufpunkt geben: eine Sitzgruppe im Halbrund mit Bäumen und Pflanzen, der sogenannte „Ruheplatz“. Bewohner, Pflegepersonal und Angehörige freuen sich jedenfalls darauf, den neu gestalteten Garten bald nutzen zu können.
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 12.11.2016 | 09:37  
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