Bertold Lobitz: Ein Leben für den Skisport

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Auch mit 75 Jahren gibt Berhold Lobitz auf der Piste noch Gas. Foto: privat
 
In Hochfügen errang Berthold Lobitz in diesem Jahr für den Essener Skiclub die Bronzemedaille bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im Slalom. Foto: Lukas
Wenn man Berthold Lobitz begegnet, möchte man nicht glauben, dass dieser Mann bereits 75 Lenze zählt. Durchtrainiert ist er und seine Augen blitzen voller Tatendrang. Keine Spur von Altersgebrechen. Dass dem so ist, hat er sicherlich guten Genen zu verdanken. Aber auch dem Sport, dem er zeit seines Lebens immer zugetan war. Besonders der Skilauf stand für ihn viele Jahre an erster Stelle. In diesem Jahr holte er für den Essener Skiclub sogar die Bronzemedaille bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft B9 im Slalom.
Doch nicht nur im Slalom war der Heisinger in Hochfügen im Februar erfolgreich, auch im Riesenslalom belegte er einen beachtlichen vierten Platz.
"Angefangen habe ich eigentlich über das 'Nordische'. Mit 15 Jahren habe ich mit dem Langlauf begonnen. Erst mit 20 kam ich über den Essener Skiclub zum Ski Alpin", erinnert sich der sportliche Senior.
Über seinen damaligen Chef, der am Arlberg groß geworden war, knüpfte er die ersten Kontakte zum Skiclub. Von da an hatte er Blut geleckt: Es folgten die obligatorischen Übungsleiterscheine des Westdeutschen Skiverbands, um die Techniken des Skilaufs auch an andere Sportinteressierte zu vermitteln und 1986 in Oberstdorf quasi das I-Tüpfelchen: der DSV-Skilehrer Alpin, den er 2004 noch einmal ablegen musste, um auf dem allerneuesten Stand im Skitraining zu sein.
"Es ist schon schade, dass so mancher 30-Jährige bereits meint, er sei zu alt, um nochmal in die Skischule zu gehen. Dabei kann man auch noch mit 60 neue Techniken erlernen. Man ist einfach nie zu alt dafür, solange man sich fit genug fühlt. Und eine gute Technik erleichtert das Fahren enorm", erklärt Berthold Lobitz.
Dem kann auch Ehefrau Carla nur zustimmen, die an den meisten Skitouren immer noch teilnimmt - trotz Arthrose im Knie. "Man muss sich halt nicht so anstrengen, wenn man weiß, wie es geht."
Auch Carla Lobitz weiß, wovon sie spricht. Auch sie war Skilehrerin und hat lange Jahre gemeinsam mit ihrem Mann für den Westdeutschen Skiverband im Frühwinter für jeweils zwei Wochen Gruppen in diversen Skiorten (Klosters, Laax, Flims, St. Moritz, Sölden etc.) unterrichtet. Wobei jeder seine eigene Gruppe tainierte. Beim Après-Ski, der natürlich nicht fehlen durfte, feierte man wieder zusammen - das war selbstverständlich.
Berthold Lobitz: "Das waren unsere wilden Skilehrerjahre, in den 80er und 90er Jahren. Erst am Tag Skitraining, dann Après-Ski, später in die Disco bis morgens um 3 Uhr und früh um 8 Uhr wieder am Frühstückstisch."
Ruhiger ging es für die beiden da schon um die Weihnachtszeit zu, wenn man in Frankreich 14 Tage lang Kindern den Spaß am Skisport nahe brachte.
Auch heute noch unterrichtet Berthold Lobitz. In der Skihalle in Bottrop ist er für die Skischule "Top on Snow" aktiv - vier Tage die Woche für jeweils drei bis vier Stunden.
"Man glaubt es kaum, aber auch hier vor Ort habe ich schon Schüler aus der ganzen Welt gehabt. Es macht einfach Spaß. Und an Angeboten mangelt es nicht. Aber auch ich bin nach diesen Stunden mal froh, aus den Skischuhen raus zu sein", so Lobitz.
Doch getreu dem Sprichwort "Wer rastet, der rostet", geht es quasi vom Schnee auf die Asche. Im Tennisclub Heisingen ist der 75-Jährige nämlich seit Jahrzehnten ebenfalls aktiv und schwingt dort regelmäßig auf der wunderschönen Platzanlage oberhalb des Baldeneysees den Schläger. Gerade hat man in den attraktiven Clubräumen des Vereins noch bis morgens früh in den 1. Mai getanzt. Denn tolle Tänzer sind Berthold und Carla ebenfalls.
Seit Ende der 90er Jahre hat das rüstige Ehepaar nach Jahren im Schnee auch das türkisfarbene Wasser für sich entdeckt. So ging es auf die Malediven und nach Barbados zum Schnorcheln sowie nach Fuerteventura und Mallorca zum Relaxen.
Carla Lobitz: "Heute fliegen wir allerdings nicht mehr ganz so weit. Alles hat halt seine Zeit. Malle allerdings ist ja immer noch schnell zu erreichen."
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