Weihnachten International - Adventsserie im Stadtspiegel: Heute zu Gast in Vietnam

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Vater Van Son Tong, Mama Thi Bich Lan Tran, zwei ihrer Kinder Samy und Sina Tong und Familienhund Snoopy lieben das Weihnachtsfest. Die Familie lebt heute glücklich in Gelsenkirchen und betreibt seit 22 Jahren einen China Imbiss auf der Bochumer Straße.
 
Thi Bich Lan Tran mit ihrer Mutter in Vietnam beim gemeinsamen Feuertopf mit Verwandten. Der traditionelle Feuertopf ist unten links im Bild zu sehen.

In der letzten Woche startete der Stadtspiegel die Weihnachtsserie „Weihnachten International“ mit einem Einblick in das rumänische Christfest. Diesmal reisen wir noch etwas weiter und bleiben dennoch in Gelsenkirchen...

Familie Tong stammt aus Südvietnam. Vor 32 Jahren sind Mutter Thi Bich Lan Tran und Vater Van Son Tong aus ihrer Heimat, als sogenannte „Boatpeople“, nach Deutschland geflüchtet. Nach einem langjährigen Krieg und grausamer Verfolgung durch die Kommunisten, trieb es sie gemeinsam mit Millionen anderen Aussiedlern aufs offene Meer. „Nicht alle hatten so viel Glück wie wir, es war schrecklich. Sehr viele sind auf den morschen Fischerbooten ums Leben gekommen“, erinnert sich die heute 54-Jährige.

Weihnachten war in den Jahren des Krieges in Vietnam sekundär, trotzdem entsinnt sich das Paar auch an die schönen Zeiten: „In Südvietnam wird Heiligabend viel ausgelassener gefeiert als hier. Die Straßen sind voller Menschen und nach der Messe um Mitternacht öffnen alle Restaurants, weil die Leute gemeinsam essen gehen“, erzählt Thi Bich Lan Tran. Wer hätte das gedacht? Öffentliche Feiern an Heiligabend, extra geöffnete Restaurants und reges Treiben, in einem Land, in dem der Großteil der Bevölkerung dem Glauben des Buddhismus, des Konfuzianismus oder des Taoismus angehört. Trotzdem zählt die Weihnachtsfeier der katholischen Minderheit im heutigen Vietnam zu einem der bedeutensten Feste des Landes.Die vier Kinder der Familie, Stefan, Samy, Suitbert und Sina, sind alle in Deutschland geboren und waren in der Weihnachtszeit noch nie in der ehemaligen Heimat ihrer Eltern. „Der größte Unterschied ist wohl die Hitze. Zu Weihnachten sind es in Vietnam noch um die 30 Grad. Kerzen werden darum eher nicht angezündet und einen geschmückten Tannenbaum gibt es auch so gut wie gar nicht“, weiß der 27-Jährige Samy Tong. Statt der Tanne schmücken viele der katholischen Vietnamesen dann einfach Palmen.

„Es war sehr schön für mich das erste Mal Schnee zu sehen. “
Thi Bich Lan Tran

In Gelsenkirchen haben die Tongs jetzt natürlich auch einen deutschen Tannebaum im Wohnzimmer stehen. Doch auf eine Tradition möchte die Familie auch hier nicht verzichten. An den Feiertagen kommt das klassisch vietnamesische Weihnachtsessen auf den Tisch. Heiligabend gibt es eine Nudelsuppe, wie sie auch die meisten Familien in Vietnam essen. „Nur die wohlhabenden Leute können neben der Suppe noch etwas anderes essen“, sagt die Mutter. Seit sie hier leben, essen die Tongs neben der Suppe immer auch gebratene Ente. Zum Nachtisch gibt es Klebereis mit Kokosmilch. Und am erste Weihnachtstag gibt es einen Feuertopf. „Dabei sitzt die ganze Familie um den Tisch und kocht in einem Topf mit Brühe Gemüse, Garnelen oder Fleisch. Es ist so ähnlich wie das hier bekannte Fondue, nur nicht mit so viel Fleisch“, erzählt Sina Tong. Desweiteren gibt es in Vietnam auch keinen zweiten Weihnachtsfeiertag und an den Weihnachtsmann können sich die Eltern der Familie auch nicht erinnern. „Vielleicht ist es in Vietnam auch zu warm für den Weihnachtsmann“, lacht die Mutter. Auch in diesem Jahr freut sich die Familie schon auf ihr Vietnamesisch-Deutsches Weihnachtsfest.
Somit, Chúc mừng giáng sinh (Frohe Weihnachten)nach Vietnam, Deutschland und für den Rest der Welt!
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