Roswitha Bannert-Schlabes: Morgenmuffel mit England-Faible will moderieren und modernisieren

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(Foto: privat)
 
Beim Vorlesen. (Foto: privat)

Die Politik überlassen wir den Anderen. Wäre doch öde, wenn auch unsere Redaktion die beiden Kandidaten für die Hamminkelner Bürgermeisterwahl nach ihren Lösungen für die Probleme in der Stadt und in den Ortsteilen fragen würde. Deshalb machen wir es ganz anders: Wir möchten (fast) ausschließlich Persönliches und Privates von Roswitha Bannert-Schlabes und Bernd Romanski erfahren. Was uns die Beiden verraten, ist natürlich ihre eigene Entscheidung.

So wie die Wähler/innen am 13. September entscheiden, wem der beiden Kontrahenten sie ihre Stimme geben. Spannende Sache! Eines wissen wir allerdings schon: nämlich, dass es vor allem auch eine Personen-Wahl wird. Viele Bürger machen ihr Kreuzchen hinter demjenigen, den sie für fähiger halten. Oder hinter demjenigen, den sie netter finden. Wenn sie überhaupt wählen gehen. Um dem Wahlvolk dies zu erleichtern, stellen wir heute die Privatmenschen vor, die sich hinter den Kandidaten verbergen.

Sind sie ehrlich? Haben sie Humor? Interessieren sie sich für die gleichen Dinge wie ich? Eignen sie sich charakterlich als Bürgermeister? Das möchte die Redaktion herausfinden.

Kurz vor der Wahl stellten wir jeweils 15 Fragen an Roswitha Bannert-Schlabes und Bernd Romanski. Und ganz am Ende (nach dem Steckbrief) hat jeder der Beiden die Gelegenheit zu formulieren, was ihm für die Hamminkelner Zukunft besondern am Herzen liegt.

Natürlich geben wir der Dame den Vortritt und veröffentlichen zuerst das Interview mit

Roswitha Bannert-Schlabes (CDU)


Redaktion: Was hat Sie in den vergangenen zwei Monaten am meisten beschäftigt?
Bannert-Schlabes: Neben dem Wahlkampf? Die Reise meines jüngsten Sohnes in die USA für zehn Monate, um dort zur Schule zu gehen.

Redaktion: Wie geht Ihre Familie mit Ihrer aktuellen Kandidaten-Rolle um?
Bannert-Schlabes: Meine Familie unterstützt mich mit Überzeugung und großer Freude aktiv in meinem Wahlkampf.

Redaktion: Sie verbringen ein Jahr auf einer einsamen Insel und dürfen einen Menschen, ein Buch und eine DVD/CD mitnehmen. Welche Entscheidungen treffen Sie?
Bannert-Schlabes: Ich nehme meinen Mann mit, weil ich mit ihm überall leben kann.
DVD und CD nehme ich nicht mit, weil ich davon ausgehe, dass auf der einsamen Insel kein Strom ist, geschweige denn ein DVD bzw. CD Player
Beim Buch wird es etwas schwieriger: Soll es ein Buch sein, was ich bereits gelesen habe oder eines was ich noch nicht gelesen habe?
Eigentlich könnte ich drei Bücher mitnehmen, da ich weder DVD noch CD mitnehme ...

Bereits gelesen:
Milan Kundera. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Isabel Allende. Paula
Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein.

Als neues Buch würde ich von Isabell Alliende Amandas Suche mitnehmen

Redaktion: Wenn Sie Millionärin wären und gebeten würden, Ihrer Heimatstadt etwas Nützliches zu schenken – was wäre das?
Bannert-Schlabes: Alles, was ich einsetze, würde ich damit verbinden, dass engagierte Mitbürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, sich auch ohne Geld in Projekten zu engagieren, die durch mich dann angestoßen und im Grundstock finanziert werden könnten. Spontan würde ich den Umbau einer Grundschule der Stadt finanzieren, damit ein schwer körperbehindertes Kind dort zur Schule gehen kann und ich würde auch nötige Umbaumaßnahmen in den anderen Grundschulen finanzieren.
Außerdem würde ich der Stadt gerne einen weiteren Bürgerbus schenken, damit dann die Linie Hamminkeln- Brünen-Marienthal ebenfalls angeboten werden kann. Das wären wunderbare Bürgerschaftsprojekte, die ich gern anstoßen und auf Dauer tragbar machen würde.

Redaktion: Was könnte eine Lösung für die Flüchtlingsunterbringung in Hamminkeln sein, falls weitere Menschen kommen?
Bannert-Schlabes: Die Fertigstellung der geplanten Wohneinheiten an den festgelegten Standorten. Außerdem müssten die Unterkünfte dringend erneuert werden. Ich würde mich vor allem auch hier über private Initaiven freuen und sie fördern, mit denen die Problematik auf breiter Basis gelöst werden kann.
Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für das große Engagement der Flüchtlingshilfe.

