Jäger und Landwirte sorgen sich um Jungtiere

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Damit Jungwild vor dem Mähtod bewahrt bleibt, arbeiten Landwirte und Jäger zurzeit Hand in Hand. (Foto: natuerlich_jagd)

Kreis. In der Landwirtschaft steht im Mai die alljährliche Wiesenmahd zur Heu-Ernte an. Wiesen und Felder verwandeln sich zur gleichen Zeit jedoch in eine regelrechte Kinderstube. Die immer größer und schneller werdenden Mähmaschinen sind nicht nur eine erhebliche Gefahr für Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter, mittlerweile wird die Wiesenmahd auch vielen größeren Wildtieren zum Verhängnis. Mehr als 500.000 kleine und große Wildtiere sind jedes Jahr vom Mähtod betroffen. Die Initiative Natürlich Jagd klärt über Maßnahmen zur Vermeidung der ebenso grausamen wie gravierenden Gefahr auf.

Für eine effektive Wildtierrettung ist eine gute Kommunikation vor der Mahd das A und O. Landwirte sollten die geplante Mahd frühzeitig beim Jagdpächter oder Jäger ankündigen, damit die erforderlichen Schutzmaßnahmen rechtzeitig durchgeführt werden können. Dazu gehört unter anderem das Absuchen der Wiesen mit Hunden und Infrarotgeräten. Beim In-Sicherheit-Bringen der gefundenen Jungtiere muss der Körperkontakt so gering wie möglich gehalten werden, damit die Muttertiere ihre Jungen im Anschluss nicht wegen des menschlichen Geruches verstoßen. Immer häufiger wird die Suche im hohen Gras auch durch technische Helfer aus der Luft unterstützt. Ferngesteuerte Drohnen kommen bereits vielerorts zum Einsatz, da sie schnell und wendig sind und großflächige Gebiete in kurzer Zeit durchsuchen können. Pro Stunde sind mittlerweile zehn bis fünfzehn Hektar zu schaffen. Dank integrierten Wärmebildkameras ist das Wild im kühlen Gras deutlich zu erkennen. Die Koordinaten eines jeden Tieres werden dann an eine elektronische Karte gesendet. So können Kitze oder andere Jungtiere gezielt aufgesucht und in Sicherheit gebracht werden.

Immer häufiger wird die Suche im hohen Gras auch durch technische Helfer aus der Luft unterstützt


Zu weiteren Schutzmaßnahmen gehört außerdem die Vergrämung der Tiere. Akustische und optische Störungen, wie beispielsweise raschelnde Kunststoffsäcke, laufende Radios oder blinkende Lichter, bringen die Tiere dazu, die Wiesen freiwillig zu verlassen. Auch das Ausbringen bestimmter Duftstoffe ist ein effektives Vergrämungsmittel. Dazu wird unter anderem häufig auf Menschenhaar zurückgegriffen. Damit die Tiere nicht von den gefährlichen Mähmaschinen eingekesselt werden, sondern noch während der Mahd die Möglichkeit haben zu flüchten, sollten die Landwirte stets von innen nach außen mähen. Eine gute Kombination der genannten Schutzmaßnahmen ist am wirkungsvollsten und kann viele Wildtieren vor dem Mähtod bewahren.
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