Wohlfühlfaktor am Helmholtz-Gymnasium

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Am Helmholtz-Gymnasium präsentierten Vertreter von Schule, RWE Deutschland und Stadt die neue Technik, die ca. 12 Prozent Heizkosten pro Jahr einspart. (Foto: Debus-Gohl)

Bei dem Begriff "Wohlfühlfaktor" denkt man nicht unbedingt an Schule. Das tun weder Alt- noch gegenwärtige Schüler. Am Helmholtz-Gymnasium ist das anders, jedenfalls in Bezug auf Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Die werden nämlich seit Ende letzten Jahres zentral und mit spezieller Software gesteuert. Das Ergebnis kann sich fühlen lassen

"SmartSchool" heißt das Pilotprojekt, welches auf dem von der RWE Deutschland AG entwickelten SmartHome-System basiert. Es dient dazu, den Energiebedarf in Schulen zu verringern, der zu beeindruckenden 80 Prozent aus Heizenergie besteht.

Das Helmholtz-Gymnasium heizt mit Gas und tat das bis vor kurzer Zeit wie andere Schulen auch: Gleichgültig, ob in einem Klassenraum gerade Unterricht stattfand oder nicht, ob die Fenster offen oder geschlossen waren - geheizt wurde immer und zwar kräftig.
Das ist jetzt anders. Mit Hilfe einer intelligenten Steuerung wird sichergestellt, dass die Temperatur in ungenutzten Räumen nur noch 15 Grad beträgt. 60 bis 90 Minuten vor der Nutzung eines Raumes durch Lehrer, Schüler oder Eltern beginnt SmartSchool die Temperatur auf 22 Grad zu steigern - vorausgesetzt, die Fenster sind geschlossen. Sollte eines offen sein, erfolgt eine Meldung, und die Heizung wird wieder automatisch reduziert.

12 Prozent Ersparnis


Möglich macht das ein System, in dem der Stundenplan sowie Termine für Sonderveranstaltungen, wie etwa Elternsprechtage, über eine Software-Schnittstelle bei einer Zentrale bekannt sind, welche die einzelnen Heizkörper steuert. Sensoren wiederum geben Rückmeldung, sollte irgendwo ein Fenster geöffnet werden. Das Ergebnis ist nicht nur die Abkehr von Überhitzung und Unterkühlung, sondern auch eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit, wie Technik-Lehrer Waldemar Nowak bilanziert. Und: "12 Prozent Energieeinsparung, was 19,2 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entspricht." Nowak hat auch errechnet, was es bringen könnte, das System an allen 48.000 Schulen Deutschlands einzurichten: "Bei einer Einsparung von 10 Prozent wären das etwa 136 Millionen Euro bzw. 793.000 Tonnen Kohlendioxid."
Zahlen, die auch Oberbürgermeister Thomas Kufen imponieren, der betonte, so lasse sich der Zusammenhang von Raumklima und Klimawandel begreifen: "Wir hoffen auf Nachahmer."
Die soll es nach dem Willen von Rainer Hegmann, Leiter der Hauptregion Rhein-Ruhr der RWE Deutschland, nach dem Ende des Pilotprojektes geben: "Wir sammeln jetzt Erfahrungen und überlegen dann, wie wir weiter vorgehen können."
Möglich sei die Einrichtung in den einzelnen Schulen mit, im Vergleich zu Wärmedämmung und anderen Maßnahmen, relativ geringem Investitionsaufwand, betont Hegmann. Die Summe von jeweils 30.000 Euro nennt die Umwelt-Beigeordnete Simone Raskob als Richtwert. Für das Rüttenscheider Gymnasium hat RWE die Technik gesponsert. Werden nach dem Pilotprojekt weitere Schulen mit dem System versehen, so amortisiere sich das innerhalb von fünf Jahren, sagt Raskob.
Das Projekt passt nach ihrer wie nach Meinung des Oberbürgermeisters ausgezeichnet zur Grünen Hauptstadt Europas, die Essen 2017 sein wird. Ein großer Fortschritt gegenüber alten Zeiten.Thomas Kufen erinnert sich an bullernde Heizkörper bei weit geöffneten Fenstern in der eigenen Schulzeit und sagt erleichtert: "Wir heizen jetzt nicht mehr den Schulhof."
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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 02.02.2016 | 17:40  
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Frank Hirsch aus Essen-Süd | 23.02.2016 | 19:15  
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