Sprayer verwandelten triste B7-Unterführung in farbenfrohes Kunstwerk

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Kunst aus der Sprühdose verschönert seit einigen Tagen die B7-Unterführung.
Hemer: B7-Unterführung |

„Angefangen hatte alles damit, dass ich in einem Zeitungsartikel gelesen habe, dass der neue Radweg zwischen Menden und Hemer durch eine längere Unterführung führt,“ erinnert sich der Mendener Marcel Veneman an die Anfänge eines besonderen Projektes.

„Als ich mir das Ganze vor Ort angeschaut habe, wurde mir schnell klar, dass das ein idealer Platz für Graffitis sein würde“, so der 30-Jährige weiter, der als reiner Autodidakt seit zehn Jahren mit der Sprühdose unterwegs ist. Legal, versteht sich, denn für den Mendener haben Schmierereien wie Namens-Tags oder politische und Sportparolen nichts mit Graffitikunst gemeinsam. „Deshalb habe ich mich auch sofort mit Bürgermeister Esken und dessen Pressesprecher Marc Giebels in Verbindung gesetzt, um zu fragen, ob man dort meine Idee einer sogenannten ,legalen Wand‘ für Graffitikunst unterstützen würde. Und er stieß in der Stadtverwaltung auf offene Ohren. „Wir sehen das Ganze durchaus als stadtbildverschönernde Aktion und unterstützen soviel Eigeninitiative gerne. Wir haben dafür die behördlichen Voraussetzungen geschaffen und u.a. die notwendigen Genehmigungen bei Straßen NRW und der Polizei eingeholt“, so Pressesprecher Marc Giebels, „alles andere hat Marcel Veneman initiiert und organisiert.

"Pretty in Pink"


Am Wochenende war es dann soweit: 33 professionelle Sprayer aus dem heimischen Raum, aber auch aus dem weiteren Umkreis (Münster, Kamen, Hagen...) waren prompt seinem Aufruf gefolgt und machten sich ans Werk. „Ich habe im Vorfeld circa 350 Sprühdosen mit spezieller Graffitifarbe bestellt, die mir dann die einzelnen Sprayer für ihre Kunstwerke wieder abgekauft haben“, berichtet Marcel Veneman. Jeder habe ein Set aus elf Farbdosen erhalten, mit dem er dann sein ganz persönliches Kunstwerk entwerfen und an die Wand sprühen konnte. „Um zum Projektstart ein möglichst einheitliches Bild zu schaffen, hatten alle die gleichen Farbtöne zur Verfügung, neben Blau insbesondere Rot-, Rosa-, Pink- und Orange-Töne.“

Graffitikunst ins rechte Licht rücken


Dass diese bunten Kunstwerke nicht für die Ewigkeit geschaffen würden, war den Graffitikünstlern dabei klar. „Das ist ja auch der Sinn und Zweck einer legalen Wand wie dieser“ erläuterte der Initiator, „nach und nach dürfen die alten Werke wieder überstrichen werden, damit neuer Platz für andere Graffitis entsteht.“ Solch ein Projekt werde nie abgeschlossen und entwickle sich ständig weiter, so Marcel Veneman, an den sich auch neue Graffitikünstler wenden sollten, bevor sie zur Tat schreiten. Die Kontakt-Telefonnummer lautet: 02373/3921939.
Bereits am späten Samstagnachmittag hatte sich die bislang triste Betonröhre sehr zur Freude von Marcel Veneman in ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk verwandelt.
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Detlef Albrecht aus Menden (Sauerland) | 01.04.2015 | 07:00  
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