S@M - Selbsthilfegruppe für Online- und Medienabhägigkeit im MK

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Kinder-Computersucht, die Killerspiele aus der Sicht der Hirnforschung: In der letzten Zeit wird die Frage, ob "Killerspiele" Kinder negativ beeinflussen können, wieder rege diskutiert. Dies nahm ich zum Anlass mich mit diesem Thema der Hirnforschung einmal näher zu beschäftigen, da viel mir ein Buch von Prof. Dr. Gerald Hüther in die Hand. Welsches das Phänomen der "Computersucht" bei Kindern aus der Sicht eines Hirnforschers wieder gibt.
Hier ein kurzer Einblick ins Buch:
"Kann man sich dumm und aggressiv spielen?" Ja - lautet die Antwort.
Besonders schlimme Auswirkungen hat das Spielen von gewalthaltigen Computerspielen auf Kinder und Jugendliche, die stunden- und tagelang vor dem Computer sitzen. Untersuchungen von renommierten Hirnforschern stützen den Verdacht, dass übermäßiges Computerspielen Aggressivität fördert und erfolgreiches Lernen verhindert. Wer verhindern will, dass Kinder und Jugendliche Computersuchtentwickeln, muss verstehen, was sie so sehr fasziniert und was in ihrer Seele und Gehirn während des Computerspielens passiert. Abhängig wird ja niemand, weil es Computer gibt, sondern weil sich mithilfe dieser Spiele Bedürfnisse befriedigen lassen, die eigentlich auf anderer Weise gestillt werden müssten. Wenn die Kinder und jugendliche täglich mehrere Stunden vor ihren Computer verbringen, verändert das nicht nur ihre Wahrnehmung, ihr Raum- und Zeitempfinden und ihre Gefühlswelt - alles was sie in den Computerspielen erleben, verändert ihr Gehirn.
Wer immer wieder in den Strudel virtueller Welten eintaucht, bekommt also ein Gehirn, dass immer besser an all das angepasst ist, was dort geschieht, mit dem man sich aber im realen Leben immer schlechter zurecht findet. Die Fiktion wird dann zur lebendigen Wirklichkeit und das reale Leben zur bloßen Fiktion.
Eltern die der Meinung sind, dass Gehirn ihrer Kinder entwickele sich von alleine, egal ob sie draußen spielen, ob sie lesen, Musik machen oder vor ihren Computerspielen hocken, müssen dringend umdenken. Denn in ihren virtuellen Welten finden sich diese Kinder mit ihrem so angepassten Gehirn ja hervorragend zurecht. Es entwickelt sich quasi eine auf diese Computerspiele spezialisierte, enorm reaktionsschnelle und abstrahierende Intelligenz - auf Kosten anderer, seltener aktivierter Verschaltungen. Kinder und Jugendliche brauchen Aufgaben, an denen sie wachsen und neue Erfahrungen machen können. Sie brauchen auch Anregungen und Gelegenheiten, um ihre Talente zu entwickeln und Eltern, die ihnen Liebe, Geborgenheit und Orientierung geben. Das sind die wichtigsten Säulen für eine Glückliche Kindheit und wer davon getragen wird braucht keine Krücken (Computer). Da viele Kinder und jugendliche das nicht haben oder auch nicht finden, schaffen die Computerspiele ein Ersatz-Glück, dass die "Belohnungszentren" im Gehirn sehr effektiv aktiviert, nicht zuletzt dadurch, dass die Möglichkeit bietet, Fähigkeiten und Geschicklichkeiten auszubilden, über die andere nicht verfügen. Die Welt erscheint beherrschbar, dass Ego wird aufgewertet.
Sucht war noch nie etwas anderes, als die Suche nach einem Ersatzglück, einer Krücke eben. Das Tückische bei der Computersucht ist der Dopamin-Kick mit seiner Zweifachwirkung. Endogene Opiate werden freigesetzt und erzeugen einen rauschartigen Zustand. Denn bei der Ausschüttung von Dopamin werden Endogene Opiate freigesetzt, die wie Opium oder Heroin wirken. Neben dem rauschhaften Zustand bewirkt Dopamin aber auch, dass die beim Computerspiel aktivierten Nervenverbindungen allmählich immer festere Wege, Straßen und später zu Autobahnen werden, wo man dann gar nicht oder nur sehr schwer wieder runter kommt. Darum sind Vorbilder, die Kindern zeigen, wie man Probleme, die das Leben immer mit sich bringt löst, anstatt in Ersatzbefriedigung zu flüchten, sehr wichtig.
Das Buch heißt: "Computersüchtig - Kinder im Smog moderner Medien" und ist vom Prof. Dr. Gerald Hüther. Man kann das Buch über seiner Hompage beziehen.
Das zeigt aber auch das, dass soziale Umfeld wie Elternhaus mit Einfluss hat ob ein Kind oder Jugendlicher in die Sucht abrutscht oder nicht.

Andreas Palla S@M
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