"Wer rastet, der rostet!"

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Die Gymnastik-Trainerin Roswitha Packull bringt die Frauen zum schwitzen.
 
Die Teilnehmerin hat sichtlich Spaß und ist fitter als so manche 20-Jährige. Die Gymnastik-Trainerin Roswitha Packull bringt die Frauen zum schwitzen.

Zwölf Frauen strecken ihre Arme, drehen ihr Körper und wippen im Takt, wenn Roswitha Packull den Ton angibt. Den 64- bis 86-Jährigen ist es wichtig, fit zu bleiben. Zu Besuch einer Gymnastikstunde im Turmzimmer der Apostelkirche an der Mülheimer Straße 72.

Die zwölf Teilnehmerinnen haben sich im Kreis versammelt. Zu Anfang wird mit leichten Bewegungen gestartet. Im Takt wird sich abwechselnd auf die Fußspitzen gestellt. "Linke Fußspitze und die rechte Fußspitze, links und wieder rechts...", spornt Packull die Damen an. Dann ist die nächste Übung an der Reihe - linkes Bein zur Seite und wieder rechts. "Das Lächeln nicht vergessen", sagt die Trainerin und lacht. 

Zwölf Frauen voller Elan

"Wollen wir uns hinsetzen?", fragt Packull. "Nein es geht noch", ruft eine der Teilnehmerinnen enthusiastisch. Eigentlich gibt es nach jeder Einheit eine kurze Pause zum Verschnaufen. Doch diese Mal sind die zwölf Frauen voller Elan. "Dieses Jahr haben wir nach Ostern zum ersten Mal gestartet", erzählt Packull, als es dann doch eine kurze Atempause gibt. Nach sechs Wochen Auszeit wird jetzt wieder richtig durchgestartet.
Die Runde ist bunt gemischt - jede Frau ist anders, mit verschiedenen altersbedingten körperlichen Einschränkungen. Die eine hat Arthrose in den Händen, weshalb sie die Massage bei der Kollegin am Schluss der Gymnastikstunde nicht durchführen kann. Die nächste hat starke Schulterprobleme und stöhnt vor Schmerzen auf als sie versucht, ihre Schultern kreisen zu lassen. "Schätzelein, wenn deine Schulter kaputt ist, musst du das sagen", ermahnt Packull die neue Teilnehmerin. Und dann gibt es da diese kleine und zierliche Gestalt am Ende des Raumes, die so mancher 20-Jährigen Konkurrenz macht. Sportliche Unterschiede bleiben bei einer Altersdifferenz von 22 Jahren vermutlich auch nicht aus. Allerdings haben sie alle eins gemeinsam. Sie haben alle ziemlich viel Spaß und so wird durchgehend ausgiebig gewitzelt und gelacht. "Wir fühlen uns einfach fitter durch den Sport. Das tut uns gut", erzählt Hannelore Hättzel.
Die ganze Zeit über hat Packull ein geschultes Auge auf die Frauen, korrigiert und geht auf die individuellen Bedürfnisse und Wehwechen ein.
Die 74 Jahre, die sie mittlerweile auf den Buckel hat, sieht man ihr nicht an. Und auch wenn Packull es selbst anders sieht, ihre Statur und Muskeln lassen die gut 63 Jahre Training durchaus erkennen. Sie sieht frisch aus und scheint körperlich wie geistig fit zu sein. Das Gleiche gilt für die Teilnehmerinnen. Egal ob das 64-Jährige "Küken" Lucia Arntz oder "die Alte unter den Alten" Hannelore Hätzel mit 86 Jahren - sie wirken alle top fit.  

Dann dem Sportwird entspannt

Nach dem vielen Beugen und Strecken, Dehnen und Drehen und auf der Stelle marschieren wird entspannt. Zunächst wird tief eingeatmet, während die Frauen ihre ausgestreckten Arme schwingen und ihre Hände über dem Kopf zusammenführen. Beim Ausatmen gehen die Arme wieder zurück, bis ihre Hände auf Beinhöhe angelangt sind. Anschließend gibt es eine partnerschaftliche Massage. Die Teilnehmerinnen genießen es sichtlich. Da bleibt auch der Spruch der Trainerin nicht aus:" Nicht so laut, was sollen denn die Leute draußen denken? Wir sind doch hier in einer Kirche", sagt sie und lacht.
Während des Trainings bis zur Massage läuft im Hintergrund spanische Musik von Enrique Iglesias. "Wir hören hier keine Musik für alte Leute", sagt die Trainerin nach der Stunde und lacht. Am Ende lässt sich da wohl nur noch sagen: Verrostet ist hier niemand. 

Info

Die Gymnastikstunde findet alle 14 Tage Donnerstags von 14 bis 15 Uhr im Turmzimmer der Apostelkirche auf der Mülheimer Straße 72. Wer Interesse hat kann sich unter der Telefonnummer 705127 bei Roswitha Packull melden.
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