Redaktion: Drei Ihrer Stärken, drei Ihrer Schwächen – aber bitte konkret!
Bannert-Schlabes: Meine Stärken: aktiv zuhören; Ich behalte auch in Stresssituationen einen klaren Kopf. Wenn ich ein eindeutiges Ziel habe, finde ich auch den Weg dorthin.
Meine Schwächen: Ich habe einen Hang zum Perfektionismus; Ich bin ein absoluter Morgenmuffel. Wenn etwas aus meiner Sicht zu lange dauert, werde ich ungeduldig.

Redaktion:Welche Frage würden Sie Ihrem Kontrahenten gerne stellen?
Bannert-Schlabes: Ich würde ihn gerne fragen, was er in seinem letzten Urlaub alles erlebt und gesehen hat.

Redaktion: Ein/e Konkurrent/in überholt Sie beim Langlauf kurz vor dem Ziel. Was denken Sie?
Bannert-Schlabes: Kommt auf die Länge der Strecke an. Bei einem Halbmarathon ist mir das egal, weil da mein Ziel einzig und allein der Weg ist, also die Strecke zu laufen.
Bei 5 oder 10 Kilometern würde ich alle meine Reserven mobilisieren um doch noch vorher ins Ziel zu kommen.

Redaktion:Mit welcher politischen Denkweise könnten Sie sich am wenigsten anfreunden?
Bannert-Schlabes: Politische Denkweisen, die die Freiheit einschränken, Demokratie zerstören und Menschen ausgrenzen, lehne ich ab.

Redaktion:Wie stehen Sie zu Gartenarbeit und defekten Fahrrädern?
Bannert-Schlabes:
Gartenarbeit mache ich sehr gerne, da kann ich meine Gedanken einfach spazieren gehen lassen.
Defekte Fahrräder überlasse ich anderen.

Redaktion:Haben Sie eine Lieblingsserie im Fernsehen?
Bannert-Schlabes: Da fällt mir gerade nichts Konkretes ein - vielleicht "Inspektor Barnaby", weil die so schön britisch ist.

Redaktion: Hamminkeln feiert und beauftragt Sie mit der musikalischen Gestaltung. Was stellen Sie auf die Beine?
Bannert-Schlabes: Ein Stadt Musikfestival, bei dem alle Gruppen und Orchester der Stadt die Möglichkeit haben, vor möglichst großem Publikum Musik zu machen.

Redaktion:Eine muslimische Glaubensgemeinschaft möchte ein Gebetshaus in Mehrhoog bauen. Wie sollten Räte und Stadtverwaltung reagieren?
Bannert-Schlabes: Rat und Verwaltung sollten in Ruhe die Rahmenbedingungen prüfen, Gespräche mit den Organisatoren und den Bauherren führen, um festzustellen ob Integration und Toleranz in alle Richtungen vorhanden sind. Die Bürgerinnen und Bürger müssen in diesen Prozess einbezogen werden.

Redaktion:Wenn am 12. September die Welt untergeht, was erledigen Sie vorher unbedingt?
Bannert-Schlabes: Als erstes würde ich meinen Sohn Lion nach Hause holen, um meine Familie noch einmal zusammen zu haben. Ich würde mich von meinen Geschwistern und meinen Freunden verabschieden und mich bei den Menschen bedanken, die mich auf meinem Lebensweg unterstützt und begleitet haben.

Redaktion:Warum sind Sie die Bessere im Bürgermeisterbüro?
Bannert-Schlabes: Ich bin die Bessere, weil ich verbinden will und nicht spalten, ich will moderieren und modernisieren, um so unsere Stadt auch in Zeiten des demografischen Wandels weiter zu entwickeln.
Und ich werde kontinuierlich was gut ist weiter entwickeln.

Steckbrief

53 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder (24, 22,16)
Ausbildung: Psychologischer Berater/ personal Coach Fernhochschule Hamburg
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg mit dem Abschluss Diplom- Ökonomin
Beruf: freiberuflich tätig. Beratung, Seminare und Coaching (Kommunikation, Zeitmanagement, Zielentwicklung, Konfliktlösung, Geschäftsplankonzeption)
Hobbys: laufen (Jogging), Gartenarbeit, stricken und lesen

Letzte Frage: Was liegt Ihnen für die Hamminkelner Zukunft besonders am Herzen?
Bannert-Schlabes: Die Sanierung des Haushalts, um so die Handlungsfähigkeit unserer Stadt zu erhalten, Infrastruktur zu schaffen, die allen Generationen gerecht wird, damit die Lebensqualität auch in Zukunft hoch ist.
Last but not least, mir liegt die moderne dörfliche Struktur unserer Stadt am Herzen, da das unser Markenzeichen ist, diese gilt es zu erhalten und zu stärken.
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3 Kommentare
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Karl-Hermann Hecheltjen aus Hamminkeln | 06.09.2015 | 10:08  
Dirk Bohlen aus Wesel | 08.09.2015 | 20:57  
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Neithard Kuhrke aus Wesel | 09.09.2015 | 01:01  
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