Fußball-WM wohnungsloser Menschen: Düsseldorfer dabei

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Der 24-jährige Nikolas Möbius reist zum „Homeless World Cup“ (HWC) in Glasgow.

Gerade biegt die EM in die Zielgerade ein, da wirft eine WM bereits ihre Schatten voraus. Zwischen dem 10. und 18. Juli treffen sich 52 Fußballmannschaften im schottischen Glasgow, um den „Homeless World Cup“ (HWC) auszuspielen und ein Düsseldorfer kickt mit.

Der HWC wurde 2003 im österreichischen Graz ins Leben gerufen, um Wohnungslosen eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern. Angestoßen wurde das Projekt durch einen Verbund internationaler Straßenzeitungen.

Für das deutsche Nationalteam der Wohnungslosen fanden im Vorfeld Ende Mai Sichtungen statt. Dabei fiel Trainer Jiri Pacourek der 24-jährige Nikolas Möbius auf und berief ihn ins Team. Der Düsseldorfer konnte es nicht fassen: „Da waren so viele, die besser waren als ich“, bleibt Nikolas bescheiden. In seinem Leben lief nicht immer alles so rund, wie gerade. Stress im Elternhaus, Geldprobleme und, wie er selbst sagt, „die falschen Freunde“, waren die Gründe dafür, dass der junge Mann zeitweilig auf der Straße lebte. Durch den Stiefvater eines Freundes bekam Nikolas einen Platz im Friedrich-Naumann-Haus. Die Einrichtung der Diakonie in Niederkassel bietet jungen Männern zwischen 19 und 25 Jahren eine Anlaufstelle, um ihr Leben wieder auf Schiene setzen zu können. „Die Bewohner hier im Haus haben zahlreiche Schwierigkeiten neben der Wohnungslosigkeit, können das Suchterkrankungen, psychische Probleme oder/und Arbeitslosigkeit sein“, zählt Leiter Timo Stascheit auf.

Bescheidene Ziele für die Zukunft


Sport spielt für die Einrichtung eine herausragende Rolle. Er stärkt das Selbstbewusstsein, weckt Teamgeist und soll den jungen Männern dabei helfen, wieder Ziele zu haben.

Nikolas Ziel ist so bescheiden, wie er selbst: „Dabei sein ist alles. Ich denke, wir haben eine gute Chance ins Viertelfinale, vielleicht sogar ins Halbfinale zu kommen“, prognostiziert er. Da jeder Spieler nur einmal am HWC teilnehmen darf, drängt sich die Frage auf, wie es danach für ihn weitergeht? „Da sind noch ein paar Probleme zu lösen, aber ich würde gern in einem Verein weiterspielen“, resümiert Nikolas Möbius, der sich auch vorstellen kann, wieder in seinem Ausbildungsberuf Gartenwerker zu arbeiten.

Text: Claudia Hötzendorfer
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 08.07.2016 | 09:13  
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