Angermunder kämpfen weiter für optimalen Lärmschutz

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Vorstandsmitglieder der Inititative Angermund: (v.l.) Richard Kleinofen, Elke Wagner, Wolfgang Eggerath, Thomas Weidmann

Es mutet an wie der Kampf David gegen Goliath: Die kleine rege Initiative Angermund gegen den Konzern Deutsche Bahn AG. Es geht um das Mammut-Projekt Rhein-Ruhr-Express (kurz RRX), zu dem auch der sechsgleisige Ausbau bis Duisburg gehört. Die Lärmschutzvariante der Deutschen Bahn AG sieht in Angermund lediglich meterhohe Lärmschutzwände vor. Die Initiative hält dagegen an einer Einhausung des Bahnkörpers fest. Die neuste Variante der Angermunder sieht sogar eine Tunnellösung vor.

Seit kurzem liegen Gutachten zum RRX in Angermund vor, die durch einen Stadtratsbeschluss in Auftrag gegeben wurden. Diese Gutachten berücksichtigen allerdings noch nicht die Tunnelvariante. Am 4. Januar wurden diese Gutachten den politischen Gremien (Kleine Kommission RRX) vorgestellt und dort diskutiert. Im Vorfeld zu dieser nicht öffentlichen Sitzung warb Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund, bei den Ratsmitgliedern dafür die Alternative des Vereins zur Planung der DB nicht aufzugeben. Nur eine Einhausung biete Vollschutz an der Lärmquelle. Die Stadträte könnten Stadtgeschichte schreiben mit einer verträglichen Lösung für den Stadtteil, der so unter dem Lärm leide. "Was jetzt gebaut wird prägt das Schicksal des Stadtteils für die nächsten 100 Jahre", sagte Wagner bei einer Pressekonferenz. Diese städtebauliche Chance dürfe man trotz höherer Kosten (geschätzte 460 Millionen Euro) nicht vergeben. Insgesamt spricht für die Einhausung, dass sie die Betroffenen am besten vor Lärm und Erschütterungen schützt. Zudem könnten auf der Einhausung Grünflächen, Spielplätze und Radwege entstehen - ein Vorbild für diese Landschaftsgestaltung ist der Staufenplatz-Tunnel in Grafenberg.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat bereits eine feste Meinung gefasst: Er hatte sich bereits beim einstimmigen Beschluss des Stadtrats für das neue Gutachten enthalten, da er die Fakten für ausreichend hielt. Die Sitzung der Kommission am 4. Januar verließ der Oberbürgermeister vorzeitig und ließ per Pressemeldung erneut mitteilen, dass er die Einhausung für nicht realisierbar hält. CDU und die Initiative kritisierten Geisels Auffassung. "Dies ist ein falsches Signal des Oberbürgermeisters, der damit eine Riesenchance vertut", sagte Wagner. Schließlich gebe es seit dem Rheintalbahn-Beschluss vom Dezember 2015 mehr Mittel vom Bund für erhöhten Lärmschutz. Aber wohl kaum, wenn der Oberbürgermeister selbst nicht dahinter stehe.

Allerdings ist es sehr ungewiss, dass der Rat in der Abstimmung am 1. Februar der Einhausung noch eine Chance gibt. Die SPD steht der Idee besonders kritisch gegenüber. Elke Wagner kündigte für diesen Fall Klagen der Anwohner an, die den RRX-Ausbau um Jahre verzögern könnten. Die Anwohner am Sengelsweg seien fest entschlossen gegen die Lärmschutzvariante der Bahn zu klagen.

Weitere Infos auf der Website des Vereins: https://www.initiative-angermund.de
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 09.01.2018 | 07:20  
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