Zuflucht für 95 Menschen: Neue Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Siemens-Werk an der Südstraße ist bezugsfertig

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Sozialdezernent Johannes Chudziak im Gespräch mit Jasmin Werther vom Gebäudemanagement Herne (GMH). (Foto: Thiele)
 
Die Zimmer werden von je drei Personen bewohnt. Es sind extra Wände eingezogen worden, um die Räume zu schaffen. (Foto: Thiele)
Herne: Siemens-Werk |

Es war zunächst von etwa 700 Flüchtlingen die Rede, die in Herne in diesem Jahr aufgenommen werden sollten. Doch der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab und die Stadt sieht sich nun einer doppelt so hohen Anzahl gegenüber, als Anfangs vermutet. Händeringend werden Unterkünfte gesucht. Der neue Standort an der Südstraße soll nun mit 95 Plätzen für Entlastung sorgen.

Einen Tag bevor die ersten 40 Personen in das ehemalige Siemens-Werk an der Südstraße einziehen sollten wurde noch kräftig gearbeitet. Die Wohnräume waren bereits fertiggestellt, die Sanitären anlagen bekamen noch den letzten Schliff. Die Ausstattung wurde vom Eigentümer des Gebäudes Uwe Kappel, Geschäftsführer der Kappel Grundstücks- und Verwaltungs GmbH, zur Verfügung gestellt. In jedem Raum stehen nun drei Betten, ein Stahlspind, ein Kühlschrank und ein Holztisch mit drei Stühlen. 95 Personen finden hier Platz und im Keller getrennte Duschen für Damen und Herren sowie Waschmaschinen und Trockner. Das muss vorerst reichen.

Zu wenige Unterbringungsmöglichkeiten


Sozialdezernent Johannes Chudziak ist froh über die neue Unterkunft, denn zurzeit gibt es in Herne zu wenige Unterbringungsmöglichkeiten. Für 690 Flüchtlinge stehen aktuell nur 640 Plätze zur Verfügung. Chudziak bezeichnet die Fertigstellung deshalb als „einen Schritt, der erst mal für kurze Zeit für Entlastung sorgt.“ Doch warnt der Sozialdezernent auch vor zu viel Optimismus: „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.“ Laut Chudziak hat der Zustrom von Flüchtlingen historische Dimensionen angenommen. Bis zum Ende des Jahres könnte sich die Zahl auf 2000 Menschen erhöhen.

In dieser Einschätzung bestätigt ihn auch Stadtdirektor Dr. Hans Werner Klee und spricht von einer „immensen Herausforderung“ für die Stadt Herne, besonders aus ökonomischer Sicht. Von daher fordert er mehr Unterstützung von Land und Bund.
Ein Schild mit der Aufschrift „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ hängt vor dem Eingang der Flüchtlingsunterkunft und erinnert an die dunklen Seiten, die infolge des Flüchtlingsstroms zutage gekommen sind. Doch Sozialdezernent Chudziak hat für die Herner Bürger ein Lob parat: „Die Menschen in Herne stehen den Flüchtlingen durchaus positiv gegenüber.“

Die Versorgung ist gewährleistet


Brigitte Bartels, stellvertretende Leiterin des städtischen Fachbereichs Soziales, berichtet von vielen ehrenamtlichen Helfern und äußert bestimmt:„Die Versorgung ist hier sicher gewährleistet!“ Ein Sicherheitsdienst wird zunächst rund um die Uhr vor Ort sein. Hinzu kommen Sozialberater und Ehrenamtliche. „Wir wollen die Eigenständigkeit der Menschen fördern“, so Bartels weiter. Sie hofft darauf, dass sich die Bewohner der neuen Unterkunft schnell alleine in der Umgebung zurecht und Anschluss finden.

Nachdem zu Beginn dieser Woche noch Fluchttreppen am Gebäude angebracht wurden, um den Brandschutzverordnungen zu entsprechen, erfolgte die Abnahme der neuen Flüchtlingsunterkunft durch die Bauaufsichtsbehörde am gestrigen Dienstag und die ersten 40 Personen konnten einziehen. Es handelt sich dabei um Flüchtlinge, die zuvor in der Sporthalle an der Steinstraße untergebracht waren.
„Die Vollbelegung erfolgt wahrscheinlich im September“, berichtet Thomas Bruns, Betriebsleiter des städtischen Gebäudemanagements Herne (GMH). Er berichtet weiter von der „großen Bereitschaft bei den Vermietern“, weiter Plätze für die Flüchtlinge anzubieten. „Wir kommen trotzdem nicht umhin zentrale Einrichtungen zu schaffen“, gibt Bruns jedoch zu. Zu Beginn sei man davon nicht ausgegangen. Jetzt sind sogar zusätzliche Wohncontainer auf dem Gelände im Gespräch und durchaus im Bereich des Möglichen.
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