Schülerfirma zeigt Qualitätsklasse für ganz Essen

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Die Schülerfirma Gaflo, Gartenbau-Floristik, der Gesamtschule Bockmühle hat vorgesorgt: Bänder, Kränze, Materialien warten bereits auf die neue Gartenausstellung, 9. Mai, Haus Ripshorst "Naturgartentag".Denn die Ware der Schüler ist immer heiß begehrt. Fotos: Schattberg
 
Highlight ist der Steinbackofen. Den bauten Schüler mit Ehemaligen in den Sommerferien. Platz für acht bis zehn Brote. Auch Pizzen, Kuchen werden zwischendurch gebacken.
Abgucken erwünscht! Preise purzeln in einen außergewöhnlichen Schulgarten der Gesamtschule Bockmühle!

Mitten in Essen gibt es eine grüne Parzelle, beispielhaft für Schulen und Schüler. Preisverwöhnt, dank Schülerfirma „Gaflo“ Gartenbau und Floristik. Der Garten grünt nicht im Essener Süden, sondern in Altendorf; boomt mit Garten-Erträgen. Nicht nur. Was in und auf der Fläche steckt sind Gold-Schätze! Ideengeber sind mit viel Fantasie, Herzblut Chris und Axel Wortmann, die viel Zeit in das Altendorfer Paradies stecken – ihre Schüler immer wieder damit anstecken.

Hereinspaziert: Gesamtschule Bockmühle, Ohmstraße. Schüler öffnen das kleine Gartentörchen. Schon steht der Besucher mitten im Dschungel. Keine weite Wiesenfläche - sondern wahrlich ein Wirrwarr an Büschen, Bäumen. Chris Wortmann Lehrerin und Axel Wortmann, Fachanleiter der Schülerfirma sowie die Schüler kennen den Besucherblick! „Das ist kein Ziergarten. Hier wachsen viele Wildpflanzen, die natürlich immer wieder gepflegt werden, damit jede Pflanze Luft kriegt, sich nicht zu breit macht, übermächtig wird.“

Der Garten wurde vor 30 Jahren „geboren“, ist circa 20 Meter lang, 25 Meter breit. Damals fing die Pädagogin an, ihn zu gestalten. Jetzt ist er das Mekka voll Überraschungen.

„Den Fußweg haben die Schüler gepflastert.“ Von wegen, Steine kaufen. „Die setzten sich in die Ecke mit Schutzbrille. Mit dem Hammer schlugen sie jeden Stein klein; die wurden dann wie Bruchsteinpflaster verlegt. Mit breiten Ritzen, damit Regenwürmer rein und raus können.“ Muna, 12, ergänzt: „Im Moment sind rote Sandbienen in den Löchern.“

Marie deutet auf eine Bastelecke. Da wird gesägt, gebohrt. „Kleine Baumscheiben entstehen für Wildbienenwohnungen aus Baumstämmen.“

Ja, Bienchen summen herum. Drei Apfelbäume, zwei Birnbäume, 1 Süßkirschbaum locken die Brummer an. „Hier wird alles irgendwie verwendet. Äpfel für Apfelkuchen, Pfannkuchen. Von Brombeeren, Johannisbeeren machen die Schüler in der Mittagspause Marmelade, damit werden wiederum Brote geschmiert.“
Wortmann zeigt auf die von Schülern gezimmerte Hütte. „Der Fuchs stand im letzten Jahr genau hier. Etwas raschelte, ich guckte mich um, er schaute mich an, verschwand. Die Nachbarin sah ihn schon auf dem Hühnerstall sitzen.“

Vielleicht lief das ausgewachsene Tier dem Duft nach. Hinter der Hütte steht ein Grill mit Brettern abgedeckt, darunter der Rost. „Bald liegen wieder Würste drauf!“ freuen sich die Schüler.

Highlight ist der Steinbackofen. Den bauten Schüler mit Ehemaligen in den Sommerferien. Platz für acht bis zehn Brote. Auch Pizzen, Kuchen werden zwischendurch gebacken. „Wenn wir Zeit haben, jetzt ist Abi-Zeit in der Schule. Der Run auf den Ofen geht bald los: „Wenn die Schülerfirma "Gaflo" Abschlussveranstaltung hat, wird hier gegrillt, Stockbrot gebacken, Lagerfeuer gemacht; übernachtet im Zelt – 6 x 4 Meter.“

Chris Wortmann schmunzelt. Wir hamstern immer. „Die alten Fenster in der Hütte schenkte uns der Kindergarten nebenan. Die Stühle sind vom Sperrmüll, ehemalige Lattenroste.“

Kopf hoch – der Kräutergarten sprießt in der Regenrinne. Auf dem Dach blitzt in der Sonne eine Solaranlage. „Mit dem Licht können wir Strom in der Hütte erzeugen.“
Kopf runter: „Hier haben wir einen 1000 l Tank, damit fangen wir Regenwasser auf. Mit einer Schwengel-Pumpe holen wir das Wasser wieder hoch; zum Gießen der Pflanzen.“

Hochgenuss das Hexenhäuschen, entstanden 2013, mit den Wortmann’s, Schülern. Ein Jahr schuften, anmalen. Riesenglück: Als „Ela“ wütete, fällte der Orkan eine Riesen-Silberweide, die krachte Zentimeter daneben.

Eine andere Welt – der Teich. Mit Sumpfzone für Grasfrösche, Molche - Sumpfdotterblumen, Teichlilien, Rohrkolben, Sumpfschachtelhalmen, Pfefferminz. „Dieses Jahr wird noch ein Bachlauf gebaut.
Übrigens: Die Teich-Folie, 20 Jahre alt, haben wir uns zusammengespart. Wer Kaugummi kaute, erwischt wurde, musste 50 Pfennig in die Teichkasse werfen. 400 Mark kamen zusammen. Beim Wettbewerb von Real gewannen wir über 1000 Mark. Kauften dafür Pflanzen, Steine und mehr.“

Ideen gehen nie aus. Jetzt kommt ein Fitnessbereich. Zwei Fahrräder werden hochgebockt, an zwei Lichtmaschinen angeschlossen. Schüler können dann in der Mittagspause dort trampeln, Strom erzeugen. Der sorgt für Licht in der kleinen Hütte; für die Pumpe im zweiten, kleineren Teich.“

Grundkonzept des Gartens: Alle Wege sind rund. Keine Ecken.
Ach ja, Sinn und Zweck der vielen Holzhaufen? „Wir haben auch den Balkenschröter, eine Hirschkäferart. Die ist in manchen Städten schon ausgestorben. Unsere Schüler sind immer ganz begeistert, wenn sie ihn entdecken –den kleinen zwei Zentimeter kräftigen Kerl.“

Das ist leider nur ein kleiner Gartenausschnitt der Vorzeige-Schülerfirma. Neugierig auf mehr? Raus aus der Penne ziehen die Pennäler, gestärkt mit Umwelt-, Klimaschutzpreisen, am 9. Mai: Haus Ripshorst „Naturgartentag“.
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2 Kommentare
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 26.04.2015 | 20:12  
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Ingrid Geßen aus Essen-West | 27.04.2015 | 09:39  
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