Einmal Sugo al Forno bitte!

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Vor einigen Wochen berichtete das Wochen-Magazin als „unabhängiger Tester“ über die Pizzaqualität eines Moerser Lieferanten. Ergebnis: ungenügend. Doch was wäre schon ein unabhängiger Tester, wenn er sich auf eine Stichprobe verließe. Aus diesem Grund stellten wir uns der Challenge. Testobjekt: eine Lasagne al Forno und eine Pizza Spinaci mit Mozarella.

Was kam, schlug dem Fass den Boden aus. Ein öltriefender Matschlappen von Pizza mit dem berühmten „Gouda italiana“ und ein Kübel Soße mit einer verkohlten Käseplatte oben drauf. Aber wen wundert‘s, wenn die Nudelplatten nach 35-minütiger Garzeit nicht mehr „al dente“ sondern „al pampe“ sind. Vielleicht steckt aber auch hinter allem ein raffinierter Plan: Man zerkoche die Nudeln so lange, bis sie als Stärkeersatz den Sugo andicken: Molekularküche 2.0!

Das Fragezeichen in meinem Gesicht, als der Lieferant zu der Lasagne einen Beutel Brötchen mit ablieferte, verflüchtigte sich dann auch. Irgendeinen festen Bestandteil braucht es schließlich bei einem Topf Sugo.

All das hätten wir noch hingenommen, wenn man auf unsere daraufhin geäußerte Kritik nicht einfach den Hörer aufgelegt hätte. Beschwerdemanagement? Eher nicht vorhanden.

Ein wenig erinnert dies an eine Missinterpretation der drei asiatischen Äffchen: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.“ Diese ursprünglich buddhistische Lehre für das Wesen der „Sittlichkeit“ wird hier existenzphilosophisch konterkariert. „Ich denke, also bin ich“ war gestern, „Was ich nicht höre, gibt‘s nicht“ ist heute.
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3 Kommentare
Monika Meurs aus Moers | 10.10.2014 | 19:43  
Regina Katharina Schmitz aus Dinslaken | 10.10.2014 | 21:09  
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 11.10.2014 | 16:34  
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