Anton Schulz ist Weltmeister im Junioren-Achter!

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Es ist mehr als ein Herzschlagfinale bei den U19-Weltmeisterschaften in Trakai/Litauen, denn Gold im Achter geht nach 2000 Metern mit nur einer Hundertstel Sekunde an Deutschland! Anton Schulz vom Ruderclub Germania Düsseldorf muss im Ziel auf die Aussage vom Regattasprecher warten – und jubelt!



Der See Galve in Trakai liegt genau so ruhig da wie die sechs Achter des WM-Finals am Start. Die Zuschauer auf der Tribüne sind in Wartestellung, Schlachtrufe sind bereits zu hören, deutsche Flaggen wehen. Das Startkommando erfolgt. Die Steuerleute peitschen ihre acht Jungs auf die Strecke. Mit taktischen Ansagen gibt Steuermann Mario Elias Acosta Dominguez das Rennen vor. Anton Schulz in der Mitte des Bootes, im Motorraum, gibt über die 2000 Meter sein Bestes.
Doch schon beim Start des deutschen Achters ist nicht alles wie immer. Marc Leske, auf Position sechs rudernd, rutscht beim zweiten Startschlag vom Rollsitz, kann dadurch nur einarmig rudern, um sich wieder auf den Sitz und damit ins Rennen zu bringen. Er schafft es nach einigen Schlägen. Anton ist hautnah dran, sitzt auf dem Platz direkt hinter Marc Leske, sieht alles und gibt selbst alles.

"Tödliches Missgeschick" am Start

Trotz des eigentlich „tödlichen“ Vorfalls liegt das deutsche Boot nach 500 Metern vorne, fällt dann bei den weiteren zwei 500-Meter Abschnitten auf Platz zwei hinter Europameister Serbien zurück. Der Kampf um Silber entfacht auf den letzten 500 Metern zwischen Deutschland und dem amtierenden Weltmeister Italien.
Damit schieben sich wiederum beide Boote an die führenden Serben heran. Der letzte Ruderschlag entscheidet das Rennen. Das serbische Team ist enttäuscht, Italien jubelt. Die Deutschen liegen still da. Dann der Aufschrei im Team bei der Verkündung des Regattasprechers: Gold für Deutschland! Silber geht an Italien, Bronze an Serbien.
Bootstrainer Bernd Nennhaus wundert sich, sein Team wäre nach 500 Metern eigentlich eine Sekunde schneller. Aber er weiß, sein Team kommt weiter ins Rennen rein. Da weiß er noch nichts vom Unglück am Start. Denn selten gibt es Regattastrecken, bei dem die Trainer nicht am Ufer mit dem Rad das Rennen mit verfolgen und steuern können. Und auch Position zwei kurz vor dem Ziel gibt ihm Hoffnung, ist sich bewusst um die Endspurtstärke seines Teams. Und es hat gereicht, mit einer Hundertstel Sekunde!

Eine Hundertstel reichte!

Die Siegerehrung folgt, die Mannschaft singt herzhaft die deutsche Nationalhymne mit. Anschließend die Steuermannstaufe, bei der auch die Athleten im See Galve landen. Dann rudern die Neun plus Steuermann in völlig umbesetzen Positionen zum Sattelplatz, springen dort zusammen mit den ebenfalls glücklichen Italienern nochmals ins Wasser. Anton Schulz tauscht Klamotten mit Australiern, US-Amerikanern.
Der Tag kann weitergehen, mit Feiern im gesamten Team des Deutschen Ruderverbandes, das insgesamt acht WM-Medaillen holt (4/2/2) und damit vor Rumänien (3/2/0) und Italien (2/3/1) auf Platz eins in der Nationenwertung steht.
Um 1 Uhr nachts geht es dann mit dem Mannschaftsbus zurück nach Berlin. Dort sind gerade die Germanen auf Wanderfahrt – die Erwachsenen zusammen mit Ruderern aus dem U19-Bereich. Es wurde also in Trakai, Düsseldorf und Berlin das Achter-Gold für Anton Schulz bejubelt! Und von Germanen, die woanders in Deutschland oder in der Welt zu Hause sind.
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