Hagen: Augen auf beim Onlinekauf

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Drei Viertel aller Beratungsgespräche, die Birgit Olek-Flender mit Verbrauchern führt, kreisen um das Thema Einkauf im Internet.
Hagen: Verbraucherzentrale Hagen |

„Manchmal könnte ich in den Tisch beißen!“ Birgit Olek-Flender steht nicht im Verdacht cholerischer Veranlagung. Aber beim Thema Kaufen im Internet kann die Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale hier und da nicht an sich halten.

Haarsträubendes erlebt die Verbraucherberaterin immer wieder. Gut drei Viertel aller Gespräche, die sie mit Konsumenten führt, haben mit E-Commerce zu tun. Hier bekommt sie es mit mehr oder weniger raffinierten Betrugsmaschen auf der einen, aber auch naiven Zeitgenossen auf der anderen Seite zu tun.
Eine Mischung aus Unerfahrenheit und Schnäppchenjagd lässt Menschen immer wieder auf so genannte „Fake-Shops“ hereinfallen. „Viele halten Onlinekauf generell für günstig“, weiß Birgit Olek-Flender. „Das kann man so pauschal natürlich nicht sagen.“ Diese Annahme machen sich Betrüger zunutze und bieten waren an, die nicht existieren. Sämtliche Alarmglocken müssen laut geben, wenn Vorkasse verlangt wird. „Online-Shops sind dazu verpflichtet, mehrere Zahlungsarten anzubieten, darunter muss es eine kostenfreie Alternative geben“, erklärt die VZ-Expertin. Das Lastschriftverfahren hält sie für empfehlenswert, weil Beträge binnen acht Wochen zurückgebucht werden können.
Nicht jedes Bewertungsportal bietet verlässliche Informationen über einen Anbieter. Gerüchte über Firmen, die sich positive Rückmeldungen kaufen, entbehren nicht einer gewissen Grundlage. Dennoch hält es die Verbraucherzentral für sinnvoll, den Namen eines Anbieters mal in eine Suchmaschine einzugeben. Allerdings ist auch hier eine Portion Skepsis angeraten.
Händler, die mit einem Siegel werben, dass sichere, seriöse Geschäftsabwicklung bescheinigt, müssen dessen Echtheit nachweisen. Ein Klick auf das Siegel leitet zum Prüfzertifikat weiter. Auf welche dieser Qualitätsversprechen Verlass ist, lässt sich unter www.internet-guetesiegel.de herausfinden.
Rechtshändel mit Telekommunikationsanbietern stellen einen nicht unerheblichen Teil der Beratungstätigkeit der Mitarbeiter am VZ-Sitz im Volkspark dar. Birgit Olek-Flender bescheinigt ihrer Institution auf diesem Feld eine hohe Erfolgsquote. „Ich denke, dass wir in etwa 95 Prozent zu einer Lösung im Interesse der Verbraucher kommen.“ So konnte auch eine junge Hagenerin von einem Vertrag zurücktreten, obwohl die Widerspruchsfrist bereits abgelaufen war. Sie hatte sich übers Internet einen mobilen Internet-Zugang besorgt, den sie Zuhause nutzen wollte. Dort funktionierte er aber nicht. Ein Umstand, der bei einem Beratungsgespräch im Fachgeschäft wahrscheinlich aufgefallen wäre.

Checkliste

Wer vor einer Bestellung im Internet einige wesentliche Punkte klärt, kann sich eine Menge Ärger ersparen .
Professionell gestaltete Seiten sagen nichts über die Seriösität des Abieters aus.
Händler müssen ein Impressum mit vollständiger Anschrift und Handelsregistereintrag veröffentlichen. Fehlen diese Angaben: Finger weg!
Hilfreich ist ein Blick in Bewertungsportale. Man sollte den Namen des Shops einfach mal „googeln“.
Gütesiegel wie „Trusted Shops“ sind nur echt, wenn ein Prüfzertifikat vorliegt. Aufs Icon klicken und schon weiß man mehr.
Besonders bei verlockend günstigen Angeboten ist Skepsis angebracht.
Vorkasse sollte ein Ausschlusskriterium sein (Stichwort: Fake-Shops). Seriöse Anbieter lassen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten zu.
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