Timon Wellenreuther: „Ich habe Ronaldo nervös gemacht“

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Timon Wellenreuther spielte wie Platte das erste Mal in der Champions League und ist damit der jüngste, deutsche Torhüter, der je in der Königsklasse zum Einsatz kam. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Felix Platte (m.) kam ausgerechnet gegen das Starensemble von Real Madrid zu seinem Champions League-Debüt. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Timon Wellenreuther und Felix Platte feierten ausgerechnet gegen Real Madrid ihr Debüt in der Champions League. Beide machten einen guten Job und bekamen nach der Partie von Horst Heldt viel Lob. Der Schalke-Manager hatte zudem auch einen wichtigen Rat an die beiden 19-Jährigen.

Es war die 74. Minute, als Platte das runde Leder an die Latte knallte. Selbst der ehemalige Welttorhüter und Real Madrid-Torwart Iker Casillas staunte dem Ball nur hinterher und konnte gar nicht mehr eingreifen, obwohl der Schuss aus knapp 16 Metern Entfernung abgefeuert wurde. Es wäre die Krönung für ein starkes Champions League-Debüt von Platte gewesen, wenn der Ball zum 1:1 im Netz der Königlichen gezappelt hätte.

Heldt: „Platte ist ein ähnlicher Spielertyp wie Huntelaar“

Platte war in der 33. Minute für den verletzten Klaas-Jan Huntelaar eingewechselt worden. Nicht wenige rieben sich die Augen, dass Schalkes Cheftrainer Roberto Di Matteo ausgerechnet dem total unbekannten und vor allem unerfahrenen Platte in einem so bedeutendem Spiel das Vertrauen schenkte. Wellenreuther hatte in der Bundesliga immerhin schon bisher 225 Minuten Erfahrung sammeln dürfen. Platte spielte erst am vergangenen Spieltag in Frankfurt das erste Mal und auch nur über elf Minuten.

„Felix ist ein ähnlicher Spielertyp wie Klaas-Jan und hat sich schon im Winter-Trainingslager gut präsentiert. Seitdem ist er bei der Mannschaft geblieben und wurde vergangenen Samstag in Frankfurt schon eingewechselt und hatte in der Kürze der Zeit gute Aktionen. Wir haben nach wie vor das Credo, Spielern, die sich anbieten und die willig sind, das Vertrauen zu schenken. Da spielt das Alter keine Rolle. Felix hatte und hat sich das absolut verdient“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt kurz vor Mitternacht.

Heldt: „Solche Momente gibt es nicht oft im Fußballer-Leben“

Heldt war es auch, der für Platte und auch für Wellenreuther einen wichtigen Rat mit in die Nacht gab. „Trotz der Niederlage ist es wichtig für die jungen Spieler - die natürlich darüber enttäuscht sind, als Mannschaft verloren zu haben - sich über die persönliche Leistung zu freuen. Die sollte ihnen auch ein Lächeln auf die Lippen bringen. Das werde ich ihnen gleich auch noch einmal sagen. Solche besonderen Momente gibt es nicht oft im Fußballer-Leben. Wenn man über sich hinauswächst, sollte man sich freuen. Ansonsten wäre es schade.“

Heldt beschrieb Platte als „stets konzentriert. Er hört zu, ist ehrgeizig, unauffällig auffällig, was der richtige Schlüssel ist, um sich weiter zu entwickeln und zu präsentieren. Das ist heutzutage sehr hilfreich.“

Wellenreuther: „Innerlich brodele ich immer“

Und Wellenreuther? Der stellte sich nach der Partie ganz lässig vor die Presse und wusste seine Leistung einzuordnen. „ Ich kann meine Leistungen sehr gut einordnen. Ich bin die Nummer drei und habe zwei ganz starke Torhüter vor mir.“ Ob er da überhaupt wusste, dass er am Mittwoch, den 18. Februar 2015 Geschichte schrieb? Wellenreuther ist der jüngste, deutsche Torhüter, der je in der Champions League gespielt hat. Bisheriger Rekordhalter war Bernd Leno von Bayer Leverkusen. Übrigens: Manuel Neuer war 24 Jahre alt, als er in der Champions League debütierte.

„Bemerkenswert ist wahrscheinlich schon etwas untertrieben. Vor allem von der Art und Weise, wie er das alles macht“, war auch Horst Heldt schwer beeindruckt von dem insgesamt sehr coolen Auftritt des Schalke-Torhüters. „Ich gebe mich immer nur nach außen hin ruhig. Es bringt der Mannschaft mehr. Innerlich brodele ich aber immer“, so Wellenreuther, der zu einer kniffligen Szene, als Weltfußballer Ronaldo auf ihn zugestürmt kam, und der Schalke-Bubi ihn nach außen abdrängte, kurz und knackig sagte: „Ich habe ihn nervös gemacht.“
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1 Kommentar
24.051
Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 19.02.2015 | 09:18  
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