Gesichter unserer Stadt: Clown Donk erzählt

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„Ich bin heute da, wo ich damals hinwollte“, sagt Kalle Pechtloff. Vor 20 Jahren hat er sich dazu entschieden, als Clown Donk große und kleine Menschen zum Staunen und Lachen zu bringen.

Es ist ein heißer Tag. Clown Donk steht in der Altstadt. Auf der Nase eine dicke, rote Kugel. Auf dem Kopf ein Küchensieb mit Taucherbrille und Blümchen verziert. „Den Hut habe ich seit Jahren. Das ist er, mein Hut“, sagt er dazu.

Clown Donk, der ohne dicke, rote Nase und Küchensieb auf dem Kopf Kalle Pechtloff heißt, ist nun auch seit fast 20 Jahren in der Altstadt unterwegs. Zwar wohnt er nicht in der Landeshauptstadt, aber sein Gesicht gehört zu ihr.

Meistens ist er am Wochenende spätnachmittags bis abends unterwegs, sonntags auch oft ab 15 Uhr an der Treppe. Das ist nur in den Sommermonaten so. Im Winter arbeitet der Mann, der bis zu seinem 30. Lebensjahr als Dachdecker tätig war, auf dem Bau, als Maurer oder Tellerwäscher. Aber jetzt ist Sommer, die Altstadt ist gefüllt. „Schön ist, wenn sonntags die Familien kommen“, sagt der Straßenkünstler. Mit den Junggesellenabschieden, die seit einigen Jahren abends die Altstadt überschwemmen, hat er sich noch nicht richtig anfreunden können.

Für ihn ist es wichtig, die Menschen zum Lachen zu bringen. „Manche können das gar nicht mehr“, hat er festgestellt. Er arbeitet nicht mit Worten, sondern nur mit seiner Gestik, Mimik und wenigen Utensilien. „Wichtig ist es, die Würde nicht zu beleidigen“, sagt er. Auf die Straße geht er auch, damit Leute auf ihn aufmerksam werden. Schon einige haben ihn für private Festivatäten von der Straße weg engagiert. Inzwischen hat Clown Donk in der Altstadt viele Freunde, in der einen Gaststätte zieht er sich um, in der anderern trifft er seinen größten Fan. Es gebe nur wenige Menschen, die ihm als Clown nicht wohlgesonnen sind. Das ist etwas, was er nicht versteht. „Leben und leben lassen“, ist seine Devise, die gelte für alle Besucher der Stadt wie auch für andere Straßenkünstler.

„Aber es gibt noch viele, die meine Arbeit mögen“, sagt er. Auch seine Freundin. Die hat er in der Altstadt kennen gelernt. Er sah sie, hat sie zum Kaffee eingeladen und es hat gefunkt. Eine Frau kommt vorbei. Sie winkt. Er sagt: „Auch ein Fan von mir.“ Sie lacht und sagt: „Stimmt.“ Für Clown Donk ist auch diese kleine Geste eine große Bestätigung seines Tuns. Und dann sagt er einfach nur noch: „Ich fühle mich reich, weil ich diesen Beruf ausüben kann. Wenn ich Menschen zum Lachen bringe, macht mich das glücklich.“

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