Neue Ansätze für eine bessere Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit

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Prof. Dr. Michael Ewers (Foto: Eventfotografie Schneider)
 
Prof. Dr. Andreas Keller (Foto: Eventfotografie Schneider)
Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Gehirnleistungsstörung, die bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten der eigentlichen Symptome beginnt. Eine frühe Diagnose bringt daher viele Vorteile: Die Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten. Außerdem können Menschen, die in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, wichtige Dinge noch alleine regeln und für die Zukunft vorsorgen. Bislang ist eine Frühdiagnose mit den derzeit verfügbaren diagnostischen Verfahren aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis. Hier setzt die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) an und fördert drei Forscher, die an neuen Diagnoseverfahren arbeiten.

Risikopatienten mit Algorithmen bestimmen
Prof. Dr. Michael Ewers vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München arbeitet an Algorithmen zur Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit. Denn einzelne Testergebnisse zum Beispiel von Bildgebungsverfahren sowie neuropsychologischen oder genetischen Untersuchungen ergeben erst in der Zusammenschau ein krankheitsspezifisches Muster. Ewers möchte ein vollautomatisiertes computergestütztes Verfahren entwickeln, um ein Risikoprofil der Alzheimer-Krankheit unter Verwendung möglichst weniger, aber aussagekräftiger Tests zu erstellen. Das Projekt soll Ärzten ermöglichen, das Risiko der Alzheimer-Krankheit bei älteren Personen zu erkennen, um so Risikopatienten möglichst frühzeitig identifizieren zu können. Die AFI unterstützt das Projekt „Diagnoseverfahren zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit“ bis 2017 mit 80.000 Euro. Weitere Informationen zu diesem Projekt.

MRT-Bildgebung zur Frühdiagnose nutzen
Prof. Dr. Klaus Scheffler vom Max Planck Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und Prof. Dr. Andrew Webb vom Leiden University Medical Center (Niederlande) möchten die MRT -Bildgebung für die Alzheimer-Frühdiagnostik verwenden. Bisher konnte mit dem MRT hauptsächlich der Gewebeschwund des Gehirns als Nachweis für die bereits fortgeschrittene Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden. Scheffler und Webb möchten mit ultrahohen Magnetfeldstärken (9.4 Tesla) ermöglichen, auch feinste Veränderungen, wie die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques, schnell und zuverlässig zur Früherkennung zu nutzen. Die AFI fördert das Projekt „Hochaufgelöste MRT-Bildgebung zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung“ bis 2017 mit 73.000 Euro. Die niederländische Partnerorganisation ISAO gibt weitere 7.000 Euro. Weitere Informationen zu diesem Projekt.

Biomarker für Bluttest aufspüren
Prof. Dr. Andreas Keller von der Universität des Saarlandes fahndet nach Biomarkern. Das sind messbare, natürliche Merkmale im Körper, die auf eine Krankheit hinweisen können. Bisher hat Keller zwölf Biomarker-Kandidaten im Blut von Alzheimer Patienten aus den USA ins Visier genommen. Mit Hilfe dieses Biomarker-Musters konnte er bei einer kleinen Patientengruppe mittels Blutprobe erfolgreich die Alzheimer-Krankheit nachweisen. In einer am 29. Januar 2016 erschienenen Studie hat Keller diese Marker an einer deutschen Patientengruppe bestätigt. Jetzt will er den nächsten Schritt gehen und die Biomarker in einer größeren Kohorte und näher am klinischen Einsatz testen. Blutproben von mindestens 500 Testpersonen aus drei Kliniken sollen untersucht werden. Sollten diese und weitere Tests positiv verlaufen, könnte die Methode in der Praxis Anwendung finden. Die AFI unterstützt das Projekt „Kleine Biomarker mit großem Potenzial für die Alzheimer-Frühdiagnostik“ bis 2017 mit 78.000 Euro. Weitere Informationen zu diesem Projekt.

Die AFI ist der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung an deutschen Universitäten und öffentlichen Einrichtungen. Aktuell kann die AFI elf neue Forschungsprojekte mit insgesamt 706.000 Euro unterstützen. Das ist die größte Fördersumme seit Gründung der AFI 1995. Damit konnten bislang 177 Forschungsaktivitäten von engagierten Wissenschaftlern mit über 7,7 Millionen Euro finanziert werden.
Alle geförderten Forschungsprojekte finden Sie mit Projektbeschreibung sowie Steckbrief der Forscher auf unserer Internetseite.
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