Wettbewerb „Westfalen bewegt“: Preis für Halterner Projekt „Pro Anima“

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Mit Caritas-Geschäftsführer Willi Grave (r.) und Bürgermeister Bodo Klimpel (l.) freuten sich die Projekt-Mitarbeiterinnen (v.l.) Sabine Peisert, Karin Niehus, Dr. Reinhild Tuschewitzki und Aurelia Gülden, als Vera Kalkhoff (Mitte) den Preis an „Pro Anima“ überreichte.

Haltern. Wenn Menschen psychisch oder an einer Sucht erkranken, ist das schlimm. Wenn es dabei um Eltern geht, sind die Auswirkungen der Erkrankung auf die Kinder mindestens ebenso schlimm. Dieses Problems nimmt sich Pro Anima in Haltern am See an. „Das Projekt schließt eine Lücke, weil hierfür insgesamt zu wenig Geld vorhanden ist. Diese Kinder erleben aber eine hohe psychosoziale Belastung. Sie erleben die Unberechenbarkeit der elterlichen Zuwendung und fehlende Verlässlichkeit.

Weil die Kinder dieses krankheitsbedingte Verhalten weder verstehen noch verarbeiten können, entwickeln sie oft massive Angst- und Schuldgefühle. Diesem Problem begegnet pro anima mit gut ausgebauten Kooperationsstrukturen und einem Netzwerk sehr engagierter Ehrenamtlicher“, lobt Vera Kalkhoff. Die Projektbeauftragte der Stiftung Westfalen-Initiative erläutert damit zugleich die Jury-Entscheidung, das Projekt „pro anima“ im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs „Westfalen bewegt“ mit einem Preis zu würdigen.
Träger des Projekts, das ein Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche vom vierten Lebensjahr bis ins junge Erwachsenenalter ist, ist der Caritasverband Haltern am See. Seine Kooperationspartner sind unter anderem der Vestische Gesundheitsdienst, die haupt- und ehrenamtliche Gemeindecaritas, die Suchtberatung sowie die Jugend- und Familienhilfe des Caritasverbandes Haltern am See.
Die Projektidee entstand vor fast zehn Jahren aus der täglichen Arbeit des sozialpsychiatrischen Dienstes. Von 2009 bis 2012 sicherte eine finanzielle Förderung der „Aktion Mensch“ wesentlich die konkrete Arbeit. Seither finanziert sich pro anima im Wesentlichen über Spenden. „Mindestens 30.000 Euro müssen jährlich zusammenkommen, damit das Projekt weiter bestehen kann. Und der Bedarf ist augenscheinlich. Im vergangenen Jahr haben wir 19 Familien mit 27 Kindern betreut. In 16 Familien war die Mutter erkrankt, zwei Mal war es der Vater und in einer Familie waren beide Elternteile betroffen. Häufigste Diagnose war eine depressive Erkrankung“, nennt Karin Niehus vom Projektteam konkrete Zahlen. In der Lenkungsgruppe sind zwei ehren- und drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen aktiv. Sie werden unterstützt von weiteren 15 sehr engagierten Ehrenamtlichen, die sich bei verschiedenen Aktivitäten einsetzen. Das reicht von einem tiergestützten sozialpädagogischen Projekt als Nachbetreuung bis zur erlebnisorientierten Gruppenarbeit wie dem regelmäßig angebotenen „Mitmachzirkus“. Da kommen die 2.000 Euro Preisgeld gerade recht.

Mit seinem Ansatz erfüllt das Projekt alle wesentlichen Kriterien des Wettbewerbs „Westfalen bewegt“


Mit seinem Ansatz erfüllt das Projekt alle wesentlichen Kriterien des Wettbewerbs „Westfalen bewegt“. Der war in diesem Jahr zum vierten Mal ausgeschrieben. Er richtet sich an Gruppen in Westfalen, die in nachahmenswerter Weise die Gestaltung der Zukunft selbst in die Hand nehmen und nicht allein auf staatliche oder bereits institutionalisierte Hilfe bauen. Dieses beispielhafte bürgerschaftliche Engagement fördert die Westfalen-Initiative in 2016 im Einzelfall mit bis zu 10.000 Euro. Insgesamt stehen in diesem Jahr 40.000 Euro zur Verfügung. Seit 2013 hat die Westfalen-Initiative 38 Projekte mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 207.000 Euro gefördert. Sie honoriert und unterstützt damit ganz maßgeblich den ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern in der Region.
Auch Bürgermeister Bodo Klimpel war bei der Preisverleihung am Mittwoch dabei. Er würdigte die gute Arbeit von pro anima und erinnerte daran, dass vor zwei Jahren bereits Dr. Reinhild Tuschewitzki den Bürgerpreis Ehrenamt erhalten hat. Auch auf diesem Gebiet engagiert sie sich seit vielen Jahren.
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