Startschuss zum OB-DIALOG

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  150 Bürger bei der ersten Sprechstunde in Eller



Der Startschuss zum OB Dialog ist gefallen. Rund 150 Bürger kamen zur ersten Sprechstunde in Eller. Obwohl Thomas Geisel im Wahlkampf versprochen hatte, im Falle eines Sieges sich mehr um die Stadtteile zu kümmern, hat es doch bis Ende Mai 2015 gedauert, bis er mit der Sprechstunde an den Start gegangen ist. Mit der ersten Aktion in Eller zeigt Geisel Bürgernähe, die auch durchaus ankommt. Inwieweit die Stadtteile davon profitieren werden, wird sich zeigen.

Sein Versprechen hat der Oberbürgermeister eingelöst. „Ob man jedoch alle einzelnen Stadtteile besuchen kann, bezweifele ich“, meint Geisel. Diese zeitaufwendigen Veranstaltungen werden nach seiner Auffassung zur Folge haben, dass so manche Stadtteile, wie beispielsweise Hubbelrath und Knittkuhl oder Unterbilk und Hafen zusammengelegt werden. Bezirksstellenleiter Peter Frymuth ahnte bereits im Vorfeld, dass es bei manchen Themen kniffelig wird. „Wir haben so einige Punkte, die den Bürgern unter den Nägeln brennen“, stellt er fest. Wie Recht er haben sollte. Die Fragen nach Aufräumungsarbeiten am Schloss Eller nach dem Sturm ließ der OB mehr oder weniger unbeantwortet. Mit der Antwort auf die Frage zur Planung und Gestaltung der alten und dem Verfall ausgesetzten Gesindehäuser: „Ich finde es nicht schlimm, wenn dort hochwertiger Wohnraum entsteht“, rief Geisel gleich seinen Parteigenossen Harald Walter auf den Plan. Deutlich bringt der Ratsherr es auf den Punkt: „Früher war hier preiswertes Wohnen angesagt. In zehn Jahren ist hier nichts passiert, obwohl dringend eine Sanierung erforderlich ist. Nun sollte endlich bezahlbarer und nicht hochwertiger Wohnraum geschaffen werden. Dafür sollte sich der Oberbürgermeister einsetzen!“ Der Frage einer Dame aus dem „Gurkenland“ zur Problematik der Nahversorgung wich Oberbürgermeister Geisel aus: „Ich habe keine Ahnung wie die Nahversorgung dort ist. Außerdem ist es keine kommunale Aufgabe dafür zu sorgen.“ Dazu verwies der Bezirksstellenleiter, der dem Stadtoberhaupt verbal zu Hilfe eilte, dass Gespräche um eine Ansiedlung mit einem Investor laufen. Auch bei der brisanten Angelegenheit Dillenburger Weg mochte nicht sich wirklich Freude bei den Bürgern aufkommen. Denn nach ihrer Auffassung ist trotz vieler Versprechungen nicht viel passiert. Das Problem des Schwerlastverkehrs auf der engen, verkehrsberuhigten Straße – sechs bis acht 40-Tonner an einem Vormittag und 200 Busse am Tag - gibt es immer noch, der Lärm ist nicht weniger geworden. Außerdem so meinen die Bürger, kommunizieren die einzelnen Ämter nicht miteinander, sondern prüfen zunächst ihre Zuständigkeit. So folgte dem Karstadt Logistikunternehmen ein anderer, ein englischer Betrieb, obwohl im Wahlkampf etwas andere versprochen wurde. „Die Bauaufsicht wollte dem Unternehmen Auflagen erteilen, diese sind bis heute nicht erfolgt“, beklagt sich Karl-Heinz Mang, der Sprecher der Bürgerinitiative. Thomas Geisel stellt fest: „Dieser Ort ist offensichtlich in dieser Form nicht geeignet, Waren umzuschlagen.“ Nach seiner Meinung sollte die „Wirtschaftsförderung“ prüfen, ob ein anderer Standort in Frage kommt. Andere Mittel der Einschränkung wären etwa eine Zeitbegrenzung oder eine Verringerung der großen Lastkraftwagen. Dem hält Mang entgegen: „Wir waren schon einmal weiter. Leider schieben sich die Ämter die Verantwortung gegenseitig zu.“ OB Geisel hält dagegen: „Eine Schließung des Unternehmens würde komplizierte Rechtsfragen aufwerfen. Lieber hätte ich, einen breiten Konsens zu finden, um das Unternehmen umzulagern.“
Ob es mehr Licht und mehr Bänke im Park an der Schlesischen Straße gibt oder wann der Skater Park fertiggestellt wird. Wie sieht es mit der Kunstförderung durch die Belegung von leerstehenden Ladenlokalen aus, gibt es ein Gymnasium in Eller, wo müssen Fußgängerampeln hin und wie ist mit der Baustelle auf der Ellerkirchstraße zu verfahren. Fragen über Fragen, die nur zum Teil beantwortet werden konnten. Letztlich sind dem Oberbürgermeister bei der Fülle der an ihn gestellten Fragen, aber auch aus Zeitgründen, Grenzen gesetzt und somit konnte auch nicht jede Antwort befriedigend sein. Ein Erfolg war es allemal. Der nächste OB-Dialog findet am 18. August in Benrath statt.
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