Polizei warnt: Falsche Dachdecker erneut unterwegs

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Hinweise zu den "falschen Dachdeckern" nimmt die Polizei entgegen. (Foto: Polizei Mettmann / Symbolfoto)

Aus aktuellem Anlass warnt die Polizei im Kreis Mettmann wieder vor "falschen Dachdeckern". Diese entwendeten gestern Mittag, 27. Juli, einer 84-jährigen Seniorin in Haan Schmuck und betrogen sie um ihr Bargeld.

Gegen 12.45 Uhr klingelte eine männliche Person in Arbeitsmontur an der Wohnungstür der alten Dame und gab sich als Dachdecker aus. Gleichzeitig erklärte der Unbekannte, dass das Dach des Hauses undicht sei und bot der Frau an, den Schaden sofort zu beseitigen.

Aufgrund seines seriösen Erscheinungsbildes ließ die ahnungslose Rentnerin den Mann ins Haus und führte ihn auf den Dachboden, wo er ihr die vermeintlich undichte Stelle zeigte. Die beiden einigten sich auf den Preis für die Reparatur. Anschließend schickte der vermeintliche Dachdecker die Seniorin zur Haustür, um dort seinen "Gesellen" zu empfangen.

Die 84-Jährige folgte der Anweisung und ließ den Unbekannten unbeobachtet im Haus zurück. Nach circa 10 Minuten erschien der angebliche Geselle vor der Tür, nahm kurz Kontakt mit dem "Meister" auf und gemeinsam forderten die Männer Bargeld für die angebliche Reparatur. Die Rentnerin übergab den ausgehandelten Betrag, woraufhin die Männer die Örtlichkeit verließen. Kurz darauf musste die 84-Jährige feststellen, dass die "falschen Dachdecker" ihren gesamten Goldschmuck entwendet hatten.

Täterbeschreibung

Die Täter konnten wie folgt beschrieben werden:
1. Täter (Meister):
- gepflegtes Aussehen
- sprach akzentfrei Deutsch
- westeuropäisches Aussehen
- kräftig gebaut, aber nicht dick
- bekleidet mit schwarzen Arbeitsschuhen und schwarzer Hose

2. Täter (Geselle):
- "etwas" jünger als der 1. Täter
- bekleidet mit einer hellen Jacke und einer dunkelblauen
Schirmmütze

Sachdienliche Hinweise nimmt die  Polizei unter 110 entgegen sowie die Polizei in Haan, Telefon 02129/ 9328-6480.

Wenige Tricks, viele Varianten

Die Polizei warnt kreisweit insbesondere ältere Mitbürger davor, unbekannte Personen unkontrolliert in die eigenen vier Wände einzulassen: "Schauspielerisch begabte Diebe und Betrüger an der Haus- oder Wohnungstür verwenden im Grunde nur ganz wenige Tricks, zu denen sie sich aber immer neue Varianten einfallen lassen: Sie bitten um Hilfe oder eine Gefälligkeit, täuschen Amtspersonen- und Handwerkereigenschaft vor oder behaupten ganz einfach, Sie zu kennen.

Dabei verfolgen diese Diebe und Betrüger immer nur ein Ziel: Sie sollen die Tür öffnen, damit die Täter in Ihre Wohnung gelangen. Lassen Sie es nicht so weit kommen! In Ihren vier Wänden sind Sie mit dem oder der Fremden allein - und Sie können dabei Ihre Augen nicht überall haben. Dies gilt besonders im Hinblick darauf, dass solche Täter oft auch nicht alleine in Ihre Wohnung kommen!

Einige Täter lügen Ihnen vor, Ihre Wohnung in amtlicher Eigenschaft oder mit behördlicher Befugnis aufsuchen zu müssen. Dabei treten Trickbetrüger und -diebe zum Beispiel in folgenden Rollen auf:Polizei- bzw. Kriminalbeamte oder Gerichtsvollzieher,
Mitarbeiter der Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerke,
Handwerker, Heizkostenableser oder sonstige Beauftragte der Hausverwaltung,
Mitarbeiter der Kirche, des Sozialamtes oder von anderen sozialen Stellen,
Berater der Krankenkasse oder der Rentenversicherung, Postzusteller oder Monteure einer Telefongesellschaft."

Die Polizei rät:

- Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen ihrer Wohnungstüre, wer zu
Ihnen will: Schauen Sie durch den Türspion oder aus dem Fenster, benutzen Sie die Türsprechanlage.
- Öffnen Sie Ihre Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre (z. B. Kastenschloss mit Sperrbügel).
- Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung.
- Verlangen Sie einen Ausweis! Klären Sie durch ein Telefonat mit
der angeblich entsendenden Dienststelle oder mit dem vermeintlichen Auftraggeber die Richtigkeit des Besuches.
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