Hitzige Diskussionen bei den Löwen

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Es kriselt gewaltig bei den Hertener Löwen. Nicht nur die spielerische Leistung lässt zu wünschen übrig, auch die finanzielle Situation sieht äußerst düster aus. Foto: ST
 
Löwen-Präses Hermann Zechel.

Der dritte Sieg im elften Spiel. Mit vier Punkten setzten sich die Hertener Löwen gegen das Team der BBG Herford durch. Am Ende hieß es 78:74 (15:19, 15:19, 26:19, 22:17) für die Mannschaft von Trainer Hüsken in der ersten Basketball-Regionalliga West.

Doch dieser Sieg wird seit der Hauptversammlung in den Hintergrund gedrängt, denn die Finanzlage des Vereins ist desaströs. Der Verein steht so schlecht dar, dass deshalb wohl mehrere Spieler die erste Herrenmannschaft werden verlassen müssen.
Erst gegen Ende der Jahreshauptversammlung ließ Hermann Zechel, der Vereinsvorsitzender und Kassenwart zugleich ist, die Bombe platzen, als er unter dem Punkt „Verschiedenes“ auf die Finanzen zu sprechen kam. Die erste schlechte Nachricht war, dass der Importspieler Nathan Shall den Verein Ende November verlassen müsse. Der 26-jährige Brite hat sportlich bisher nicht überzeugt. Damit ist er bereits der dritte Spieler, der aus Leistungsgründen gehen muss. Zuvor mussten schon Jan Petrovcic und Jevonte Hughes aus Leistungsgründen die Mannschaft verlassen. Zwei weitere Spieler hatten den Verein von sich aus gewechselt. Zechel musste weiterhin einräumen, dass man von den angestrebten 400 oder mehr Fans pro Spiel man weit entfernt sei. „Die schlechten Zuschauerzahlen und die damit verbundenen Mindereinnahmen beim Catering schlagen inzwischen voll rein“, so Zechel. Das heißt: Der Verein steht finanziell äußerst schlecht dar. Obendrein seien fest zugesagte Zuwendungen von Sponsoren („auf die wir uns verlassen haben“) ausgeblieben.
Spätestens für Januar müssen weitere Spieler gekündigt werden, wenn es keine Wende in der Finanzlage gibt, so Zechel. „Dann bleibt uns nichts anderes übrig als die Reißleine zu ziehen und uns von zwei bis drei weiteren Spielern zu trennen“, räumte der Vorsitzende Zechel ein. Dies könnte einmal mehr den Abstieg in die zweite Regionalliga bedeuten.
Dieser Hiobsbotschaft folgten heftige Diskussionen, geprägt von kritischen Nachfragen an den Vorstand bis zu dessen Ablehnung. Umstritten ist der Vorstand der Hertener Löwen schon länger, manche Fans warfen ihm gar die Verantwortung für den sportlichen Abstieg aus der Zweiten Bundesliga vor. Andere kritisieren, insbesondere im Internet, den Löwen-Trainer Cedric Hüsken stark. Er war bei einem Spiel von Citybasket Recklinghausen auf der Tribüne gesichtet worden, als er dort „Absteiger, Absteiger“ skandiert haben soll. Ein solches Verhalten würde jedoch dem Ehrenkodex des Westdeutschen Basketballverbandes widersprechen. Aus dem Verein heißt es, man habe mit Hüsken darüber gesprochen und dies ausgeräumt.
Wie sich die finanzielle Situation auf die erste Herrenmannschaft auswirkt, ob sie eher motiviert oder vollends demotiviert, wird sich in den nächsten Spielen zeigen. Trotz des Sieges gegen die ersatzgeschwächten Herfordern sind sie jedoch noch lange nicht vor dem Abstieg gerettet. Das nächste Spiel findet am Samstag, 3. Dezember, in der Sporthalle an der Juliusstraße 12 in Dorsten statt. Dann müssen die Hertener Löwen bei der BG Dorsten antreten. Die Partie wird um 19.30 Uhr angepfiffen.
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