Naturschützer lehnen Verkauf von Teilen des Naturschutzgebiets Weißes Venn / Geisheide ab

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Ehrenamtliche und hauptamtliche Naturschützer des Natur- und Vogelschutzvereins Haltern, des BUND, des NABU, der Biologischen Station Kreis Recklinghausen, der Biologischen Station Zwillbrock und des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld lehnen den Verkauf von Teilen des Naturschutzgebietes ab.

Breites Bündnis gegen eine weitere Ausdehnung des Sandabbaus in das wertvollen europäische Schutzgebiet

Dülmen/Haltern. Auf dem Jahrestreffen des Arbeitskreises von Naturschützern zum ehemaligen Truppenübungsplatz Haltern lehnten diese einhellig den Verkauf von Flächen der öffentlichen Hand an ein privates Wirtschaftsunternehmen ab. Dies darf nur stattfinden, wenn es unzweifelhafte Rechtsansprüche von Alteigentümern gibt. Die Naturschützer sprachen sich geschlossen für einen strikten Vorrang des Naturschutzes gegenüber dem Sandabbau aus.

Ehrenamtliche und hauptamtliche Naturschützer des Natur- und Vogelschutzvereins Haltern, des BUND, des NABU, der Biologischen Station Kreis Recklinghausen, der Biologischen Station Zwillbrock und des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld tauschen sich seit 2013 regelmäßig auf den Jahrestreffen aus. „Unter allen, die sich in dieser Region für Naturschutz einsetzen, gibt es nur eine Meinung: Diese Flächen mit ihren einmaligen Vorkommen seltener und vom Aussterben bedrohter Arten müssen auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben, nachdem schon nahezu alle vergleichbaren Moor- und Heideflächen in der Region vernichtet wurden.“, fordert Walter Fleuster vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern. „Kranich und Kreuzotter, Ziegenmelker und Heidelerche darf der Sandboden nicht abgegraben werden, auf dem sie noch ihre wenigen Lebensräume haben“.

„Kranich und Kreuzotter, Ziegenmelker und Heidelerche darf der Sandboden nicht abgegraben werden..."

Auf Unverständnis stoßen die Bemühungen, einen Großteil der Flächen (740 ha) in Lavesum - darunter fast das gesamte Restmoor, wertvolle Heideflächen sowie großflächige Feuchtwiesen - aus dem öffentlichem Eigentum der Bundesrepublik Deutschland an ein privates Wirtschaftsunternehmen zu veräußern. Die Naturschützer befürchten, dass dann nicht der Schutz der Natur, sondern die wirtschaftliche Verwertung der Sandvorkommen im Vordergrund steht. Der Bundestag hatte 2015 beschlossen, von den 1.430 ha des ehemaligen Truppenübungsplatzteils Lavesum 390 ha als Nationales Naturerbe dauerhaft zu bewahren. Mehr waren es damals nicht, weil noch ungeklärte Fragen des Alteigentums im Raum standen. Diese Fragen sind mittlerweile geklärt. Nach schriftlicher Auskunft des Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn vom Juli 2016 besteht lediglich für rund 67 ha der bisher nicht ins Nationale Naturerbe übertragenen Flächen ein Rückübertragungsanspruch an einen Alteigentümer. Die Naturschützer waren sich einig, dass der gesamte übrige Teil dieses wertvollen Schutzgebietes von Europäischer Bedeutung dem Nationalen Naturerbe zugeführt werden sollte.
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