"Bildersturm" in Holsterhauser Kirche: Gesamtschüler arbeiten mit Gigo Propaganda

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In diesem Sommer war Gigo (2.v.l.) bereits an einer Essener Kirche tätig, und zwar an der Frohnhauser Apostel-Notkirche.
 
Das optische Erscheinungsbild mehr noch als die Thesen von Gigo Propaganda stießen 2013 auf viel Widerspruch in Altenessen.

Kunst soll auch aufrütteln. Damit sie das kann, muss sie Aufmerksamkeit erregen. Die dürfte der Melanchthonkirche in nächster Zeit gewiss sein, denn Holsterhauser Schüler gestalten dort den Innenraum in Zusammenarbeit mit dem Essener Künstler Gigo Propaganda. Seine Arbeiten erregen meist viel Aufmerksamkeit.

Erst im vergangenen Sommer wurde seine Aktion in Frohnhausen weithin bekannt. Dass an der Apostel-Notkirche plötzlich graffitiartige Parolen auftauchten, fiel auch Vorbeifahrenden ins Auge und brachte die Arbeit mindestens stadtweit ins Gespräch(mehr auf lokalkompass.de/566486).

Altenessenern dürfte die Handschrift bekannt vorgekommen sein, denn schon 2013 hatten ähnliche Graffiti an einer ehemaligen Tankstelle an der Altenessener Straße in Höhe Bahnhof für viel Aufsehen gesorgt. Und wie das bei aufsehenerregender Kunst meistens ist: nicht nur im positiven Sinne.
Die Aktion fand Befürworter, aber wohl mehr noch Gegner, die sogar einen Antrag in der Bezirksvertretung V stellten (mehr zu Altenessen auf lokalkompass.de/266988).

So heftige Reaktionen sind in Holsterhausen nicht zu befürchten, auch wenn das Schülerprojekt „Bildersturm“ heißt. Im Innenraum der Melanchthonkirche geht es um das Themenjahr Bild und Bibel der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen setzt es mit der Gesamtschule Holsterhausen und dem Kulturbüro der EKD um. Gigo Propaganda wiederum ist Konzeptkünstler und Mitglied der Kulturinitiative storp-9.
Unter seiner Anleitung verändern die Gesamtschüler den Kirchsaal an der Ecke Holsterhauser Platz/Melanchthonstraße ganz bewusst: „Vertrautes entfernen, künstlerisch verfremden und zum Teil durch Neues ersetzen“, lautet das Prinzip.

Präsentation am Sonntag, 25. Oktober


Präsentiert wird die Neugestaltung im Gottesdienst am Sonntag, kommenden Sonntag, 25. Oktober, um 11.15 Uhr. Diesen haben die Schüler gemeinsam mit den Lehrern Roland Greve und Ute Krüger, Pfarrerin Marion Greve und Klaus-Martin Bresgott, komm. Leiter des Kulturbüros der EKD, vorbereitet.
Den musikalischen Teil gestalten die Essener Flamenco-Gitarristen Rafael Cortes Jr. und Juanfe Luengo; Essens Kulturdezernent Andreas Bomheuer würdigt das Projekt in einem Grußwort.
Nach der Erstpräsentation wird die Umgestaltung noch drei Wochen lang in der Melanchthonkirche zu sehen sein, für die Schüler aus dem Kurs Evangelische Religion der 11. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Holsterhausen sich seit mehreren Wochen engagieren.
Ihnen geht es, so kündigen die Organisatoren an, um die Symbolik der Melanchthonkirche und die Auseinandersetzung damit: „Was ist vertraut? Was ist fremd?“ Welche Emotionen, welche Bilder verbinden die Schüler mit dem Kirchraum?

Allzu revolutionär soll es nicht werden, denn alles, was für den Gottesdienst wichtig und nötig ist, muss natürlich auch zukünftig in dem Gotteshaus vorhanden sein – nur eben anders, neu, überraschend.
Ein Weg, die evangelischen Traditionen mit Blick aufs Lutherjahr 2017 zu hinterfragen - 500 Jahre nach der Reformation.
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