„3 BY EKMAN“: Tanz als Rhythmus des Lebens

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Drei Werke des schwedischen Choreografen Alexander Ekman werden im Aalto-Theater präsentiert. (Foto: Bettina Stöß)

Die Vorschusslorbeeren für den Choreografen der jüngsten Ballett-Premiere am Aalto-Theater waren auffallend groß: Als "echter Shootingstar der internationalen Tanzszene" wurde er schon vorab gefeiert. Bei der Einführungsmatinee, die spontan zur offenen Probe wurde, konnten die Ballett-Interessierten eine Kostprobe des Schaffens von Alexander Ekman erhalten. Und der Zuschauer fragte sich: Will er die Tänzerinnen und Tänzer in den Krankenstand schinden?

Die anfängliche Skepsis wich nun aber einer gefeierten Premiere am Aalto-Theater, zu der man letztlich auch Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh gratulieren kann. Denn er war es, der dem 33 Jahre jungen, schwedischen Choreografen die Chance gab, dem Publikum erstmals einen Abend mit drei seiner Kreationen zu präsentieren: „3 BY EKMAN“.
Und diese sind modern, ungewöhnlich, abwechslungsreich und in einer ganz eigenen, unverwechselbaren Tanzsprache.
Bei „Tuplet“ (2012) steht die Macht des Rhythmus im Zentrum; durch Stimmen aus dem Off, Atemgeräusche beim Tanzen, Beat Boxing und Body Percussion, Minimal Music und Jazz wird eine Kernfrage choreografisch von verschiedenen Seiten gestellt: die nach dem Rhythmus des Lebens, und was das Leben ohne seinen Rhythmus wäre.
In „Flockwork“ (2006), seinem ersten größeren Stück, hinterfragt Ekman die Kunst, als Mensch in Gesellschaften zu funktionieren und erforscht tänzerisch menschliche Beziehungen.
„Tyll“ (2012) schließlich lässt klassischen Spitzentanz auf modernen Witz treffen. Hier werden die Liebe und der Glaube an das Ballett körperlich wie sprachlich thematisiert und auch ironisiert.
Alle drei Werke sind perfekt choreografiert. Die Bühnenbilder sind stimmig und zeitgemäß, die Kostüme ebenso. Die Lichtdesigner Amith Chandrashaker (Tuplet) und Tom Visser (Flockwork / Tyll) setzen die Tänzerinnen und Tänzer ins perfekte Licht.
Wer sich auf künstlerische Abenteuer abseits der klassischen Ballett-Inszenierungen von Schwanensee und Nussknacker einlassen möchte, wer temporeichen Tanz mit langen Tischen, Wasser auf der Bühne und irrationale Rhythmen mag, dem sei „3 BY EKMAN“ empfohlen.
Wer's eher klassisch bevorzugt, sollte ebenfalls das Abenteuer wagen. "Tyll" gibt interessante Einblicke und lässt abgewandelte Fragmente der großen Ballette erkennen - und diese ganz neu entdecken.

Weitere Vorstellungen: 9., 11., 15., 19. März; 2., 6., 8., 21., 27. April; 1., 5. Juli 2017
Karten und Informationen: TicketCenter unter Telefon 0201 / 81 22-200
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