Drei Schweden für Kettwig

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Drei Schweden für Kettwig.Benjamin Snorrason, Mats Lindgern und Edward von Sydorw (v.l.) bringen bein bisschen skandinavisches Lebensgefühl nach Kettwig und in die Agentur Nordis. (Foto: Bangert)
 
Benjamin Snorrason macht sein Praktikum bei der Agentur Nordis in Kettwig. (Foto: Bangert)
Essen: Agentur Nordis | Sie heißen Benjamin, Edward und Mats, sorgen gerade für Furore und nein, es sind nicht die neuesten Variationen des Billy-Regals. Benjamin Snorrason, Edward von Sydorw und Mats Lindgren heißt das Trio, das aktuell blau-gelbe Lebensweise in Kettwig etabliert und in der Agentur Nordis von Peter Marx in Vor der Brücke als Schweden etwas über erfolgreiche schwedische Firmen in Deutschland lernt.

Seit 2004 ist Kettwig ein starkes Stück Schweden und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur, dass Peter Marx durch sein Studium der Skandinavistik einen ganz engen Draht zu den Menschen im hohen Norden hat und auch noch fließend Norwegisch spricht. Seit vielen Jahren bietet er zudem für Studenten und Abiturienten aus Schweden die Chance, für ein paar Monate nach Kettwig zu kommen, Land und Leute zu entdecken und vor allem etwas über erfolgreiche schwedische Firmen in Deutschland zu lernen. Über 1000 haben sich inzwischen zwischen Flensburg und Bodensee und zwischen Aachen und Frankfurt/Oder angesiedelt. Und das sind nicht nur Branchenriesen wie Ikea, H&M oder Volvo. Aber erfolgreich sind die meisten. Aber eben ziemlich unbekannt. Und genau da kommen Peter Marx und seine Schweden ins Spiel.
Für die Schwedische Handelskammer legen sie sieben Mal im Jahr das Magazin „Schweden aktuell“ auf und portraitieren dort eben schwedische Firmen, die in vielen Branchen erfolgreich unterwegs sind, die aber außer ein paar Insidern kaum einer kennt. Wie da die Jungs oder auch Mädels aus Schweden ins Spiel kommen, das kann am besten Peter Marx selber erklären. „Die meisten von ihnen haben ein Stipendium und sind in der Regel erst einmal sechs Wochen auf einem Sprachkurs in Düsseldorf. Danach kommen sie zu uns, verbessern dabei ihre Sprachkenntnisse immer weiter, knüpfen erste Kontakte zu schwedischen Firmen hier in Deutschland und schreiben darüber Berichte für Schweden aktuell. Danach gehen die meisten wieder zurück, um entweder zu Ende zu studieren oder sich einen Job zu suchen. Aber ein paar bleiben auch.“
Einer von denen, die geblieben sind, ist Mats Lindgren. Der 30-Jährige kam wie viele andere 2010 als Praktikant nach Kettwig, hinterließ einen bleibenden Eindruck und sagte nicht nein, als er das Angebot bekam als Redakteur und Projektentwickler in der Agentur Nordis zu arbeiten.

„Jetzt wohne ich in Rüttenscheid, bin aber froh in Kettwig zu arbeiten. Hier ist mehr Natur und weniger Menschen.“ Mats Lindgren

Er erinnert sich: „Ich habe damals nicht lange überlegt. Ich hatte eh vorgehabt ein paar Jahre in Deutschland zu arbeiten, bevor ich wieder zurück-gehen würde. Daher war ich sehr glücklich über das Angebot. Jetzt wohne ich in Rüttenscheid, freue mich aber jeden Tag, dass ich in Kettwig arbeiten kann.“ Denn dem Mann der in den tiefen schwedischen Wäldern geboren und in der Kleinstadt Gävle an der Ostsee groß geworden ist, sind die vielen Menschen in Rüttenscheid manchmal doch ein wenig viel. „Aber gerade das ist ja auch das reizvolle hier an Essen, am Ruhrgebiet überhaupt. Du hast so viele unterschiedliche Städte in einem Radius von 20, 30 Kilometern liegen. Vor kurzem war ich auf dem Tetraeder in Bottrop, das war toll. Aber dann bin ich wieder sehr froh, wenn ich hier in Kettwig bin. Ganz nah dran an der Natur und dem Wasser.“
In Sachen Praktikantenbetreuung ist Mats Lindgren dementsprechend schon ein alter Hase. „Manchmal muss ich mich daher zusammenreißen und die Neuen nicht zu sehr an die Hand zu nehmen. Die müssen genau wie ich ihre eigenen Erfahrungen machen.“
Und die sind, zumindest bei Benjamin Snorrsason und Edward von Sydorw, durchweg positiv. „Die Menschen sind total offen und nett, aber die Sprache ist ganz schön schwierig. Schreiben fällt mir dabei auch noch leichter als reden“, erzählt Edward von seinen ersten Erfahrungen in Düsseldorf. Und Benjamin ergänzt: „Komisch war es für mich während der Eishockey-Weltmeisterschaft. Schweden ist Weltmeister geworden und ich habe keine Kneipe gefunden wo ich gucken konnte. Dafür hätte ich mir aber jedes unterklassige Fußballspiel anschauen können.“
Noch bis Ende Juni sind Edward und Benjamin bei Peter Marx, bis dahin soll es nicht nur sprachlich noch besser werden, sondern auch touristisch und redaktionell wollen die beiden noch reichlich Erfahrungen sammeln. „Wir hätten nie gedacht, dass es hier so viele erfolgreiche schwedische Firmen gibt. Aber die Arbeit ist toll und macht richtig Spaß.“ Was danach kommt, das ist beim Schweden-Duo auch schon geklärt. Während Edward zurück nach Stockholm fliegt und sein Wirtschafts-Studium beginnt, macht Benjamin erst einmal noch einen guten Monat Urlaub, bevor ab dem 1. August sein neuer Job in Schweden wartet. Natürlich in einer Firma, die erfolgreich nach Deutschland exportiert.
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