Diamanten und Schmuck erbeutet

Anzeige
(Foto: Sylvia Mönnig)
(Von Sylvia Mönnig) Im Herbst vergangenen Jahres nutzten Diebe eine günstige Gelegenheit, verschafften sich Zutritt zu einem Wohn- und Geschäftsgebäude in Sümmern. Die Täter erbeuteten Diamanten und Schmuck. Seit dieser Woche stehen drei Männer aus Rheinberg und Antwerpen vor dem Hagener Landgericht. Sie sollen den Einbruch entweder selbst begangen oder die Diamanten als Hehler auf den Markt gebracht haben.
Immer dann, wenn etwas Geld übrig war, kaufte der Sümmeraner Unternehmer Diamanten oder Schmuck – eine Altersversorgung für sich und die Kinder. Die Investitionen landeten im Tresor. Der Stahlschrank erschien der Familie sicher – bis zum 10. November vergangenen Jahres. Die Einbrecher gelangten über ein Fenster in das Gebäude und stießen auf den Tresor, den sie kurzerhand aufflexten. Sie verschwanden mit bis zu 116 Diamanten und wertvollem Schmuck im Gesamtwert von mehreren hunderttausend Euro.
Wenig später erhielt die Polizei in Duisburg den entscheidenden Tipp: Eine auf Einbrüche und Raubüberfälle spezialisierte Bande versuche, Diamanten zu verkaufen. Nun schlug die Stunde für Scheinkäuferin „Dana“: Die Polizistin nahm Kontakt zu den mutmaßlichen Händlern auf, präsentierte sich als Interessentin. Nach einem ersten Treffen mit den beiden Angeklagten aus Rheinberg an einer Autobahnraststätte stand der Deal: Für 100 000 Euro sollte „Dana“ 85 Diamanten aus dem Sümmeraner Bruch erhalten. Am nächsten Tag sollte die Übergabe in einem Hotel in Moers erfolgen. Hier wurden alle drei Angeklagten festgenommen.
Jetzt sitzen die Männer im Alter zwischen 26 und 45 Jahren in Hagen auf der Anklagebank. Alle drei stammen aus Osteuropa und sind in irgendeiner Form miteinander verwandt.
Am ersten Prozesstag lassen sie ihre Anwälte nach langen Beratungen und Pausen für sich sprechen. Der Älteste räumt die Hehlerei ein, nicht jedoch den Einbruch. Laut seiner Version sollte er die Diamanten für einen Mann verkaufen, dessen Identität er aus Angst nicht preisgeben will. „Die Aussicht auf 10 000 Euro hat ihn dazu gebracht, einzuwilligen“, so der Verteidiger des 46-Jährigen. Dass es sich dabei um ein illegales Geschäft handeln würde, sei ihm durchaus klar gewesen. Sein Schwiegersohn, der jüngste Angeklagte, habe ihn im Prinzip nur gefahren, weil er keinen Führerschein besitze – wohl wissend, dass das Ganze nicht koscher war. Der Dritte im Bunde, der erst bei der Übergabe mit von der Partie war, sollte ebenfalls als eine Art Fahrer fungieren.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.