Wenn Kinder trauern: Christa Cholewinski vom Kinderschutzbund bietet individuelle Begleitung an

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Hilfe in schweren Stunden: Christa Cholewinski ist ausgebildete Trauerbegleiterin und nutzt bei ihrer Arbeit unter anderem den Snoezelenraum. (Foto: Michael de Clerque)

Wie geht es weiter, wenn Mama oder Papa so krank sind, dass sie nicht mehr lange leben werden? Wieso ist Mama nach dem Tod der Schwester plötzlich so anders? Der Tod eines sehr nahestehenden Menschens verändert alles. Christa Cholewinski vom Kinderschutzbund Hilden bietet individuelle Trauerbegleitung an, um Kinder und Jugendliche in der schweren Zeit zu unterstützen.

Der Terminkalender von Christa Cholewinksi, Geschäftsführerin des Hildener Kinderschutzbundes und ausgebildete Trauerbegleiterin, ist bis zum Jahresende voll. Trotzdem wird kein trauerndes Kind oder Jugendliche abgewiesen: "Es werden Termine nach 'Dienstschluss' hinten drangehängt", erzählt sie. Es sei jetzt die Jahreszeit mit den meisten Anfragen.

Schwerpunkt sind Einzelbegleitungen

Innerhalb kürzester Zeit habe sie neuen Kontakt zu sieben Kindern und Jugendlichen aufgenommen, so dass derzeit insgesamt zwölf Mädchen und Jungen begleitet werden.
Den Schwerpunkt des Angebots bilden Einzelbegleitungen für Sieben- bis circa 22-Jährige. Familienbegleitungen sind ebenfalls möglich: Wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist, besucht Christa Cholewinski die Familien auch zuhause. Sie hilft beim Aufbau eines sozialen Netzwerkes, um den Partner und die Kinder zu unterstützen.

"Aber auch der Gesprächsbedarf von Erwachsenen hat zugenommen. Hier geht es sehr oft um die Frage, wie man einem kleinen Kind, circa drei bis fünf Jahre, sagt, dass Oma nicht mehr gesund wird", erzählt Christa Cholewinski. Zudem meldeten sich Schulsozialarbeiter und Lehrkräfte, die mit dem Tod eines Elternteils oder im schlimmsten Fall mit dem Tod eines Schülers konfrontiert werden.

Beratung für trauernde Eltern und Besuche in Schulklassen gehören ebenso zum Angebot der Trauerbegleiterin.Für die Trauerbegleitung stehen beim Kinderschutzbund an der Schulstraße zwei Räume zur Verfügung, in denen sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen können: der Beratungs- und der Snoezelenraum.

Ängste zusätzlich zur Trauer

Neben der eigenen Trauer um den verstorbenen und sehr nahestehenden Menschen haben die Kinder und Jugendlichen häufig auch finanzielle Ängste - gerade beim Tod des Vaters: "Plötzlich gibt es Fragen wie 'Können wir hier noch wohnen bleiben?', 'Haben wir noch genug Geld für Sport, Hobbys, Musikunterricht?'", erzählt Christa Cholewinski weiter.

"Beim Tod der Mutter ist oft plötzlich offen, wer die Kinder versorgt, wenn der Vater arbeitet. Und beim Tod eines Geschwisters steht zum Beispiel die Frage im Raum 'Kann das mir auch passieren?' Zuhause ist es dann oft so traurig, dass die hinterbliebenen Kinder es kaum noch aushalten."

Sonderfall Suizid

Besonders schwer sei es für Kinder und Jugendliche, wenn ein Elternteil Suizid begangen hat. "Der Druck ist dann besonders hoch. Immer wieder gibt es Anfeindungen oder Schuldzuweisungen aus dem Umfeld. Ein Suizid wird nicht als 'normal' empfunden, Schuldige werden gesucht", so Christa Cholewinski.

Hinzu komme das Gefühlschaos bei den jungen Menschen, die sich von dem Elternteil, das Suizid begangen hat, alleine gelassen fühlen - und daran zweifeln, ob sie überhaupt geliebt wurden. Circa 20 bis 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die Christa Cholewinski in den vergangenen zwölf Jahren begleitet hat, kamen wegen eines Suizides im engsten Familienkreises zu ihr. "Einige haben erst bei mir in den Einzelsettings gelernt, den Suizid offen auszusprechen." Auslöser für einen Suizid sei meist eine psychische Erkrankung.

Mit Spenden helfen

Das Angebot der Trauerbegleitung ist für die Familien kostenfrei. Die Kosten der Trauerbegleitung werden ausschließlich durch Spenden finanziert.

Bankverbindung:
Volksbank Remscheid-Solingen eG
IBAN: DE82 3406 0094 0003 8533 22
BIC: VBRSDE33XXX

Sparkasse H.R.V.
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