Markus hat den Holzvogel verführt

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Das ist der neue Schützenkönig von Oberhüthum: Markus Verfürth (Mitte). Fotos: Jörg Terbrüggen

„Jetzt fällt er“, meinte Harald Koster mit Blick auf den Vogel. Markus Verfürth legte an, schoss und tatsächlich krachte der Rumpf des hölzernen Federviehs zu Boden. „Jaaaa“ rief der neue König ganz laut und breitete freudestrahlend beide Arme aus.

Besser hätte es gar nicht gehen können. Zwei Königsbewerber wollten im 100. Jahr des Bestehens auf den Thron der Michael-Schützen. Bernd Woytowicz und Markus verfürth hatten sich im Schießkeller eingefunden und ihre Bereitschaft signalisiert. Und das war auch gut so. Denn nur ein paar Minuten zuvor hatte Brudermeister Jochen Spiertz über das Mikrofon verlautbaren lassen, dass es keinen dritten Aufruf mehr geben würde.
„Wenn sich bis 16.15 Uhr kein Königsbewerber meldet, ziehen wir um 16.16 Uhr den kasten runter und fertig ist. Dann gibt es keinen Königsball am Samstag, sondern einen Schützenball.“ Doch seine Kameraden ließen es Gott sei Dank erst gar nicht so weit kommen. Um 16.25 Uhr begann Markus Verfürth mit dem Schießen. Und so langsam wurde es auch oberhalb des Schießstandes voll. Sie alle wollten, wie auch einige im Saal, den Zweikampf um die Königswürde verfolgen.

Ein absolutes Bedürfnis

Lange Zeit tat sich allerdings nichts, der Vogel bewegte sich nicht einen Zentimeter. Dann traf Markus Verfürth einen wunden Punkt, der Vogel zeigte Wirkung. Doch Bernd Woytowicz konnte die Chance nicht nutzen, und so blieb es dem 45-jährigen Posthauptschaffner a.D. Markus Verfürth überlassen, den Vogel mit dem 39. Schuss von der Stange zu holen. „Das ist total geil. Es war mir ein absolutes Bedürfnis zum 100-jährigen Jubiläum als Vorstandsmitglied zu schießen.“ Aller guten Dinge sind eben drei, denn es war sein dritter Anlauf. Zur Königin erkor er sich Kirsten Hüting, die ihm freudestrahlend um den Hals fiel.
Glückwünsche durften zuvor bereits andere Schützen entgegen nehmen. Wie zum Beispiel Dieter Kaufmann, der den Kopf des Vogels abschoss. Andre Spiertz gelang der entscheidende Treffer im Ringen um den linken Flügel. Gerd Bartels durfte sich die rechte Schwinge als Trophäe mitnehmen. Harald Koster zielte beim Reichsapfel genau und Dietmar Bergs freute sich über das Zepter.
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