Der Hammer!

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Volles Lob: Sebastian Stammsens neuer Rioman fesselt und lässt einen danach schlecht schlafen.. (Foto: Grafit Verlag)
Sebastian Stammsen muss man als Krimi-Fan auf der Rechnung haben: Sein neuer Roman ist so blutrünstig und abgründig, dass er bei beim Vergleich zu so illustren Meisterschreibern wie James Ellroy, Horst Eckert oder Sebastian Fitzek ausgezeichnet abschneidet.

Es ist sor richtig harter, gemeiner und guter Lesestoff. Ein Polizeigespann wider Willen wird auf einen so gräßlichen Fall angesetzt, dass selbst zynische und abgebrühte Ermittler das Entsetzen packt: Ein erst 16 Jahre alter Junge hat seine ganze Familie abgeschlachtet. Gefoltert, über Stunden. Keine schaurigen Einzelheiten bleiben den Leser erspart. Bleibt die Frage, wie er das (alleine) hingekriegt hat.

Psycho-Barbie und Muskelprotz

Es ermitteln Kommissar Oliver Busch und die immer elegante Psychologin Daniela Ellinger. "Psycho-Barbie" nennt der Bulle seine ihm aufgezwungenen Partnerin hämisch, und die Seeendoktorin hält den ihr aufgezwungenen Cop für einen blöden Muskelprotz mit Frauenproblem. Die Geschichte wird im Wechsel von den beiden sich verabscheuenden Ermittlern erzählt. Ein reizvoller Kunstgriff.

Der Autor hat eine Serie in Gang gebracht, die in und rund ums Morddezernat Krefeld angesiedelt ist. Man trifft also auch auf Figuren aus den ersten beiden Romanen "Gegen jede Regel" und "Kettenreaktion", man muss die Vorgänger aber nicht unbedingt gelesen haben, um durch "Endlich sind alle tot!" durchzusteigen.

Von allen drei Romanen - und die beiden ersten waren sehr gut gemacht und wurden von mir in diesem Forum auch wärmstens empfohlen - ist "der Neue" ein rechter Hammer, durchdacht und spannend erzählt.
Mit einem "Cliffhanger" am Ende. Rattenscharfer Krimi-Stoff.

Sebastian Stammsen: "Endlich sie sie tot!", Kriminalroman, Grafit Verlag, 376 Seiten, 10,99 Euro, E-Book 9.99 Euro, ISBN 978-3-89425-412-4
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