„Iserlohn gehört immer zum Kreis der Titelaspiranten!“

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Jens Behrendt stellte den ERGI-Spielern sein Konzept vor


(tg) Am vergangenen Sonntag um 17 Uhr saß Jens Behrendt im Medienraum der neuen Hembergsporthalle und schaute gelassen in zehn sehr erwartungsvolle Gesichter: Der neue Trainer der ERG Iserlohn stellte sich und sein Konzept den Meisterspielern von 2015 vor. Und gab gleich einmal ein entsprechendes Statement ab: „Iserlohn gehört immer zum Kreis der Titelaspiranten!“


Ehrgeiz und große Ziele, davor hat der 35-jährige gebürtige Darmstädter schon als Spieler keine Angst gehabt – und fuhr damit immer auf der Erfolgsschiene. Viermal deutscher Meister mit dem RSV Weil am Rhein (1) und dem RSC Cronenberg, dazu zwei DRIV-Pokalsiege. Und auch im Ausland – sechs Jahre schnürte er die Rollschuhe in der französischen Eliteliga N1 für den SCRA St. Omer – sammelte Jens Behrend fleißig Titel: zwei Meisterschaften und ein Pokalerfolg schlugen letztlich zu Buche. Und dass er von 1994 bis 2011 ununterbrochen das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust trug, ist angesichts der Vereinserfolge nur logisch.

„Ich wollte immer nach vorne, mich persönlich verbessern und unbedingt spielen, spielen, spielen“, fasst der neuen ERGI-Trainer seine Karriere zusammen, die im Sommer mit dem Gewinn des Pokals in Herringen endete – und nun auf neuem Weg ihre Fortsetzung finden soll. Gerade diese beiden Finalspiele gegen den Titelverteidiger sieht er dabei als Paradebeispiel an: „Wir vom RSC wollten es einfach mehr, hatten das Ziel klarer vor Augen und haben alles dafür getan, den Pott zu holen.“

Und entsprechend formuliert er sein Konzept: „Die Physis ist das A und O! Denn nur,, wer in den letzten zehn Minuten eines Spiels noch Vollgas geben kann, hat echte Siegchancen.“ Dabei denkt er zum Beispiel an die Meisterfinals von 2011 zurück, als er in Cronenberger Diensten auf gleichstarke Iserlohner traf. „Aber wir waren am Ende noch frischer und haben beide Spiele in der Schlussphase gewonnen.“

„Rollhockey ist in den letzten zehn Jahren immer athletischer und schneller geworden, da müssen wir Schritt halten“, sieht er seine Hauptaufgabe folglich darin, den deutschen Meister auf „bereits hohem Niveau“ weiter zu entwickeln. Vor allem das Heranführen der jüngeren Spieler an die gestandenen Recken schreibt sich Jens Behrendt dabei groß auf die Fahnen. „Ich möchte, dass wir bei jedem Wechsel konstant auf einem Level bleiben: beim Tempo, bei der Technik und natürlich auch taktisch.“ Die Voraussetzungen bei der ERGI sieht er dabei als nahezu perfekt an: „Iserlohn hat derzeit wohl das kompletteste Team der Liga.“

Dass mach seine Arbeit allerdings nicht gerade einfacher, denn entsprechend hoch sind die Erwartungen. Bis auf zwei Ausnahmen stand die ERGI seit 2004 immerhin jedes Jahr in einem nationalen Endspiel – und will natürlich auch 2016 bei den Titelvergaben in Meisterschaft und Pokal ein gewichtiges Wort mitsprechen. „Wir müssen aber auch sehen, dass wir international sechs schwere Spiele haben werden“, so Behrendt, der in der vergangenen Saison genau beobachtet hat, wie genau dies dem Double-Sieger von 2014 (Herringen) an dies Substanz gegangen war, sodass am Ende beide Titel futsch waren.

„Sowohl als Team als auch individuell sehe ich aber dennoch weiteres Potenzial. Es gibt immer Schwachstellen, an denen es zu feilen gilt, aber auch Stärken, die weiter ausgebaut werden können“, formuliert der neue ERGI-Coach seine Ansprüche an seine Spieler, von denen er einen „positiven Konkurrenzkampf um die Startplätze“ einfordern will.

Dazu kommt noch, dass in den Augen von Jens Behrendt die Bundesliga im Leistungsniveau noch einmal enger zusammengerückt ist. „Düsseldorf hat vergangene Saison schon mitgehalten, auch Darmstadt war schon weit vorne. Jetzt kommt wohl auch noch Walsum hinzu, dann natürlich Herringen“, zählt er die aus seiner Sicht ärgsten Konkurrenten im Titelrennen auf. Seinen Ex-Verein muss er dabei etwas ausklammern, denn in Cronenberg steht ein großer Umbruch an. Auch die Entwicklung in Calenberg – 2015 immerhin Halbfinalist – ist nur vage zu bewerten.

„Doch wir richten unsere Augen zunächst einmal auf unsere eigenen Fähigkeiten“, ist es dem Diplom-Betriebswirt letztlich egal, was im Detail bei den Mitbewerbern passiert: „Wir sind uns im Klaren, von allen gejagt zu werden. Aber ebenso wissen wir, welche Qualitäten wir haben, und gehen die Saison folglich mit großem Selbstbewusstsein an.“

Jens Behrend jedenfalls freut sich auf die neue Herausforderung, als Trainer des amtierenden deutschen Meisters gleich eine herausfordernde Position auf der anderen Seite der Bande annehmen zu können. „Für mich war schon mit 19 Jahren klar, dass ich nach meiner aktiven Zeit als Trainer weitermachen werde, nachdem ich beim RSC Darmstadt die C-Jugend trainiert habe.“ Und auch in diesem Punkt wurde das Ziel kontinuierlich angestrebt. Nicht nur, weil Jens Behrendt in jedem seiner Vereine auch als Jugendtrainer aktiv war, sondern auch, weil er – als sich in Frankreich die Chance bot – eine fundierte Trainerausbildung machte und somit als einer der wenigen deutschen Rollhockeyaner in Besitz einer Lizenz ist.
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