wellensittiche

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Amoröses von Melolito'am'Ohre´

Wellensittiche

In meiner Kindheit hatten wir einen Wellensittich.
PETERCHEN....
der war klasse.
Zu der Zeit waren die Frauen noch den ganzen Tag
in der Küche, wo auch Peters Heim war.
So hatte er den ganzen Tag Mama um sich,
und wurde sehr schnell zahm.
Bald flog er ihr auf den Kopf....
mal auf die Schulter....
dann kam er zu uns an den gedeckten Tisch.
Pick Pick Pick....
und alle Krümmel,
die meist ich verstreute,
waren im Nu weg.

Nicht lange, dann kam er auch
zu mir und Papa.
Ich war begeistert....
liebte ihn von ganzem Kinderherzen.
Oft veranstalteten wir
Wettrennen auf dem Wohnzimmerschrank.
Von einer Seite bis zur anderen.
Das war so süß, wie er die kleinen bekrallten Füßchen....
in Windeseile bewegte.

Morgens rief er laut „MAMAAA!!“
Wenn sie, oder Papa, oder ich....
nicht sofort zur Stelle waren,
dann wurde sein jammervolles Rufen immer kläglicher:

„MAAAAMAAAA.....
MAAAAHAAAAMAAAAA....
MÄÄÄÄMMELKEN!“

Er konnte mit der Zeit alles nachbrabbeln,
was man ihm lange genug vorquatschte.
Aber zu unserem Leidwesen nahm er auch
Wörter in den Schnabel,
die wir eigentlich nur selten benutzten:

„PAAPPPAA DOOOF....
ACH DU SCHEISE....
BLÜDER HUND!“

Wenn Besuch kam,
war es immer spannend,
denn er war immer die Nummer Eins!
Fremde störten ihn wenig...
bis gar nicht.
Tante Friedchen hat er
dreimal auf den Kopf gekackt.
Die mochte er nicht.

Er war schon ziemlich alt,
als er einen Unfall hatte.
Mein Vater kam von der Arbeit heim.
Da das Wohnzimmerfenster offen war,
und die Wohnungstür....
gab es Durchzug, und die Tür knallte zu....
zum Unglück war Peterchen unterwegs,
um Papa zu begrüßen.
Genau im falschen Moment,
denn er kam zwischen die
zuknallende Tür.
Papa und ich waren entsetzt.
Vor allem Papa. Er hatte ein schrecklichheftiges
Schuldgefühl.
Wir sind stantepe´ zum Tierarzt.
Der wollte Peterchen schon einschläfern.
Doch der schlug die Augen auf....und....
röchelte: „Maaammaaa....“

Wir nahmen ihn wieder mit nach Hause,
und Mama empfing uns mit lautem:
„Wo ist mein Schätzchen....
was habt ihr mit ihm gemacht....
wo ward ihr....
och....da isser ja....
zeig mal her mein Süßer....
oh jemminee....“
Stundenlang so weiter.

Er lebte noch einige Jahre glücklich....
leicht gerupft....
mit ´ner kahlen Bauchstelle.
Konnte nicht mehr so
geschmeidig fliegen....
aber auf dem Schrank hat er
noch manches Rennen gewonnen.

In meinem späteren Leben
habe ich immer wieder versucht,
so einen Sittich zu finden.
Vergeblich....
doch dann kam einer, der war auf dem
besten Wege, so zu werden
wie Peterchen.....
dann hat ihn die
NachbarsKatze gefressen.

Danach hatte ich über 20 Jahre
einen Papagei....
eine GelbStirnAmazone.
Der war aber am Anfang
mehr eine EngStirnAmazone.
Nach langen blutigen Kämpfen....
ich hatte blutige Finger....
ihm habe ich nach jedem Biß....
eine geknallt.
Dann war es soweit....
eines Tages senkte er das Köpfchen,
mit dem bissigen Schnabel.
Ich durfte ihn kraulen.
Von da an wurde er so zahm,
wie ein Hund oder eine Katze.
Engstirnig ist er immer gebliegen....
außer mir holte sich noch immer
jeder blutige Pfoten,
der es wagte ihn anzufassen.
Tja...
traurig traurig...
eines Sommermorgens
lag er tot vor der Balkontür.

Nach Jahrzehnten...
habe ich uns wieder
einen Wellensittich geholt.
Der Wunsch nach einem wie Peterchen
war halt oft präsent,
und so habe ich meine Frau
mit einem blauen Vögelchen überrascht.

Sie war begeistert.
Vor allem, weil er sich gleich
am ersten Tag von ihr kraulen ließ.
Nach einer Woche haben wir
die Käfigtür geöffnet,
um ihm die Gelegenheit zu geben,
zum ersten Mal in seinem kleinen Leben....
zu fliegen. Seine Flügel zu gebrauchen.
Nix!!! Das Vieh kam einfach nicht
vor die Tür.
Saß nur den ganzen Tag auf der Stange,
trauerte um seine VögelKumpels
im Zoogeschäft.
Tja, da wir beide keine Einsamkeit mögen,
haben wir ihm eine weibliche Vögelin gekauft.

Tja....
vögeln tun die nicht.
Rauskommen auch nicht....
und streicheln lassen sie sich
auch nicht mehr.

Wir kaufen uns jetzt eine Katze.....hihihihi.....

Öde Öde....
mein liebes Peterchen....
Dir kann keiner die Körnchen reichen.

Melo Sobirey
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