Beruf: Erfinder - Zülfikar Celik aus Wesel macht sich Sorgen um verschwendetes Wasser

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Zülfikar Celik
Zülfikar Celik aus Wesel erfindet gern. Und dabei geht es ihm um Ideen, die helfen: dem Menschen oder der Umwelt. Wie seine Erfindung zum Pissoir. Es ist nachgewiesen, dass Mann gehemmt sein kann bei der Benutzung einer öffentlichen Toilette. Dem entgegenwirken sollen zum Beispiel sensorgesteuerte Systeme, bei denen mittels Lichtschranke die Spülung ausgelöst wird, sobald Mann sich dem Pissoir nähert. Das fließende Wasser erzeugt Geräusche, die für eine angenehmere und entspannende Atmosphäre sorgen. „Aber das ist doch Verschwendung.“

„Sechs Liter Wasser benötigt eine Spülung“, weiß Celik, der sich intensiv mit dem Thema Wasserverbrauch auseinandergesetzt hat. „Ein bis zwei Millionen Pissoirs in Deutschland sind zurzeit mit einer Sensortechnik ausgestattet. Wenn nicht Wasser fließt, sondern bloß ein Geräusch ertönt, könnte viel Wasser und damit auch Geld gespart und die Umwelt geschont werden.“

Celiks Erfindung ist die Idee, dass beim Herantreten eines Benutzers an eine Urinierstation mehrere überlagerte oder sequentiell aufeinanderfolgende Geräusche über Lautsprecher erzeugt werden, sodass für andere Personen keine Geräusche wahrnehmbar sind, wenn es zum Urinieren kommt. „Das entspannt. Die Hauptsache ist, der Mensch lenkt sich ab“, meint Celik. „Die Industrie findet meine Erfindung nicht nur interessant, sondern sehr gut.“

Er hat mit Herstellern der Sanitärbranche gesprochen, die meinen, dass solch eine Vorrichtung vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden müsse, so wie Feuermelder. Umsetzbar wäre seine Idee kostengünstig: „Ein Infrarotdetektor kostet zwischen 400 und 800 Euro. Meine Erfindung nur einen.“ Er appelliert an Bürger, Gastronomen, Hoteliers, seine Idee zu unterstützen, die er sich hat patentieren lassen und ist zudem an das Bundesumweltamt in Dessau herangetreten.

Nicht zum ersten Mal hat er den Bund kontaktiert. 2009 hat er sich seine Idee für die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr patentieren lassen: Ein Rücklicht oder Blinker soll aufleuchten, sobald ein Auto- oder Beifahrer seine Autotüre öffnet, um den rückwärtigen Verkehr zu warnen. „Dazu müsse nur der Bordcomputer umprogrammiert werden.“ Im November wird seine Erfindung auf der Agenda eines Sonderausschusses des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur stehen.
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