Jacques Tillys Brexit-Wagen zieht durch London

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Peter French und Jacques Tilly Foto: vos

Über eine ist Woche ist es nun her, dass die bunten Karnevalswagen von Jacques Tilly durch die City zogen.

Doch während ein Großteil von ihnen bereits zerstört wurde, geht für ein Vehikel die Reise jetzt erst richtig los. Die Rede ist vom „Brexit-Wagen“, der Premierministerin Theresa May mit einer Waffe im Mund zeigt und den „Akt des Selbstmordes“ Englands durch den Brexit darstellen soll. „Der Brexit musste kommentiert werden, damit nicht nur Trump-Wagen fahren“, sagt Tilly mit einem Augenzwinkern. Das sehen die Engländer wohl ähnlich, denn kurze Zeit später kam die Anfrage, den May-Wagen zu übernehmen. Peter French, von der Organisation „United for Europe“, gestern zu Besuch in Tillys Wagenbauhalle, sieht in dem Werk das Symbol der Anti-Brexit-Bewegung.
Und er zeigt sich optimistisch, dass der Brexit noch abgewendet werden kann: „Ich glaube absolut, dass wir das gewinnen können“, betont der Mann mit dem gar nicht so britischen Namen. Ein genaues Datum der Übergabe steht jedoch noch nicht fest. Der Wagen soll mithilfe eines Lkw und einer Fähre sicher – und vor allem heil – auf die Insel gebracht werden, das muss gut geplant sein.
Doch spätestens am 25. März wird er dann in London stehen, denn dann soll er die Parade des „March of Europe“ anführen. „Das wird ein Symbol für uns alle“, ist sich French sicher. Als der Marsch im vergangenen Dezember ankündigt wurde, reagierte lediglich eine Zeitung darauf. Doch seitdem feststeht, dass der May-Wagen nach England kommt, wächst das Interesse immer weiter. Man könne mit 100 000 Teilnehmern rechnen, so French. Startpunkt soll die Parklane sein, das „Herz von London“, und dann geht es weiter quer durch die Stadt.
Zeitgleich findet vormittags am Burgplatz in Düsseldorf eine Parallel-Veranstaltung statt. Dafür werden auch nochmal zwei weitere Wagen von Tilly vorgefahren. Einmal der so genannte „Blondinen-Wagen“ (Blond ist das neue Braun) und die Raupe, die das „Blatt der Demokratie“ frisst. Dazu will Tilly eine Rede halten. In London kann er daher nicht persönlich sein. Per Videobotschaft will er sich dann an die Engländer wenden.
Pläne für ein weiteres Projekt im Sommer stehen auch schon fest. Diese Wagen, so Tilly, seien einfach „ein Türöffner, der Emotionen weckt“ und stärker sei als Forderungen oder Plakate. (Paulina Meissner)
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