Alles beim Alten

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Rheinbahn-Breichsleister Infrastruktur, Ralf Lüdekind, beim Vortrag über die Alternativen von U 75 und 715
Barrierefreiheit bei U 74 und 715 liegt in weiter Ferne



Wenn über die Stadtbahnlinien von U 75 oder 715 in Eller entschieden und dies am Applaus des Bürgers festgemacht werden müsste, so bleibt es bei der alten Regelung. Zum Vortrag mit anschließender Diskussion hatte die SPD in die Aula der Lore-Lorentz-Schule eingeladen. Gekommen sind viele, Ergebnisse jedoch waren mau.
Gut 100 interessierte Bürger sind der Einladung der SPD Eller gefolgt. Sogar Politiker aller Couleur mischten sich unter die Zuhörer. Die beachtliche Teilnahme ließ auf die Wichtigkeit des Themas schließen. Dies machte auch Ratsherr Harald Walter, der als Moderator fungierte, in seinem ersten Statement deutlich. „Diese Straßenbahnlinien haben ein absolute Wirkung auf die Menschen und ihre Umgebung“, so der Ratsherr. Auch wollte die SPD verdeutlichen: „Wir schaffen eine große Transparenz indem wir das Thema an den Bürger herantragen.“ Bevor er kurz die Geschichte der Rheinbahn in Düsseldorf streifte, wies er darauf hin, dass die Barrierefreiheit das entscheidende Thema ist. Barrierefreiheit heißt, dass alle Menschen mit oder ohne Handikap problemlos zur Bahn kommen und in diese Ein- und Aussteigen können. Zu diesem Zweck sind im gesamten Stadtgebiet Hochbahnsteige durch die Rheinbahn entstanden.
Verzicht auf Barrierefreiheit
Schwierigkeiten gibt es allerdings bei den unterschiedlich ausgelegten Hochflur-(U-Bahn) und Niederflurbahnen. Während die U-Bahn im Tunnel überall ein niveaugleiches Ein- und Aussteigen ermöglicht, so ist dies an der Oberfläche nur an den Hochbahnsteigen, die jedoch nicht überall vorhanden sind, möglich. Bei der Niederflurbahn hingegen ist der Ein- und Ausstieg für Behinderte stets gegeben. So auch auf der Strecke der U 75 und der 715 in Eller. Ob mit einer neuen Gestaltung der Haltestellen den Gegebenheiten im Stadtteil Rechnung getragen werden kann, sollte eine Studie ergeben, die die Rheinbahn selbst durchgeführt hat. Dazu wurden drei Alternativen entwickelt, die der Rheinbahn-Bereichsleiter Infrastruktur, Ralf Lüdekind, umfassend und mit vielen Zahlen versucht hat, dem Bürger nahe zu bringen. Im Vortrag, wurde eine Möglichkeit aufgezeigt, eine der Bahnen an der Schlesischen Straße abzuleiten, um sie zum Nachbarschaftspark Lierenfeld zu führen. Beim Vorschlag alles beim Alten zu belassen und damit auf ein paar Haltestellen mit Barrierefreiheit zu verzichten, brandete tosender Applaus auf. Das Votum der Bürger scheint eindeutig.
Umbau in weiter Ferne
Schließlich wirkt vieles in den Ausarbeitung und der Kommunikation unausgegoren. So schlug der Beigeordnete Dr. Stephan Keller sogar eine Variante 3a vor. „Wir belassen alles so wie es ist und wir bauen die Endhaltestelle Vennhauser Allee behindertengerecht um“, meint er. Dies erscheint schon deshalb realistisch, weil für den restlichen Haltestellenumbau weder Priorität besteht noch Geld verfügbar ist. Einen weiteren Einwand des Beigeordneten ist die Zeit. Er teilt die optimistische Einstellung des Ratsherrn Walter nicht. Geht Walter von zwei bis drei Jahren für die Realisierung aus, so meint der Dezernatsleiter „eher von zehn Jahren ausgehen zu müssen“. Viele ungeklärte Fragen, vom Zuschuss aus dem Topf des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) bis hin zur Neubeauftragung der Rheinischen Bahngesellschaft.
Erst Verkehrsplan – dann Entscheidung
Die Frage des Abends, inwieweit sich die beiden Linien in der Zukunft entwickeln würden, blieb im Großen und Ganzen unbeantwortet. Harald Walter war die Enttäuschung nicht nur anzusehen, er gab sie auch verbal zum Ausdruck: „Über diese Zeitplanung bin ich sehr enttäuscht. Das erst Ergebnisse kommen, wenn alles im Nahverkehrsplan steht, erscheint mir sehr, sehr lang und da bin ich sehr ungeduldig.“
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