Auf den Spuren der Vorfahren

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Die Schüler des Biologie-Leistungskurses des Woeste-Gymnasiums erlebten einen hochinteressanten Labor-Praxistag an der Ruhr-Universität Bochum. (Foto: privat)
PCR – hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich eines der wichtigsten Verfahren der Biotechnologie: die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion, die 1995 mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde und inzwischen Standard in allen Bio-Laboren ist. Sei es zum Beispiel beim genetischen Fingerabdruck, in der Lebensmittelanalytik oder in der medizinischen Diagnostik - überall dort, wo es um das Auffinden, die Vervielfältigung und das Identifizieren von biologischem Erbgut geht, ist die PCR mit im Spiel.
Grund genug für den Leistungskurs Biologie der Stufen 12/13 des Woeste-Gymnasiums Hemer, dieses Verfahren einmal selbst durchzuführen, zumal Kenntnisse zur PCR auch im Zentralabitur vorausgesetzt werden.
Im bestens ausgestatteten Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhruniversität Bochum konnten die Schüler auf praktische Weise der Frage nachgehen, woher der Mensch stammt und wie er sich verbreitet hat. Nach der sogenannten Out-of -Africa-Theorie entwickelte sich der moderne Mensch (Homo sapiens) in Afrika und wanderte von dort aus über verschiedene Wege unter anderem nach Europa. Welchen Weg ihre eigenen Vorfahren nahmen, konnten die Schüler anhand einer Untersuchung ihrer persönlichen DNA aus Mundschleimhautzellen ermitteln, denn bestimmte dauerhafte Veränderungen in dem untersuchten DNA-Abschnitt verraten die genaue Herkunft der Urahnen.
Bei diesem hervorragend aufgebauten Projekt wurden alle notwendigen Arbeitsschritte von den Schülern selbst durchgeführt. „Jetzt kann man sich diese Verfahren viel besser vorstellen“, fand Kursteilnehmerin Corina Drost. Der anstrengende, aber auch sehr lehrreiche Kurstag ergab, dass die Vorfahren aller getesteten Schüler zu Fuß über die Halbinsel Sinai einwanderten und nicht etwa über das Horn von Afrika und den Seeweg nach Europa gelangten, was als zweite Möglichkeit überprüft wurde.„Kurz nach dem zwangsläufig eher theoretischen Schulunterricht im Bereich Gentechnik und nun mitten im Thema Evolution passte dieses Praktikum inhaltlich ganz ausgezeichnet.“, freute sich die Kursleiterin Diana Karow-Hanschke.
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