Tacheles beim Neujahrsempfang des NRW-Handwerks

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Armin Laschet (4.v.l. hinten) und Andreas Ehlert (3.v.l.) mit den Sternsingern. (Foto: NWHT/Wilfried Meyer)

Der traditionelle Neujahrsempfang, das Dreikönigsessen, des nordrhein-westfälischen Handwerks im Hause der WGZ-Bank am 14. Januar stand ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Gastredner war diesmal Oppositionsführer Armin Laschet (CDU). Wie jedes Jahr brachten die Sternsinger Gottes Segen ins Haus.

Andreas Ehlert, Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags und Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, forderte mehr Unterstützung von Bund und Land bei der Integration von Flüchtlingen. Der größte Teil der Asylsuchenden komme ohne Qualifikationen und ohne ausreichende Sprachkenntnisse zu uns. Das Handwerk leiste bereits seinen Beitrag mit Pilotprojekten in Duisburg und Dortmund durch Deutschkurse, Praktika und Qualifizierungen für Flüchtlinge. Der Handwerkstag NRW hat darüber hinaus ein Positionspapier zur Bewältigung der Flüchtlingskrise verfasst. Die Grundsätze des Handwerks lauten: Integration durch Bildung und Arbeit. Ein Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit an Betriebe über mehrere Jahre könne die Integration von Zuwanderern in Beschäftigung erleichtern. Das Handwerk erarbeite gerade ein bundesweit abgestimmtes Qualifizierungskonzept.


Ungewöhnlich scharfe Worte gegen die Politik der Bundesregierung fand WGZ-Bank-Vorstandsvorsitzender Hans-Bernd Wolberg. Durch die gut gemeinte, aber nicht zu Ende gedachte Äußerung der Bundeskanzlerin zur Grenzöffnung sei ein Flüchtlings- und Integrationsdesaster entstanden. Er zitierte den früheren Richter beim Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio, der in der Flüchtlingskrise ein Zeichen für Politikversagen sieht. Wolberg appellierte an die Politiker, Kritiker nicht zu tabuisieren. Es ehre das Handwerk, dass es ein Positionspapier für die Integration von Flüchtlingen erstellt habe.

Der CDU-Politiker Armin Laschet warf der Landesregierung vor, bei den Kölner Ereignissen in Fragen der inneren Sicherheit versagt zu haben. Das Land sei in der Verantwortung, die Asylverfahren zu beschleunigen und die Abschiebung zu organisieren. Die Kommunen seien damit hoffnungslos überfordert. Bemerkenswert war seine Äußerung zur Zuwanderung: "Ein Einwanderungsgesetz würde klarstellen, wen wir brauchen." Bisher haben sich CDU/CSU immer geweigert, ein Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen. Ein Einwanderungsgesetz wird von der Handwerkskammer Düsseldorf übrigens schon lange gefordert. In der dualen handwerklichen Ausbildung sieht Laschet einen guten Weg zur Integration. Um die duale Ausbildung zu stärken, müssten angesichts des Lehrermangels auch Handwerksmeister als Berufschullehrer zugelassen werden.
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