Eisern gegen Schließung

Anzeige
Das Lennebad lockt nicht nur mit Wasserspielspaß. Hier haben auch verschiedene Wassersportvereine ihr Domizil. Für sie wäre eine Schließung des Bades fatal. Foto: privat
Hohenlimburger Politik kämpft um das Richard-Römer-Lennebad

Die Hohenlimburger Politik steht geschlossen zum Richard-Römer-Lennebad. Dies wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung deutlich, in der sich die fünf dort vertretenen Parteien hinsichtlich der aktuellen Haushaltsdiskussion noch einmal deutlich gegen eine vom Stadtkämmerer Gerbersmann vorgeschlagene Schließung positionierten.


Hohenlimburg. In dem einstimmig angenommenen Gemeinschaftsantrag von CDU, SPD, Bürger für Hohenlimburg, Bündnis 90/Die Grünen und Hagen aktiv heißt es:
„Das Bad ist zur Aufrechterhaltung eines geregelten Schulschwimm- und Vereinsbetriebes in Hohenlimburg nicht verzichtbar. Ein Schwimmunterricht, währenddessen sich die Schüler länger in Transportbussen, Umkleidekabinen und Duschbereichen aufhalten als schwimmend im Wasserbecken, führt einen solchen Unterricht ad absurdum und ist nicht zielführend.
Weiterhin können weder alle Schüler aus Hohenlimburg noch alle Vereinsschwimmer aus Hohenlimburg angemessen im Westfalenbad untergebracht werden.“
„Schon jetzt nutzen umgekehrt viele Hagener Vereine das Richard-Römer-Lennebad, weil es im Westfalenbad an Kapazitäten fehlt“, nannte Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) mit dem Polizei SV, Westfalen 23, SV Hagen 94, TSV Dahl, den H2O Tauchern und dem Kanu-Verein Hagen gleich ein halbes Dutzend Hagener Nutzer. Und Peter Leisten (CDU) ergänzte, dass es für die Besucherzahlen im Westfalenbad ebenso negative Folgen haben dürfte, wenn das Sportbad dort aus allen Nähten platzt. Auch für Peter Arnusch (SPD) war daher klar: „An unserem Beschluss zum Erhalt des Bades ist nichts zu rütteln.“
Zumal eine Schließung des Richard-Römer-Lennebades eine Schneise der Verwüstung in das Hohenlimburger Vereinsleben schlagen würde. Die rund 500 Mitglieder starke DLRG-Ortsgruppe Hohenlimburg würde sich wohl ebenso auflösen wie die Behindertensportgruppe, die mehr als 100 Angehörige zählt – zuzüglich einer langen Warteliste. Integrationsangebote wie das Schwimmen für Muslime oder die regelmäßigen Besuche der Flüchtlingsgruppen aus der Nahmer fielen ebenso flach. „Die Vereine sind bislang gar nicht gefragt worden“, kritisierte denn auch Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss.
Kommunale Schwimmbäder, so die einhellige Meinung der Bezirksvertretung, werden dringend gebraucht, um die Schwimmausbildung von Kindern zu ermöglichen, den Vereinen Trainingsmöglichkeiten zu bieten und Erholungssuchenden ein Freizeitangebot zu machen. Vor 25 Jahren konnten 95 Prozent der Kinder nach Abschluss der Grundschule schwimmen, heute liege die Zahl bei knapp 50 Prozent. Die Zahl der tödlich verlaufenden Badeunfälle ist bundesweit hingegen deutlich angestiegen; ein Hauptgrund, so die Bezirksvertreter, läge in der Schließung kommunaler Schwimmbäder in vielen deutschen Städten.
Die endgültige Entscheidung liegt jetzt beim Rat der Stadt Hagen. "Die Vereine sind bislang gar nicht gefragt worden."
Hermann-Josef Voss, Bezirksbürgermeister Hohenlimburg
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.