Country-Tourenfahrt CTF rund um den Dachsberg war gut besucht

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Die Haardbiker, der RVR und Landrat Cay Süberkrüb begrüßten die Fahrer an der Dachsbergschule.
 
Früh übt sich - mit ihren fünf Jahren war Nele die jüngste Teilnehmerin bei der CTF.

Mountain-Biking ist ein beliebter Sport in unseren Breiten. Damit der Traum vom Fahren auf den Querfeldeinstrecken durch den Wald für die Natur nicht zum Alptraum wird, hatte der Haardbiker-Verein in Koordination mit dem RVR, der Landschaftsbehörde und Naturschutzverbänden am Wochenende drei naturverträgliche Teststrecken ausgewiesen. Vor Ort begrüßten Maria Wagner und Martin Wirtz vom RVR, die Vorsitzende der Haardbiker Elisabeth Chrost und Landrat Cay Sübercrüb die Biker.

Start und Ziel war die Dachsbergschule in Flaesheim. Von hier aus ging es querfeldein durch den Wald. Rund 750 Biker von nah und fern waren der Einladung gefolgt und hatten sich bestens ausgerüstet am frühen Sonntagmorgen auf eine der drei Teststrecken durch den westlich der Landstraße L551 gelegenen Teil des Waldgebietes gemacht. 28, 40 oder 64 Kilometer standen den Fahrern zur Auswahl, wobei nicht nur die Länge des Trails sondern vor allem die zu überwindenden Höhenmeter für körperliche Anstrengung sorgten. Entlang der Routen betreuten mobile Streckenposten mit Rat und Verpflegung die Biker.

Bei der Anmeldung erhielt jeder Teilnehmer einen Fragebogen, der nach Beendigung der Fahrt ausgefüllt werden musste. Neben der eigenen Fahroutine wurde der Spaßfaktor und der Schwierigkeitsgrad abgefragt. Auch nach der Beurteilung von Gefahrenpunkten und den zu bewältigenden Herausforderungen wurde gefragt. Am frühen Nachmittag trudelten nach und nach die Biker wieder auf dem Schulhof der Dachsbergschule ein und stärkten sich bei Kaffee, Kuchen und Würstchen. Nahezu alle Fahrer waren begeistert, gaben ein sehr zufriedenstellendes Feedback ab und würden die Strecken weiterempfehlen, stellte der RVR nach einer ersten Sichtung der abgegebenen Fragebögen fest. Nun werden die Ergebnisse ausgewertet und Förderanträge gestellt.

Im Waldgebiet liegen sensible, schützenswerte Bereiche und attraktive Freizeiträume oft dicht nebeneinander. Konflikte sind da manchmal nicht zu vermeiden. Dem RVR ist es ein Anliegen, eine naturverträgliche Mountainbike-Route dauerhaft in der Haard anzubieten. Die Veranstaltung des Haardbiker-Vereins war daher eine willkommene Gelegenheit, die Tauglichkeit und Attraktivität der Strecken zu testen. Geplant ist ein späterer Ausbau von Strecken auch im östlichen Teil des Waldgebietes. Ein wesentlicher Faktor bei der Ausweisung ist ausdrücklich die Minimierung von Störungen für Natur und Umwelt. Die Planung entsteht im Rahmen der Regionale 2016 vom Naturpark Hohe Mark Westmünsterland, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und dem Regionalverband Ruhr und ist Teil des Projektes "Waldband". 2018 sollen die Strecken dann eingeweiht werden.


Kommentar:

Radfahren ist Volkssport Nummer 1. Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Dass Biker bei der Ausübung ihrer Freizeitbeschäftigung lieber in landschaftlich reizvoller Umgebung unterwegs sind als in Stadtgebieten, ist verständlich. Mountainbiker sind dazu zwingend auf natürliche Strecken angewiesen. Verständlich ist aber auch, dass Naturschützern die Raserei jenseits dafür ausgewiesener Strecken ein Dorn im Auge ist. Rücksichtsloses Verhalten stresst nicht nur Wildtiere und zerstört die Flora, auch Wanderer und Spaziergänger werden mitunter von Bikern erschreckt und fühlen sich empfindlich gestört. Der Wald muss als Lebensraum und Ruheraum geachtet und respektiert werden.

Kein Verständnis aber gilt dem Aufstellen selbstgebauter Fallen aus spitzen Hölzern, so wie sie von Spaziergängern unlängst auf einer Abfahrtsstrecke entdeckt worden sind. Wären diese Fallen nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt worden, hätten sie für Biker zu schwersten Verletzungen führen können. Ein solches Verhalten ist nicht nur grob fahrlässig, sondern kriminell, da es gesundheitliche Gefährdungen von Personen billigend in Kauf nimmt. Auch die Streckenausweisungen und Hinweisschilder der CTF-Routen wurden im Vorfeld mehrfach mutwillig zerstört. Sollten hier selbsternannte „Naturschützer“ am Werk gewesen sein, mit der Absicht durch ein hohes Gefahrenrisko Biker abzuschrecken, so ist diese Aktion als blindwütige Zerstörung und Verletzungsabsicht zu werten und nicht im Mindesten zielführend. Zudem haben die Veranstalter betont, nur naturverträgliche Strecken abseits von Wander- und Spazierwegen für die Biker zuzulassen.
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